Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wortspiele im Pentateuch
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 4)
- Language
- German
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197 ruhenden Konjekturen1, wie חלפה in פלחה Ri 526, מעדנות in מצנדות I Sam 1532, לבקר in לקרב II Kön 1615 u. a. nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen, während die Umstellung von לחם לחמתים Ri 530 gemäß Ri 1516 in חמל חמלת״ם deshalb weniger einleuchtet, weil an jener zweitgenannten Stelle ein witziges Wortspiel mit dem vorhergehenden בלחי החמל, wie schon Ibn Esra in seinem Bibelkommentar zu Gen 225 bemerkt, beabsichtigt ist.) Auch die Erklärung des Wortes כלוב durch Hinweis auf <J) 1814 וירכב על בלוב läßt auf eine solche Buchstabenumstellung schließen (Chagigah 13b). (Ebenso will Ben-Sew, Wörterbuch, in פלכת eine Umstellung von כפרת finden.) In Sabb. 22b werden von einem R. Jochanan die bekannten Worte aus Dan 525 מנא תקל ופלפין umgestellt zu אנם לקת ניסלפו, und Sabb. 104a (s. auch Jalkut zu 392 § כי תשא) heißt es: כתב שבלוחות נקרא מבפנים ונקרא מבחחן כגון: נבוב - בובנ, רהב — כהר׳ סלו — 1לם. Schwer verständlich neben der Bedeutung dieser umgestellten Worte an beiden angeführten Stellen bleibt namentlich im letzteren Falle, weshalb die Beispiele nicht, wie man dies erwarten sollte, aus den ,,Luchothff selbst entnommen wurden (was auch Raschi auffallend ist, ohne eine Erklärung dafür zu finden: לא חיו בלוחות, אלא תיבות בעלמא נקט), zumal doch gerade aus den Worten der ,,Gesetzestafeln“ eine solche angegebene Fähigkeit des ,,von beiden Seiten Lesenkönnens“ nachgewiesen werden sollte. Hier sei noch einer merkwürdigen Stelle Erwähnung getan, die nur bei Annahme einer Buchstabenumstellung und der dadurch erzielten äußerlichen Klangähnlichkeit die dortselbst be~ absichtigte Beziehung zwischen zwei Bibelversen erklärlich erscheinen läßt. An jener Stelle, Jalkut zu 161 § ויחי, heißt es nämlich: בבקל יאכל עד וה שאול דכתיב ושאול לכד את המלוכה. Hier soll offenbar neben dem tieferen Sinn der beiden angeführten Stellen auch auf ein Wortspiel zwischen den Worten יאכל עד (beide Worte bei Eliminierung der Anfangssilbe in eines zusammengefaßt: כלצד) und לכל (umgestellt in כלד) hingewiesen werden. Urkundliches über jüdische Handwerker in Mähren. Von Heinrich Flesch in Dolni Kounice. Zweck dieser Studie ist, ein bisher völlig unbekanntes Gebiet innerhalb der Geschichte der Juden in Mähren im 17., 18. und dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts zu erschließen. Neuland betreten wir, die Quellen fließen spärlich und an einschlägiger Literatur fehlt es gänzlich. Deshalb bietet diese Skizze nur ein unvollkommenes Bruchstück, einen geringen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Juden in Mähren. Allein einen Baustein zu dieser Geschichte wird sie dennoch darstellen. Erforscher der Wirtschaftsgeschichte werden darin einige Anregung finden, das fortsetzen, was ich begonnen; neue Quellen erschließen, Lücken ausfüllen und Fehler verbessern. 1 Sie finden sich bei Grätz B- I und II in diversen Fußnoten vor.