Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 104

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
Zum Machsor Jannai
Date
1930-01-01
Page
Seite 104 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829967-2829970-2835929--49633-2836015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

104 wenn der Korrektor bloß interpretierend zu denken wäre, indem er das ungewöhnliche רומה, natürlich mit absichtlicher Anspielung auf Rom (genauer Byzanz), übrigens auch biblisch belegbar (Mi 23), mit רום und רוממות verwandt, das etwa ,,Furcht vor der Hoheit“ (sc. Gottes) bedeutet — vgl. das englische a w e — mit dem üblicheren אימה verdeutlichen wollte? Dann hieße die Stelle: ״Rotte doch aus von der Erde das Königreich Duma und möge (Ehr)furcht fallen auf alle Völker“, — worauf der Schlußvers in deutlicher Anlehnung an Zeph 39 ausklingt: alle Völker werden dann mit reiner Lippe den Einen Gott bekennen. Bemerkungen zur Liturgie und Geschichte der Liturgie. (Zugleich Nachträge zu 1בשכמל״ו) Von V. Aptowitzerin Wien. I. Aufhebung des Brauches des täglichen Dekaloglesens im öffentlichen Gottesdienst. (SS. 97 und 112 des vorigen Jahrgangs.) Bei der nochmaligen Lektüre meines Aufsatzes nach seiner Veröffentlichung bemerkte ich in bezug auf die Zeit, in der der Dekalog aus dem öffentlichen Gottesdienste ausgeschaltet wurde, einen Widerspruch. S. 112 Anm. heißt es: ״Daher kann der Wiederherstellungsversuch, von dem R. Nathan berichtet, spätestens zu der Zeit erfolgt sein, da R. Nathan noch in seiner babylonischen Heimat weilte, also spätestens um die Mitte des zweiten Jahrhunderts; und schon zu jener Zeit war der Brauch des täglichen Dekalog־ lesens längst abgeschafft. Dies führt in den Anfang des zweiten Jahrhunderts nach Jabne, wo und um welche Zeit auch Birkath ha-Minim in das Achtzehngebet eingeführt wurde.“ Dagegen wird S. 97 vorausgesetzt, daß schon in den letzten Jahrzehnten des Tempelbestandes das tägliche Dekaloglesen im öffentlichen Gottesdienst außer Brauch gesetzt wurde. Auch bei älteren Forschern herrscht darüber keine einheitliche Auffassung. So heißt es bei Joel2: ״Damals zuerst wurde ins Gebet die Bitte eingeschoben, daß Gott die Verleumdungen der Minäer wirkungslos machen solle . . . damals traf man auch sonst kultuelle Aenderungen wegen der Einreden der Minäer, worunter recht charakteristische. Man schaffte das früher üblich gewesene Recitieren des Dekalogs bei der täglichen Andacht ab, wegen der Einreden der Minäer.“ Die Aufhebung des täglichen Dekaloglesens im öffentlichen Gottesdienste erfolgte also um dieselbe Zeit, in der Birkath ha-Minim eingeführt wurde, unter R. Gamaliel II. Ebenso, mit Berufung auf Joel, Jakob Guttmann3, so auch Mann4. Elbogen gibt kein genaueres 1 MGWJ. 1929, S. 93—108. 2 Blicke I, 35 f. 3 MS. XLII, S. 296. 4 Hebrew Union College Annual II 284, IV 288 f.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.