Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 10)
- Language
- German
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12.7 Tiihmermann-, und den jüdischen Studenten scheint ein freundliches Verhältnis bestanden zu haben. Diesen Schluß dürfen wir aus den vorhin . erwähnten Glückwunschschreiben Timmermanns vom: 1. Oktober 1742 . am Ende der Dissertation des Moses Emanuel von Geldern1 und den warmen Worten Leidenfrost’s über die wissenschaftlichen Verdienste der Juden im Anhang der Dissertation des Marcus Cosman Gomperz2 ziehen. Bezüglich der Doktorpromotion, sollten die dabei zu beobachtenden Formalitäten die gleichen sein, wie .bei den Kandidaten christlichen Glaubens3. Aber‘es fällt doch einigermaßen auf, daß die Mehrzahl .der Promotionen der jüdischen Studenten privatim oder in Abwesenheit des Doktoranden vorgenommen wurde. Das wichtigste Ergebnis aber scheint mir die Tatsache zu sein, daß im Laufe eines Jahrhunderts,, von 1708—1817, mindestens 21 Studenten der Universität als Juden anzusprechen sind, die fast alle aus dem deutschen Westen stammen4, daß ferner unter insgesamt 553 Doktoranden der medizinischen Fakultät zehn Juden den medizinischen Doktorgrad — alle jüdischen Studenten haben sich begreiflicherweise der Medizin gewidmet — errungen haben, und daß unter 75 medizinischen Promotionen zwischen 1726 und 1750 sieben , von Juden stattfanden, also in diesem Zeitraum fast 10%. Ist also die Aufnahme der Juden an den deutschen Universitäten und hier an der Universität Duisburg ein Zeichen der wachsenden Aufklärung unter den Christen, so sind die vorhin erwähnten Zahlen über den Anteil der Juden an dem medizinischen Studium in Duisburg ein deutlicher Beweis auch für die wachsende Aufklärung unter den deutschen Juden.. Neue Dokumente über Salomo Molcho. Von I. Sonne in Florenz. I. Salomo Molcho und Asriel Diena. Seitdem Kaufmann (REJ, XXX, 304 ff.) ein Schreiben des Sabbioneta-Rabbiners Asriel Diena vom 10. Nov. 1535 veröffentlicht hat,'■ in welchem dieser angeblich gegen David Reübeni Stellung nahm, gilt Diena allgemein als einer, der inmitten des wuchernden Mystizismus unvoreingenommen genug war, um der durch Reubeni und Molcho hervorgerufenen Messiasbewegung mit voller Kraft entgegenzutreten (Kaufmann, 1. c.; Cassuto, EJ, Diena Asriel). Indes zeigt ein Schreiben desselben Diena vom 1. El ul 292 (Aug. 1532), welches ich in einer Gutachtensammlung aus dem 16. Jahrhundert fand, den Schreiber von einer ganz anderen Seite. Aus ihm geht nämlich hervor, daß Diena keineswegs gleich Jakob Mantin, wie Kaufmann meint, als Gegner von Salomo Molcho und seiner Messiasbewegung auftrat, sondern im Gegenteil ein großer Verehrer und, 1 Kaufmann, Aus Heinrich Heines Ahnensaal S. 166 Anm. 1. 2 Kaufmann-Freudenthal 1. c. S. 287. . 3 W: Ring 1. c. S. 123. 4 Die Herkunftsorte sind: Bergheim (1), Bingen (2), Bonn (2), Duisbiirg (1), Düsseldorf (5), Emden (1), Essen (1), Karlsruhe (1), Kleve (2). Lengsfeld. (1), Neuwied (2), Trier (1), Wesel (1). .