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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zu Ibn Esras Exoduskommentar [Nachricht]
Date
1930-01-01
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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307 Auffassung als eine, die er in vergangenen Zeiten noch hatte, aber jetzt nicht me h r. Es unterliegt keinem Zweifel, daß I. E. das Sefer Haschern in Beziers (3ךךש) verfaßt hat. Das bezeugt er selbst in dem Widmungsgedicht, welches er dem Werke vorausschickt. Dort heißt es: "בשם אחד יסוד כל האחרית קרא מודות בסוד השם יסודים לאברהם בנו מאיר בקרית בדרש חברו לשני חסידים לאברהם בכו חיים גביר דור ויצחק בן יהודה שר יהודים." Nun wissen wir, daß I. E. um 1148 in Beziers war; denn in diesem Jahre verfaßte er dort seine astrologischen Schriften1. Demzufolge muß auch das Sefer Haschern um das Jahr 1148 geschrieben worden sein2. Und da er in diesem Werke, das, was er im kurzen Kommentar geschrieben hat, als in vergangenen Zeiten gedacht bezeichnet, ergibt sich, daß der kurze Kommentar nicht knapp vor seinem Tode, 1167, sondern unbedingt lange vor 1153 verfaßt wurde, wogegen der lange Kommentar erst 1153 fertig wurde3. 6. Die Bemerkung O.s zu Punkt 6 ist eng verknüpft mit der Frage, ob I. E. zum Pentateuch zwei oder drei Kommentare geschrieben hat. Da ich diese Frage in meinem Artikel 4?באיזו שכה מת רבנו אבר הב אבן עזרא ausführ־ lieh behandelt habe, will ich sie nicht noch einmal aufrollen. Umso weniger, als ich ohnedies zur Genüge bewiesen habe, daß meine Argumente durch Herrn Dr. O.s Widerlegungen nichts eingebüßt haben. Für die Verbesserungen an meinem eigentlichen Werke bin ich Herrn Dr. O. Dank schuldig, insbesondere für die Bemerkungen zu Ex 420, 53, 1526, 3419, welche ich mit besonderer Freude annehme. Auf die anderen Bemerkungen will ich gelegentlich zurückkommen. Timisoara. Leopold Fleischer. Obwohl es durchaus begreiflich ist, daß Herr Fleischer seinen Standpunkt bezüglich der Abfassungszeit der Pentateuchkommentare von I. E. gegen die von mir gemachten Einwendungen zu verteidigen sucht, ist die Art befremdlich, in der er das tut; um so mehr, als Herr F. als ein ernster Forscher und gründlicher Kenner der Ibn-Esra-Literatur bekannt ist. Herr F. hätte die selbstverständliche Pflicht erfüllen müssen, auf alle Stellen und Argumente einzugehen, die von der Gegenseite angeführt wurden. Indes hat er nur das Nebensächliche bedacht uud mit Stillschweigen die wichtigsten Stellen aus I.-E.-Schriften, die gegen seinen Standpunkt sprechen, und einige wesentliche Punkte meiner Besprechung übergangen. Dadurch erweckt er den Eindruck, als ob ich ohne gewichtige Gründe und nur in der Absicht zu widersprechen seine These abgelehnt hätte. Angesichts dieser Situation halte ich es im Interesse der Sache für unbedingt erforderlich, bevor ich zu den einzelnen Punkten der Erwiderung Stellung nehme, die beiden sich gegenüberstehenden Ansichten in wenigen Worten darzulegen. Fleischer behauptet, daß I. E. nur zwei Pentateuchkommentare verfaßt hat, und zwar einen , ,langen£S, von dem nur der Exodus-Kommentar erhalten ist, und einen kurzen, zu dem die gangbaren Kommentare zu Gen, Lev, Num und Deut und der zum ersten Male von Reggio .1840 herausgegebene Ex.- Kommentar gehören. Den kurzen Pentateuch-Kommentar soll I. E. — im Gegensatz zu der Annahme aller I.-E.-Forscher — noch vor dem Jahre 1148 vollendet haben, während er den langen erst im Jahre 1153 abgefaßt habe. Die Beweise Fleischers für seine These habe ich in meiner Besprechung seiner Arbeit ausführlich behandelt. 1 Die Quelle dieser Angabe zitiert O. selber in seinem lehrreichen Artikel: ״Die Wiederherstellung der Komm. I. E.s“ (MGWJ 1916, S. 194, A. 7). 2 In Beziers hat sich I. E. höchstens sechs Jahre aufgehalten. Denn im Jahre 1147 war er noch in V e r 0 n a (S. Sefer Haibbur, S. 8b, 9a) und 1153 schon in D r e u x. (S. Ex. lang. Komm. 122 und meinen Artikel "אברהט אבן עזרא ומלאכתו הספרותית בצרפת“, welcher in מזרח ומערב erscheinen wird.) 3 S. oben Punkt 2. 4 256—245 s. ״מזרח־ומערבד תרפ״ט. 20*

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