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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1929
Date
1930-01-01
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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157 bringt, was der verewigte Autor beabsichtigt hat. Wir gehen uns der Er- Wartung hin, daß dieser Hinweis auf, die beschämende Vernachlässigung des gediegenen jüdisch-wissenschaftlichen Buches gerade durch die Fachkreise genügen wird, diesem Umstand abzuhelfen und den Absatz unserer Werke wieder zu heben. Das erscheint uns umso dringlicher, als wir gerade jetzt den vor 25 Jahren aufgestellten Arbeitsplan für den ,,Grundriß einer Gesamtwissenschaft des Judentums6‘ einer gründlichen Durchsicht unterzogen, für die einzelnen Teile dieses Werkes neue Mitarbeiter gewonnen haben und mit dem Druck weiterer Bände zu beginnen beabsichtigen. Wir werden die Intensität unserer Veröffentlichungen von den Eingängen aus dem Bücherverkaufe abhängig machen müssen, um so mehr, als unser Verleger uns mit einer Entziehung des bisher von ihm gewährten Kredits droht und wir ihm angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland nicht ganz unrecht geben können. Unsere Mitglieder werden es in erster Reihe zu tragen haben, wenn die Ge- Seilschaft nicht mehr in der Lage ist, im bisherigen Umfange und zu den bisherigen Preisen zu publizieren; sie haben es aber in der Hand, den gegenwärtigen Zustand zu ändern und für einen regeren Absatz der Veröffentlichungen der Gesellschaft Sorge zu tragen. Außer dem soeben erwähnten Werke von Hermann Cohen haben wir im Jahre 1929 die Schrift von Jacob Obermeyer: ,,Die Landschaft Babylonien. Geographie und Geschichte nach talmudischen, arabischen und anderen Quellen“ veröffentlicht, über die uns bereits einige sehr günstige Besprechungen in Zeitschriften des In- ־und Auslandes vorliegen. Ferner ist vor wenigen Wochen die 2. Auflage des 2. Bandes von Martin Philipps 0 n: ,,Neueste Geschichte des jüdischen Volkes“ ausgegeben worden. Endlich können wir mitteilen, daß der Text der Me c h i 11 a nunmehr vollständig ausgedruckt ist, und daß auch alle Vorbereitungen dafür getroffen sind, die letzte Lieferung und damit das vollständige Werk baldmöglichst in den Handel zu bringen. Wir haben ferner den 2. Halbband des ersten Teils der Germania J u d a i c a in den Druck geben können und dürfen damit rechnen, daß die Arbeiten daran bis zum Herbst d. J. beendet sind. Ferner wird im April d. J. der erste Teil des Siphre zu Deut, in den Druck gehen; die im Bericht für 1928 erwähnte, von der Preußischen Staatsbibliothek neu erworbene Handschrift hat sich als so wertvoll erwiesen, daß der Herausgeber genötigt war, seine ganze bisherige Arbeit umzugestalten. Ferner ist das Gesamtregister zur Monatsschrift weiter in Bearbeitung und macht befriedigende Fortschritte; es wird voraussichtlich 1931 in den Druck gehen können. Die Monatss chrift selbst ist im Umfang von 32 Bogen erschienen. Leider ist ihr ein treuer Mitarbeiter, Herr Harold M. Wiener, durch einen gewaltsamen Tod während der Augustunruhen in Jerusalem entrissen woraen. Wenn die finanzielle Lage der Gesellschaft, es gestattet, werden wir im kommenden Jahre darauf bedacht sein müssen, die äußere Gestalt der Monatsschrift zu verändern, den während des Papiermangels der Inflationszeit wenig ansprechend gestalteten Satzspiegel in eine schönere Form zu bringen. Der im letzten Bericht erwähnte Plan, an einer neuen Herausgabe des T hes aurus von Ben Jacob mitzuwirken, mußte von unserer Ge- Seilschaft wieder aufgegeben werden. Zwar hatte die Central Conference of American Rabbis durch ihren Vorsitzenden, Rabbi Dr. H. G. Enelow in New York, sich auf unsern Vorschlag hin in hochherziger Weise bereit erklärt, für mehrere Jahre die Kosten für die druckmäßige Vorbereitung des Manuskriptes zu tragen, aber eine sehr eingehende Prüfung des von dem verstorbenen Verfasser hinterlassenen Manuskriptes hat ergeben, daß dasselbe so erhebliche Lücken enthält, daß mit der Herstellung eines wissenschaftlich vollkommenen Werkes kaum gerechnet werden konnte. Uns eröffnete Aussichten auf Herausgäbe des Werkes durch einen hiesigen Verleger brachen zusammen. Die Central Conference of American Rabbis erklärte daher, die Verwendung ihrer Mittel für diesen Zweck nicht verantworten zu können, so daß die bereits begonnene Arbeit wieder aufgegeben wurde. Hingegen können wir schon heute berichten, daß die Central Conference of American Rabbis uns in dankenswerter Weise einen Betrag von Mk. 5000.— als Beihilfe zu den Kosten

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