Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 473 (sequence 3)
- Language
- German
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473 Königs zeit (vor allem der Zeit Davids und der übrigen jüdischen Könige) enthalte n1. Jerusalem. S. Klein. Michael Wilensky: 1 ,ספר הרקמה לד' ימה אצן גנאח. Teil, 208 Seiten, Akademie- Verlag, Berlin, 1928. Allen, die sich mit der hebräischen Sprache wissenschaftlich beschäftigen, bereitet M. Wilensky eine große Freude mit der Herausgabe eines kritischen Textes des ם׳ הרקמה“ Das Werk, arabisch Kitäb El-Lum’a, bildet den ersten, grammatischen Teil des Kitäb El-Tanqib, der Meisterschöpfung des vorzüglichsten hebr. Sprachgelehrten der spanisch-arabischen Blütezeit, Abulwalid Merwän ibn danach. Jehuda ibn Tibbon hat dem arabischen Original ein hebräisches Sprachgewand verliehen, dem man trotz der vom Uebersetzer vorausgeschickten Bemerkung, er wolle die Genauigkeit der Uebertragung bisweilen der Verständlichkeit des Inhaltes opfern, deutlich genug den Kampf anmerkt, den die Sprache mit einer neuen Wissenschaft liehen Disziplin und ihren methodischen Formungsmitteln ausficht. Hier erwächst dem Herausgeber die besondere Aufgabe, die Diskrepanz, die zwischen dem Text des J. T. und dem Original im einzelnen einerseits und der wissenschaftlichen Darstellungsweise des Autors und der uns geläufigen Art grammatischer Analyse und methodischer Explikation andererseits besteht, durch passende Erklärungen auszugleichen. Der von W. auf Grund der kollationierten Drucke und Manuskripte — von diesen sind es vier — edierte Text läßt im allgemeinen den von Goldberg und Kirchheim angenommenen Text des Sefer Ha-Rikma bestehen. Die Hss. Paris (1217 Verzeichnis Zotenberg) und Escorial stellen zumeist das Varianterimatefial. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt zweifelsohne in den gelehrten Anmerkungen des Herausgebers, die der Klärung der nicht geringen textlichen Schwierigkeiten dienen. Die unmerklichsten Anstöße, mit scharfer Beobachtungsgabe herausgefunden, weiß der Verf. durch Hinweis auf den arabischen Sprachgebrauch, durch Aufdeckung terminologischer Beziehungen zur wissenschaftlichen Sprachform anderer Grammatiker, durch literarische Notizen, die sich zumeist auf den philologischen Kleinkrieg beziehen, der jene Epoche von den ersten Anfängen methodischer Spracherklärung bis zur Auffindung der großen Bildungsgesetze der Sprache charakterisiert, aus dem Wege zu räumen. Die außerordentliche Belesenheit und Sachkenntnis läßt den Verf. kein irgendwie nennenswertes Erzeugnis der Fachliteratur jener Tage übersehen. Von Saadja bis Profiat Duran liegt ihm die Entwicklung der Spracherkenntnis in ihren sachlichen Details und literargeschichtlichen Einzelheiten offen. Daß zur Erläuterung daneben die Spracherklärungeri Chajjugs, auf die sich Abulw. ja direkt oder indirekt bezieht, und dessen eigene Deutungen aus dem Kitäb El- Uzzül und den früheren kleineren Werken eifrig herangezogen werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber auch die Sprache der Philosophen, zumal in der hebräischen Uebertragung des J. T., bietet ihm manche Winke und Stützpunkte. Den Texterklärungen Bachers u. a. weiß der Verf. überzeugend eigene Auffassungen entgegenzusetzen. Man hat bisweilen den Eindruck, als ob die Interpretationen etwas gesucht und hergeholt wären. Auch hätten die Bemerkungen zum sachlichen Material des Abulw. gegenüber der Fülle der Texterklärungen etwas reichlichcr ausfallen dürfen, wiewohl dies nicht zu den eigentlichen Aufgaben einer Textausgabe gehört. Bei למס Hi 614, das Simon b. Lakiscb nach dem Griechischen erklärt, möchte man das wahrscheinliche griechische Wort angeführt sehen. Z. Frankel, Einl. in den jerusal. Talmud, nimmt X1y.0QHunger an. Vgl. S. Krauss: Griech. und lat. Lehnwörter usw. Möglich wäre auch 7.c1׳pö; Kehle, Schlund. צחיח und סקים gesund und krank S. 9, N. 6 sind nicht solche Formen des Verbs, die nach der Regel oder gegen die Regel gebildet sind. Unter צחיח versteht der Araber solche Stämme, die ihre Stammbuchstaben durch alle Flexionsformen erhalten, die also kein w oder j als Stammlaut haben. Diese Bezeichnung wendet Abulw. auf die hebräischen Stämme an. —מלא ־ 1 Eine kleine Anzahl Exemplare der ,,Pal. Stud.“ sind noch beim Verfasser erhältlich.