Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 3)
- Language
- German
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392 ein geringer Teil aas der Schule Ismaels sei. Diese ■Relativitätstheorie wird vom Verf. hinreichend ־und überzeugend begründet. Allerdings stimmt ■es. nicht ganz, daß in Jerusch.. Joma VIII 3 R. Ismael nicht erwähnt wird (S. 135). Kapitel 5 uird 6 behandeln die Quellenscheidung in den halach. Midraschim und die Fragment-Midraschim. Endergebnis ist, daß es 3 Gruppen halach. Midraschim gibt: I. Mech. und Sifre Num., II. Sifra und Sifre Sutta, III. Sifre Deut, und Mech. de R. Simon. An den Ergebnissen, zu denen Albe ck gelangt, wird wenig zu ändern sein. J. Krengel. Ermanno Loevinson: Gli israeliti dello Stato Pontifico e la loro evoluzione politico sociale uel periodo del Risorgimento Italiano fino al 1849. Sonderabdruck der ״Rassegna Storica del Risorgimento Italiano“. Fase. 4. 1929, Roma. Societä Nationale per la Storia del Risorgimento Italiano. Um die Erforschung der Geschichte der Juden in Rom haben sich ganz besonders deutsche Gelehrte verdient gemacht. Wir erwähnen A. Berliner: Geschichte der Juden in Rom (Frankfurt/Main 1893), H. Vogelstein und P. Rieger: Geschichte der Juden in Rom (Berlin 1895/6), und auch Loevinson, seiner Herkunft nach Deutscher, hat jüngst durch seine Roma Israelitica (Frankfurt/Main 192ל) einen weiteren wertvollen Baustein geliefert (vgl. dazu die Besprechung des Referenten in der MGWJ 1928, Heft 3/4). Mit der vorliegenden Schrift gibt Loevinson neues Material für jene Jahre römischer Geschichte, die zwischen dem.Wiener Kongreß und dem Jahre. 1849 liegen, also jener Zeit, die nach der vorübergehenden Erhellung im Zeitalter Napoleons noch einmal eine Zeit der Reaktion über diejenigen Teile der italienischen JudenheR legte, die unter den Krummstab zurückgezwungen wurden. Dem Verf. erschlossen sich für seine Arbeit Archive, die auch fernerhin reiche Ausbeute. für die Geschichte der Juden Italiens versprechen dürften. Man nennt jene Epoche die Zeit der italienischen Erhebüng, und es dürfte von Interesse sein, den Anteil der Juden auch für die anderen Teile Italiens in ähnlicher Weise zu untersuchen. Im damaligen Kirchenstaat befanden sich 1842 12 00ל Juden. Besonders interessante Dokumente, die hier mitgeteilt werden, sind Beschwerdeschriften österreichischer Diplomaten, an die sich die Juden Roms mit der Bitte um Vermittlung beim päpstlichen Stuhle wandten. Auch die Antworten des Kardinals Gonsalvi werfen Licht in die damaligen Verhältnisse der römischen Juden. Man war sich der veränderten Situation, die das napoleonische Zeitalter auch für die Juden gebracht hatte, durchaus bewußt, wenn man auch nicht gewillt war, so weit in der Gewährung der Freiheiten zu gehen, wie es jene Epoche getan hatte. Der Papst Leo XII. wird von Loevinson sogar als Antisemit bezeichnet. Schlechter mag die Lage in denjenigen der päpstlichen Jurisdiktion unterstellten Orten gewesen sein, die fern von der Hauptstadt lagen. Ganz interessant sind , auch die Namenslisten der fremden Juden, die sich in jener Zeit in Rom aufhielten. Besonders unliebsam scheint sich nach den Akten ein Stockholmer Jude, namens Lamm, aufgeführt zu haben. Als Jude französischer Staatsangehörigkeit wird ein Mann namens Isidor Schlesinger aufgeführt. Es wäre interessant zu erfahren, auf welchem Wege dieser schlesische Name und sein Träger über Frankreich nach Italien gelangt sind.; Während der Jahre 1848/49 dienten in der Armee des römischen Staates 346 Juden, wobei Loevinson nur die rechnet, die er nach den Namen, als unbedingt jüdisch ansehen zu müssen glaubt. Ihre Zahl ist aber offenbar noch größer gewesen. Die Zahl der Juden in diesen Befreiungskriegen ist außerordentlich hoch, es erklärt sich dies aus der Tatsache, daß die römischen Juden ganz besonders an einer Aenderung der Zustände in fortschrittlichem Sinne interessiert waren. Die sorgsame auf genauer Archivkenntnis beruhende Schrift des Verfassers läßt uns auf weitere Beiträge von ihm.auf diesem Gebiete erhoffen. Breslau. Dr. Willy Cohn. Materialien zur Geschichte der Juden in Italien. Uralt sind die jüdischen Niederlassungen in Italien, fest verwurzelt die italienischen Juden zugleich in der Kultur des Landes und in jüdischer An-