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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 489

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 489 (sequence 1)
Language
German
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489 Besprechungen ספר אבן עזרא מרבנו אברהם בן מאיר אבן טזרא הספרדי דל לספה שמות והוא הנדפם, בפעם הראשונה ע״י החכם יש״ר ן״ל בפראג בשנת ת״ר לפ״ק בשם "פרוש הקצר" ונדפס עתה ע״פ ג'כ״י וע״פ נוסחאות הנמצאות בספרים עתיקים עם הערות שונות בשם "תקנת.,עורא׳* ומבוא לקורות פרושי ראב״ע ז״ל לחורה ועם פרוש משנה לעזי־א החוזר ושונה את כל דברי רבנו אבן עזרא בסגנון קל ומפרשם מאת יהודה.ליב בן מוהד״ר יעקב צבי פליישער ווינא תר״פו* Abraham Ihn Esra ist sowohl als Mensch wie auch als Schriftsteller eine der interessantesten und kulturgeschichtlich bedeutendsten Gestalten, die das jüd. Mittelalter hervorgebracht hat. Schicksal und Geist, Umwelt und Innenwelt haben hier in geheimnisvollem Zusammenwirken ein reich differenziertes und von schöpferischer Leidenschaft durchwogtes Leben geschaffen. Seinem äußeren wie inneren Werden war das Schicksal seines Volkes sinnbildlich eingeprägt. Wie Israel war auch er ein rastloser Wanderer, der alle Länder und Städte, in denen er vorübergehend Aufenthalt genommen hat, mit den Gaben seines Wissens und Denkens reich beschenkt hat. Er war einer der größten Mittler von jüdischen und menschlichen Kulturwerten, die wir je besaßen. Seine Wanderstraßen sind zugleich Kulturstraßen, weil sie die Richtung zeichnen, in der sich die damalige arabisch-jüdische Kultur in Europa ausgebreitet hat. Mit einem erstaunlichen Gedächtnis und einer seltenen Formkraft ausgestattet trug er die Ergebnisse jüdischer Forschung und jüdischen Denkens von Land zu Land und bewirkte dadurch, daß das Judentum in jenen Ländern keiner starren Einseitigkeit verfallen ist. Wohl gab es damals noch andere Männer, die sich um die Ausbreitung der arabischjüdischen Kultur verdient gemacht haben. Doch niemand von ihnen besaß I. E.s geistige Spannweite und Universalität. Mit gleicher Meisterschaft und Gründlichkeit beherrscht er fast alle ^Gebiete geistigen Schaffens, auf denen er auch eine äußerst fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit entfaltet. ־— Aber wäre er nur Mittler gewesen, seine Persönlichkeit würde heute nur noch geschichthch gewertet werden können. Er war aber mehr, und zwar auf dem Gebiete der Bibelexegese. Da war er selbständiger Schöpfer, da bahnte er neue Wege, die auch für uns gangbar sind. Das Verständnis seiner Werke, nicht zuletzt, der exegetischen, ist allerdings äußerst schwierig. Es ist. darum mit großer Freude zu begrüßen,- daß der Verfasser des hier besprochenen Werkes es unternommen hat, einen volkstümlich gehaltenen Superkommentar zu I. E.s Pentateuchkommentar herauszugeben. Seine Bibelkommentare, in denen er in meisterhafter Kürze den Wortsinn .zu erschließen und den inneren Zusammenhang in lichtvoller Darlegung herauszuarbeiten weiß, dürften sowohl dem modernen Bibelforscher wie dem schlichten Leser viel Interessantes und Wertvolles zu bieten haben. Leider haben aber diese Kommentare nicht die ihnen gebührende Verbreitung gefunden. Viel hat dazu die schwerverständliche und andeutungsartige Erläärungs weise I. E.s beigetragen. Wohl gibt es mehrere Superkommentare zu I. E.s Bibelkommentar, doch sind diese leider wenig geeignet, I, E.s Exegese der breiten Oeffentlichkeit zugänglich zu machen, denn entweder sind sie lückenhaft und mangelhaft oder in einer unvolkstümlichen Form gehalten. Darum ist es mit besonderer Freude zu begrüßen, daß der Verfasser des hier zu besprechenden Werkes es unternommen hat, einen volkstümlich gehaltenen Superkommentar zu I. E.s Pentateuch herauszugeben. Vorläufig hat der Verfasser mit dem hiermit vorliegenden Werke nur den Superkommentar zu I. E.s Exoduskommentar veröffentlicht, der unter dem Namen פרוש הקצר bekannt ist und der zum ersten Male im Jahre 1840 von S. Reggio-Prag herausgegeben wurde. Außer der ersten Ausgabe benutzte der Verfasser noch für. seinen Kommentar drei Handschriften, und zwar 1. eine Handschrift des פרוש הקצר aus der Bibliothek der ungar. Akademie in Budapest, 2. eine Handschrift der Nationalbibliothek in Wien und 3. eine Handschrift des Wiener Rabbinerseminars. Die Variationen der einzelnen Handschriften bringt er, soweit sie für das Verständnis des Kommentars von irgendwelcher Bedeutung sind, nur in den Anmerkungen, während er bei der Wiedergabe des Textes wortgetreu der Prager Ausgabe folgt. — ,Dem eigentlichen Superkommentar geht eine Einleitung voran, in der sich unser Verfasser mit der Entstehung und Abfassungszeit des kurzen Monatsschrift, 73. Jahrgang. 32

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