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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 341

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Bemerkungen zu Jesaja
Date
1930-01-01
Page
Seite 341 (sequence 2)
Language
German
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Teil der Erklärer angenommen wird, mit einem Dank für Vermehrung des Volkes und Erweiterung seiner Grenzen, worauf dann in V. 16—18 ein Rückblick auf früheren Notstand folgte, noch, wie andere meinen, mit einer Fortsetzung des ,,Rückblicks“, sondern, der Situation gemäß, mit dem Aufschrei zu Gott, er habe nun dem Volk — an Leiden! — ,,noch zugefügt“, indem er es ,,fernbrachte nach allen Enden der Erde“1; aber — so schließt sich V. 16 zwanglos an — ,,in der Drangsal suchen sie dich auf: Zauberzwang ward deine Züchtigung ihnen!“ Nun folgt V. 17 f. das Bild von der Windgeburt: Wir haben erkannt, daß wir hier aus Eignem nichts vermögen. Nur Gott selber vermag das Tote auferstehen zu lassen, Israel ein neues Leben zu schenken. ,,Denn dein Tau ist ein Tau der Lichtkräfte: aufs Land (1. ולארץ) der Gespenster lasse (ihn) niederfallen!“ Es wird also durchaus nicht erklärt, die Erde werde die Schatten ,,ans Licht bringen“ (Guthe) oder ,,gebären“ (Duhm), wie hier überhaupt nicht von individueller Auferstehung geredet wird. Vielmehr wird den ,,ohne Wiederbelebung“ toten Gewaltherren Israels, die zu ,,Gespenstern“ ,,ohne Auferstehn“ geworden sind (V. 14), die kommende göttliche Wiederbelebung Israels gegenüber gestellt, dessen Land jetzt noch ein ,,Land der Gespenster“ scheint, aber vom Lichttau Gottes zu einem neuen Leben im Lichte erweckt werden soll. Wir erkennen in Jes 2619 den Urkeim von Ez 37. Daran schließt sich dann sinnreich das vierte Stück, in dem der Prophet das Volk zum Ausharren im ,,Versteck“ aufruft, ,,bis der Groll vorüberschritt“. Aus der Vergegenwärtigung des Gedankengangs ergibt sich eine von den herrschenden Hypothesen stark abweichende Folgerung für die Datierung. Nur in der Spätzeit des ersten Reiches gab es Versuche einer Befreiung von Babel, die sich als Windgeburten erwiesen. Der geschichtliche Hintergrund unseres prophetischen Tagebuchs ist die Situation nach einem mißglückten Abfall von ,,Weltburg“, auf den eine Deportation (in V. 15 hyperbolisch dargestellt), aber dann auch eine Atempause (V. 20) gefolgt ist, in der der Sprecher vor neuen Unternehmungen warnt und auf Gottes selbeigne Rettungstat harren heißt, — somit die Situation der ersten Regierungsjahre Zedekias. מום ההוא ופר׳ 272-6 Das so vielfältig mißverstandene Stück ist eine Wechselrede mit Chor, und zwar ein Neck-Dialog zwischen dem Weinbergsbesitzer, Gott, und dem Weinberg, Israel, mit Nachgesang der ,,herzugelcommenen“ Zeugen, der Völker. Am Text braucht, wenn man nur in V. 2 mit LXX und Trg חמד liest, in V. 4 mit LXX und Syr חמה vokalisiert, nichts weiter geändert zu werden. In dem ersten Weinberglied (5r7), einem Monolog mit Vorgesang, berichtete der Besitzer von der bittern Enttäuschung, die ihm sein 1 Von den Neueren hat diese letzteren Worte mir Ehrlich — der aber die ersten emendieren zu müssen glaubt — richtig* verstanden, vgl. seine ,.Randglossen“ IV 93.

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