Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 1)
- Language
- German
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146 Preußische Hochschulstatistik. Winterhalbjahr 1926/27 Deutsche Hochschulstatistik Sommerhalbjahr 192 8 —. Verlag von Struppe & Winckler, Berlin 1927 und 1928. Die beiden Hochschulstatistiken liegen uns vor und geben uns ein anschauliches Bild über die Entwicklung des studentischen Nachwuchses in Preußen und in Deutschland während der Semester 1926/27 und 1928. Besonders der voluminöse Band über die deutsche Hochschulstatistik für das Sommerhalbjahr 1928 läßt erkennen, in welchem Umfang der Andrang zum Hochschulstudium sich in den Jahren nach dem Weltkriege steigerte. Anschaulicher als Worte dies zu tun vermögen, wird die Entwicklung dadurch geschildert, daß man die Zahl der Studierenden des Sommersemesters 1913 gleich 100 setzt und für die folgenden Sommer- (S.) und Wintersemester (W.) die Indexziffern berechnet. Wir erhalten dann folgende lehrreiche Uebersicht, die alle deutschen Hochschulen betrifft. Hochschulgattung s. 1911 w. 1911/12 S. 1925 w. 1925/26 s. 1926 W. 1926/27 s. 1927 w. 1927/28 s. 1928 Universität. 100 99.79 108.21 106.43 117.29 116.13 131.11 130.21 151.17 Techn. Hsch. 100 106.26 189.14 201.84 193.27 196.50 186.61 197.71 187.25 Landw. Hsch. 100 122.03 178.82 — 151.05 148.86 143.54 — 127.15 Forstakad. 100 112.67 94.33 — 110.00 88.00 114.33 94.33 98.00 Tierärztl. H. 100 109.39 27.59 29.41 31.96 34.43 39.87 39.55 47.45 Bergakad. 100 103.81 146.59 — 124.15 114.70 100.79 93.57 79.00 Handels hsch. 100 108.78 222.73 — 208.17 206.95 199.08 — 190.38 Abgesehen von den kleinen Schwankungen zwischen den Zahlen für das Sommer- und Wintersemester sehen wir die Indexzahlen fast bei allen Hochschulgattungen von 1925 an stetig wachsen, die früheren Semester können wir nicht zum Vergleich heran ziehen, weil die Daten nicht lückenlos vorliegen. Bei den Universitäten haben sich die Hörer um mehr als die Hälfte seit 1911 bis 1928 vermehrt, bei den technischen Hochschulen fast verdoppelt, bei den landwirtschaftlichen Hochschulen sind sie über ein Viertel gestiegen, um bei den Hochschulen wiederum sich beinahe zu verdoppeln, nur bei den Forstakademien, tierärztlichen Hochschulen und Bergakademien sinkt ihre Zahl zwischen 2 bis 53 v. H. Da die Studenten bei den letzten drei Arten von Hochschulen keinen integrierenden Bestandteil der deutschen Studentenschaft bilden, so ist aus obiger Uebersiclit klar, daß als Ganzes genommen das akademische Studium in Deutschland nach dem Kriege eine neue beträchtliche Aufwärtsbewegung erfahren hat. Diese Erscheinung überrascht, wenn man bedenkt, wie die wirtschaftliche Lage Deutschlands infolge der Kriegstribute und der Kriegsnachwirkungen gelitten hat, aber sie findet ihre Erklärung darin, daß ganze Berufsstände, die vor dem Kriege eine bevorzugte Stellung inne hatten, diese Positionen verloren haben, wir verweisen nur auf das Militär als Berufsstand und die mit ihm zusammenhängenden Berufsarten, auf die Zurückdrängung des Adels aus hohen Staatsstellungen usw. Daß die Angehörigen dieser Kreise den .Hochschulen in höherem Maße als früher Zuströmen, diese Annahme kann wohl nicht von der Hand gewiesen werden, wozu noch kommt, daß das Berechtigungswesen selbst in dem demokratischen Deutschland weiter seine Blüten treibt, und auch das weibliche Studium sich wesentlich im Vergleich zur Friedenszeit erhöht hat. — Wie ist aber die Entwicklung bei den jüdischen Studenten verlaufen? Hier beschränken wir uns auf die Angaben für die preußischen Universitäten, die schließlich für ganz Deutschland ausschlaggebend sind. Der Besuch der andern Hochschulen — abgesehen von den Handelshochschulen — fällt für das jüdische Studententum nicht so sehr in die Wagschale. Es gab in Preußen jüdische darunter Studenten Ausländer darunter jüd. Studentinnen Ausländerinnen s. 1911 2232 789 207 s. 1925 1676 — 340 s. 1926 1796 , — . 372 s. 1928 2214 461 479 60 92