Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zu Ibn Esras Exoduskommentar [Nachricht]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 3)
- Language
- German
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309 daß selbst, wenn das Wörtchen עיר stehen bliebe, man noch immer nicht ans dem Schlußgedicht herauslesen kann, daß I. E. einen neuen Pentateuch- Kommentar geplant habe. Aber selbst angenommen, daß I. E. in diesem Gedicht die Absicht geäußert hat, noch neue Kommentare abzufassan, ließe sich gegen die Echtheit des Datums nichts einwenden. Warum soll denn nicht I. E. wenige Monate vor seinem Tode schriftstellerische Pläne gehabt haben? Hat denn I. E. seinen Todestag vorausgewußt? Hat Herr F. wirklieh noch nie von Gelehrten gehört, die im greisen Alter noch neue Arbeiten beginnen? Die Frage des Herrn F., welche Bücher denn I. E. im Jahre 1167 noch kommentieren wollte, da doch damals bereits Kommentare zu der ganzen Bibel von ihm Vorlagen, ist mir einfach unbegreiflich, als ob F. nicht wüßte, daß I. E. — selbst nach der Ansicht von F. — den Pentateuch doch mindestens zweimal kommentiert hat. Im übrigen habe ich ja den Grund für diese Wiederholungen in meiner Besprechung deutlich genug angegeben. 4. Die Folgerung des Herrn F. ist nicht richtig. Aus den Worten: וחסרי דעת הלשון חשבו, שראויה ואת המלה להבתב ביוד gellt keinesfalls hervor, daß I. E. damals keine ספרים kannte, in denen .תיעשד mit יוד geschrieben ist. Ihm kommt es hier in erster Reihe darauf an, daß diese Lesart nicht richtig ist. Diese Ansicht vertritt er aber auch im langen Ex.־Kommentar, indem er sagt ואם יש שם יוד היא מלה זרה. Wo ist hier I. E. in seiner Ansicht ,,wankend“ geworden? Im übrigen ist die Stelle im langen Kommentar nicht ganz klar. Zuerst spricht er davon, daß er selber die ספרים gesehen hat, in denen תיעשה mit יוד geschrieben ist. Kurz darauf sagt er aber והכלל אם יש שם יוד was doch nur bedeuten kann, daß er selbst die ספרים nicht gesehen hat. 5. Zu diesem Punkte kann ich leider auch hier nicht Stellung nehmen, weil beide angeführten Stellen im höchsten Grade unklar sind. 6. Hier scheint Herr F. selbst die Unhaltbarkeit seines Beweises eingesehen zu haben, sonst hätte er zu der von mir aufgezeigten Schwierigkeit Stellung nehmen und uns erklären müssen, wie I. E. in seinem Ex.-Kommentar, der bereits 1153 vollendet war, auf die Einleitung verweisen konnte, die er erst 1156 begonnen hat. Auf die Lösung dieses Rätsels war ich ganz besonders gespannt. Leider hat es Herr F. vorgezogen, darüber zu schweigen. Schade! Solange es Herrn F. nicht gelungen ist, die von mir aufgewiesenen Schwierigkeiten zu beseitigen, wird man leider gezwungen sein, auch weiter seine These über die Abfassungszeit der Pentateuchkommentare von I. E. als eine bloße Hypothese zu betrachten. Gleiwitz. S. Ochs. Besprechungen Altsinaifisclie Schrift und Inschriften. Die seinerzeit von Flinders Petrie auf der Hochfläche Serabit־el Chädem zurückgelassenen Stelen sind jetzt dank einer von den Professoren K. Lake und R. P. Blake geleiteten Sinai-Expedition der Harvard- Universität den Forschern zugänglich gemacht. L. und B. veröffentlichten einen Bericht ,,The Rediscovery of the Inscriptions“ in The Harvard Theological Review, Bd. XXI, 1928, Nr. 1, S. 1—8. Auf Grund der Besichtigung des Materials im Aegyptischen Museum in Kairo veröffentlichte Prof. Butin in demselben Heft des HTR (S. 9—67) seine Arbeit ,,The Decipherment and significance of the Inscriptions“. Unter Bezugnahme auf seine in Kairo gemachten Beobachtungen und auf sein im Jahre 1923 veröffentlichtes Buch ,,Althebräische Inschriften vom Sinai. Alphabet, Textliches, Sprachliches mit Folgerungen“ veröffentlicht jetzt Prof. H. Grimme seinen Band ,,Die altsinaitischen Buchstaben-Inschriften“, Berlin, Reuther und Reichard, 1929. Viele der in Gr.s neuestem Werk aufgestellten Behauptungen finden ihre Begründung im Buch vom Jahre 1923; wir wollen der Kürze wegen dieses mit AH, den jetzterschienenen Band mit AS anführen. , ,,Als gesicherte Tatsache kann gelten, daß die Zeichen ,der Sinaischrift einzig|und allein an die ägyptische Schrift anknüpfen. Aber darum ist jene