Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 20)
- Language
- German
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340 Torczyner in Artikel (S. 1612) erfreulicherweise die Dichtung aus sprachlichen und literarischen Gründen eher als vorexilisch anerkennen will — wodurch indirekt, da in Hiobs Reden zahlreiche, vom Dichter bewußt benutzte ironische Zitate aus Psalmen und Proverbia enthalten sind, das höhere Alter dieser Bücher gestützt wird. Bemerkungen zu Jesaja. Von Martin Buber. (Fortsetzung) יספת לנוי ה' וכר' 2615-19 Wenn man V. 18 mit 269, sowie mit 13n zusammenhält, ergibt sich, daß an diesen (und wohl auch, an anderen) Stellen תבל als ,,Symbolwort“ für ב^ל steht und. Babylons weltbeherrschende Bedeutung ausdrücken soll, also etwa mit״Welt bürg“ wiederzugeben ist. So ׳wird der schwierige Vers durchsichtig genug: ישועות ist weder ,,Wohlstand“ noch ,,Heil“, sondern wie gewöhnlich die Befreiung aus feindlichem Joch, von der gesagt wird, daß sie von denen, die ״Wind gebaren“, ungetan blieb, und parallel damit geht das Schlußglied des Verses, das nicht eine in der Tat äußerst ״künstliche“ (Duhm) Umschreibung einer Mitteilung über unzulängliche Bevölkerungszunahme enthält, sondern die Feststellung, daß Babel ungefällt geblieben ist, daß die Fremdherrschaft fortdauert: ,,Wir waren schwanger, wir wanden uns, und wie wir gebaren, wars Wind: Befreiung am Lande blieb ungetan, ungefällt die Sassenschait Weltburgs.“ Dies ist die Situation, von der aus das Lied 2612-19 zu verstehen ist. Es ist das dritte von vier Stücken eines prophetischen Tagebuchs, das sich von seiner Umgebung durch den persönlichen Ton und das Einzel-Ich, das zuerst Gott, dann das Volk anredet, abhebt. (Mit dem Danklied V. 1—6, das der Zeit nach der vollzogenen Befreiung zugedacht ist, ist es nicht zu verbinden.) Das erste Stück (7—10) ist keineswegs ״Dank“ und ,,Rückblick“ (Kittel), sondern spricht einfach und unmittelbar die Sehnsucht des Sprechers nach dem Gericht Gottes über das ungerechte Weltreich und nach der eben darin, im kommenden Gericht, erwarteten göttlichen Offenbarung (ה״ TTO ילאה) aus. Das zweite (11—14), das an das Zu-sehen-bekommen von V. 10 mit dem Nicht-hinschauen-wollen von V. 11 anknüpft, stellt die ersehnte Gottestat in den Zusammenhang der Geschichtserfahrung Israels ein: Alle Erdenherren, die uns — deren einziger Herr du, Gott, bist und bleibst — meistern wollten, hast du heimgesucht, ausgetilgt, zu ״Gespenstern“ gemacht. Die Motivworte ״Tote“ und ״Gespenster“ nimmt das dritte Stück auf, wie das des ״Heimsuchens“ das vierte (nebenbei gesagt, ist die Komposition des Buches Jesaja nicht zu erfassen, wenn man sich nicht mit diesem Prinzip der Wiederaufnahme von Motivworten von Stück zu Stück vertraut macht.) Dieses dritte Stück nun — das alles andere eher als ״unbehiläich angelegt“ (Duhm) ist — beginnt durchaus nicht, wie von dem einen