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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 6 · p. Seite 472

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 472 (sequence 2)
Language
German
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472 mich’seit langem interessierende Frage, wie es zu der jüdischen Besiedelung Galiläas im hellenistischen Zeitalter kam, werde ich wenn möglich bald an einer anderen Stelle eingehen“; während Prof. Dalman-Greifswald den ,,Hinweis auf den jüdischen Charakter Galiläas für wichtig“ findet. Aus der Besprechung des 1. Heftes, die Dalman in der Theol. Literaturztg. veröffentlichte, führe ich die Sätze an: ,,Bei der Zufälligkeit der unter anderem Gesichtspunkt in der jüdischen Literatur mitgeteilten Notizen wird große Vorsicht geboten sein, wenn aus ihnen weiterreichende Schlüsse gezogen werden. Aber ohne Zweifel wird die jüdische Geschichte Galiläas aufgehellt.“ —Da zwischen dem Erscheinen der beiden Hefte etwa 4 Jahre liegen, so wird manches früher Gebotene später berichtigt. Zur Synagogeninschrift von Chorazin (die im Heft 4, S. 57 ff. besprochen wurde) sei jetzt auf die Arbeiten von Sukenik und Epstein im תרביץ Jahrgang I, Buch 1, S. 148 ff., Buch 2, S.135 ־ f. hingewiesen. Das hebräisch geschriebene Heft 3: מאמרים שיניב לחקירת א״י enthält mehrere Abhandlungen. Die zwei größeren sind: ,,Die Barajta der 24 Priesterabteilungen“, ,,Zippori“. Die übrigen befassen sich mit archäologischen und topographischen Fragen. Die Frage der Verwendung des Mosaiks bei den Juden Palästinas ist wichtig für die Zeitbestimmung der seit einigen Jahren an den Tag geförderten Mosaikinschriften der Synagogen Galiläas und Judäas und jetzt auch Gerasas im Ostjordanlande (vgl. zur letzteren das von mir erstattete Referat in den Mitteilungen von ציון I, Heft 2). Der Geschichte des jüdischen Ostjordanlandes ist Heft 3 gewidmet (עבר הירדן ד\ד.ודי), wo der Nachweis geführt wird, daß es auch im Osten des Landes seit der Perserzeit bis tief ins Mittelalter hinunter jüdische Gebiete oder Siedlungen gab. (Das auf S. 64 bezüglich des Berichtes von Benjamin aus Tudela Gesagte muß ich jetzt als nicht stichhaltig erklären.) Die Abtrennung des Ostjordanlandes vom eigentlichen Palästina, wie sie inderMandats- Verwaltung an den Tag tritt, ist also geschichtlich unbegründet. Einige in dieser Arbeit berührte Punkte werden ergünzt und zum Teil berichtigt im 1. Heft des II. Bandes: .,Das tannaitische Grenzverzeichnis Palästinas“ (Sonderabdruck aus Hebrew Union College Annual V), in.welchem die bekannte Barajta im Sifre Ende עקב (und Parallelstellen) mit Zuhilfenahme neuen handschriftlichen Materials und der einschlägigen halachischen Stellen des Talmuds neu bearbeitet wird (vgl. jetzt auch Guttmann: ארץ ישראל במדרש ובתלמוד S. 12 und dazu S. 149). Es wird der Nachweis geführt, daß die Grundlage des Grenzverzeichnisses der Zeit Herodes‘ angehört, wo die Besiedelung größerer Grenzgebiete Galiläas und des Ostjordanlandes die vom Standpunkte des Thoragesetzes wichtige Feststellung der Grenzen des Landes Israels erheischte. Es handelt sich also nicht um politische, vielmehr um religionsgesetzliche Grenzen, deren Kenntnis jedoch auch für die tatsächlichen Siedelungsverhältnisse von Wichtigkeit ist. Des II.. Bandes 2. Heft (SA. aus Jeschurun 1929) bespricht (unter dem Titel ,,Zur Midrasch- und Palästinaforschung“) vor allem einige Stellen von Bereschit Rabba (76 § 5; 33 § 4, vgl. b. Sanhedrin 108a) und weist einige Fehler der Lexikographen hei der Erklärung der betreffenden Namen nach. Im pal. Targ. zu Num 2229, 3237 wird der aramäische Name von Capitolias — ב־רישא erkannt. — Heft 3 und 4 (hebr.) enthalten Beiträge zur Kenntnis der jüdischen Namengebung in mischnisch-talmudischer Zeit: לחקר השמות והכנויים (S. A. aus der in Tel-Aviv erscheinenden sprachwissenschaftlichen Zeitschrift לשמני I, 325—350; II, 260—272; dazu Hareuweni ebd. II, 41 ff.). Es wird an zahlreichen Beispielen nachgewiesen, daß besonders gegen Ende der Tempelzeit die Cognomina (בנויים) überaus gebräuchlich waren, wogegen die Lehrer des Volkes — wie es scheint erfolglos — Stellung nahmen. — Das letzte Heft 5 dieses Bandes מחקרים בפרקי ודחם שבספר דבדי־־הימים (Jerusalem 5690, 52 S.) enthält Studien über die genealogischen Verzeichnisse des Chronikhuches (vgl. schon MGWJ 1926, 410—416), wobei folgende Fragen besprochen werden:!. Grundsätzliches; 2. Die geographischen Namen in den Listen; 3. Zur Erklärung von Kap. 2 und 4 von I Chron; 4. Zeitbestimmung der Listen; 5. Die Listen in Kap. 5, 7 ff. Drei Anhänge besprechen hierhergehörige Stellen der talmudischen Literatur. Ich glaube in dieser Abhandlung den Nachweis geführt zu haben, daß die von der neueren Kritik als völlig (oder zum Teil) wertlos hingestellten Listen der Chron. überaus wertvolles geschi c.:h tlichesund topographisches Material aus der

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