Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
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118 eine allegorische Geschichte erzählen wollen, so erzählen wir sie auf diese Weise in allen Einzelheiten ohne Unterbrechung.. Dagegen ist die zehnte Gattung auf verschiedene Personen verteilt, die in ihr reden. Wenn wir z. B. eine Begebenheit erzählen wollen, erzählen wir nur die Worte,׳ die sie (die Personen) zueinander gesprochen haben; ihre Handlungen erwähnen wir in unserem Gedicht nicht, indem wir sagen ,,er tat so und so“, sondern wir lassen sie aus. Dies tun wir so, damit man bei der Geschichte, die sich auf verschiedene Personen verteilt, glaubt, daß die Darsteller jene Worte (sc. i|1rer Rollen) zum ersten Male sprechen. Ferner, wenn wir ein Zwiegespräch darstellen, schreiben wir nur die Worte jeder einzelnen Person und setzen darüber ihren Namen, ohne in unserem Gedicht die Ankunft, das;' Fortgehen oder die: Handlungen einer Person zu erwähnen.: Am Ende meines Buches wirst du, so Gott will, diese Gattung sehen können (d. h, ein Muster für sie) [bezieht sich auf das Drama ״Simson und Philister“, das Luzzatto als Muster in die Poetik aufgenommen hat]. Jüdische Studenten and Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Aufklärung. Von Adolf Kober in Köln. Während im 16. und 17. Jahrhundert deutsche J uden, um Medizin zu studieren, italienische oder holländische Universitäten aufsuchen mußten, werden sie mit der wachsenden Aufklärung seit dem Ende des17 ־. Jahrhunderts an einzelnen deutschen Universitäten als Studenten und seit dem 18. Jahrhundert auch zu den Prüfungen zugelassen. Wenn die nicht mehr nachprüfbare Angäbe — der Matrikelband der Universität Heidelberg aus d. J. 1662—1704 ist verloren gegangen1— des jüdischen Arztes Benjamin Levi Buxbaum in seiner Eingabe an den Frankfurter Rat, daß er 13 Jahre auf deutschen und italienischen Universitäten, wie Heidelberg, Wien, Siena, Pisa u. a. studiert habe, bevor er im Februar 1669 zu Padua zum Dr. phil. et med. promoviert sei2, richtig ist, dann hätte Heidelberg schon kurz nach 1650 jüdische Studenten gehabt., In der Zeit von 1724—1807 sind daselbst nach den Ausführungen Rieger's '20 Juden immatrikuliert gewesen3. In Marburg war der erste jüdische Dr. med. — Nathanäel Speyer aus Hoof in Niederhessen i. J. 17584. In der medizinischen Fakultät der Universität Gi e ßen wurden Abraham Heimans ,,Hebraeus ex Mannheim“ am 18. April 1698 ־— vermutlich nicht als erster Jude — und am 13. Dezember 1706 Meyer Löw aus Vetzberg immatri- 1 Auskunft des Archivs der Universität Heidelberg. a Siehe D. Kaufmann, Gesammelte Schriften III (1915) S. 297. 1 3 ,,Deutsche Juden als Heidelberger Studenten im 18. Jahrhundert“ in M. Philippson-Festschrift (1916) S. 183. 4 Auskunft des Preuß. Staatsarchivs Marburg.