Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 9)
- Language
- German
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selben 29. November־ und 1. Dezember, legte er die Prüfung ab; seine Disputation ל behandelte den. Wasserbruch (hyärocele).י Am 2. Dezember wurde;er privatim von Professor Günther promoviert* 1. Mehr, als hier angegeben, über die Letztgenannten zu erfahren, war mir leider nicht möglich2. Was die Vorbildung der. jüdischen Studierenden anbetrifft, so hat ein Teil yon ihnen sicherlich durch Privatunterricht sich die nötigen Kenntnisse zur Aufnahme in die Universität ■ verschafft. Bei Männern, die aus Häusern stammten, in denen weltliche Bildung frühzeitig gepflegt wurde, wie die von Geldern und Gompertz, ist dies natürlich. Aber wie bereits der Frankfurter Jonas Bonn uni die Mitte des 17.; Jahrhunderts die Gymnasien von Hadamar, Worms, Aschaffenburg und.Fulda besucht hat3, ,,um in humanioribus einige Fundamente zu legen“ und Juden in christliche Schulen in Kassel im 18. Jahrhundert zugelassen werden4, so sind die hier auf•״ geführten Studenten teilweise auf den Gymnasien in Duisburg, Koblenz, Moers, Neuwied im. Laufe des 18. Jahrhunderts vorbereitet worden. Mag diese Tatsache auch zu den Ausnahmen gehören, jedenfalls verdient sie festgehalten zu werden. Es wäre nun sehr interessant, wenn wirNäheres mitteilen könnten, wie das Leben und Treiben der jüdischen Studenten in der für sie so fremdartigen Umgebung, sich gestaltet hat. Leider schweigen, darüber die Quellen. Ob sie Anschluß an ihre Glaubensgenossen gesucht haben, von denen es während des 18. Jahrhunderts in Duisbürg nur etwa eine bis drei jüdische Familien gab?5 I. J. 1780 unterstützt der Magistrat das Gesuch des Moses David um Aufnahme seines Sohnes als ordentlicher Schutzjude, ,,weil er der einzige Jude in der Stadt wäre, der Nahrung treiben dürfe,, es aber der Universität wegen gut wäre, daß eine ,,Nahrung treibende“ Judenfamilie beibehalten werde, bei welcher die hier studierende Judenjugend ..... Unterkommen und gespeist werden könnte“6. Uebrigens befand sich unter den Studenten ein Duisburger Jude7. Wie sich das Verhältnis zu den anderen Studenten, gestaltete, darüber können wir ganz und gar nichts sagen. Zwischen den Professoren aber, insbesondere dem berühmten Leidenfrost und buches des Syndikats Stadtlengsfeld vom 1. II. 1809 bis 11. II. 1813 wurde er als Sohn des Rüben Spiegelthal im Juli 1792 in Stadtlengsfeld geboren (Mitt. d. Landrabbiners Dr. Wiesen-Bisenach). 1 Isaacus Rüben Spiegelthal Lengsfeldiensis Weimeranus tentamen subiit et examinatus est die XXIX. Novembris et I. Decembris, a facultate ad־ probatus. Consentiente Acad. senatu privatim promotus est, die II. Decembris MDCCCXVII a dn. collega Günther. Exhibuit disputationem de hydrocele (Album n. 553). 2 Nach dem alphabetischen Matrikel aus Zug der Universität Jena war, wie mir von dort mitgeteilt wird, ein Isaacus Rüben Spiegelthal in Jena nicht immatrikuliert. 3 Siehe J. Kracauer, Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. 2. Bd. (1.928) S. 269. 1. Siehe Lazarus, in der Festschrift zum 75jähr. Bestehen des Jüd.-Theol. Seminars II S. 265. 6 Siehe H. Averdunk, Geschichte der Stadt -Duisburg1894) ־) S. 741 ff. 6 Siehe. W, Ring, .1. c, S. 223 Anm. 2. . 7 Moses Samuel, .s. oben B. 123. .! . . . . ‘