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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 260

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Pluralbildung im Hebräischen
Date
1930-01-01
Page
Seite 260 (sequence 2)
Language
German
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260 Diese Endung alim also, im Hebräischen auf das Substantiv und zum Teil auch auf das Zahlwort beschränkt, ist jedoch im Arab. — wenn man zunächst von an (ana) im Status absolutus absieht — als aln (aini) auf jede beliebige Zweizahl ausgedehnt. Nichtsdestoweniger liegt meines Erachtens die Vermutung nicht ferne, daß die Dualform im Semitischen nur eine alte Pluralbildung darstellt. Daraus würde sich auch erklären, daß die Dualform im Hebräischen in Wörtern, die Körperteile bezeichnen, meist anzutreffen ist. Ursprünglich wird dies wohl die einzige Pluralbildung gewesen sein. Eine Differenzierung derselben in Plural- und Dualformen mochte erst nachträglich auf gekommen sein (s. w.). Daß dies der Fall gewesen war, könnte vielleicht daraus hervorgehen, daß wir in (Ri 515), חלוני (Jer 2214), ידי (Ez 1318) noch die alte unerweiterte Pluralbildung ai vor uns haben1, die auch in der Flexion der späteren Pluralformen 7ים und!"VT erscheint: עיני ♦ עינים usf., aber auch לי : פרים© usf., JfnS : דלתי© usf. In dieser auffälligen Erscheinung den Einfluß ,,der so oft gebrauchten Duale der Körperteile'2׳ zu sehen, geht meines Erachtens nicht ah. Dagegen spricht die Tatsache, daß die Zahl der als Duale vorkommenden Körperteilnamen nicht groß war und ihr Gebrauch in den flektierten Formen im täglichen Leben nicht besonders häufig gewesen sein kann. Es ist daher kaum anzunehmen, daß diese ziemlieh seltenen Formen Vorlage zur Analogiebildung der ungleich häufigeren Pluralform gewesen sind. Die Endung a/1/n, von den Körperteilnamen ausgehend, müßte vielmehr zur Erklärung der Pluralbildung ־ים im allgemeinen aber auch in anderer Weise herangezogen werden. Die Bezeichnungen der Körperteile gehören wohl in der Sprach־־ entwicklung zum ältesten Bestand des in Ausbildung begriffen gewesenen Wortschatzes und stellen vermutlich auch die ersten Objekte der Zahlbegriffe überhaupt dar. Dafür spricht, daß viele Sprachen im Numerale das Dekadensystem aufweisen, welches durch die Zehnzahl der Finger begründet erscheint. Daher dürfte auch die Pluralendung der proportionierten Körperteile den Ausgangspunkt für die Pluralform im allgemeinen gebildet haben. Ebenso wie beispielsweise עז3ים ursprünglich ,,Zähne“ (ohne Andeutung der Zweizahl) und ״ ארבע רגליבוvier Füße“ (nicht etwa 4 Fußpaare!) bedeuteten, so wird auch etwa der alte Plural von סוים wohl סוסים gelautet haben. Hier wie dort fiel das sekundäre ם in der Flexion ab, so daß sie dann סוסי ,לגלי ,#*?י usf. lauteten3. Allgemein scheint die Ursprache keine Numeri zu kennen, sondern nur den Begriff der Einheit im Gegensatz zu dem der großen 1 Ob auch die Gottesnamen *די ,(אד1ני ־־) »לג$ hergehören, bleibe dahingestellt. 2 Bauer-Le ander, Gram. § 64 f. und vgl. Br. GR I, § 242d. 3 Vielleicht lassen sich die masoretischen Wortformen חמלתים (Ri 1516), 11) ח^מורדם Kn 254 u. ö.), לחידם (Ez 275) und dergleichen als pleonastische Erweiterung durch die vorherrschende Plüralendung ־ים erklären.

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