Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 10)
- Language
- German
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4-87 geschrieben, die nachher von Abschreibern und Druckern als zu lang, verkürzt worden ist. Ich bringe diese Behauptung zu Wege, und überlasse es j e d e m gerade denkenden Leser, der die Texte nachlesen kann, zwischen Herrn Aptowitzer und mir zu urteilen. 17. Ich habe mit keinem Worte gesagt, daß ein Verfasser das geringste Recht hätte, die Erweiterungen der messianischen Ideen in der hasmonäischen Periode aus den Agadoth abzuleiten, folglich konnte ich auch nicht die Widerspiegelung derselben in der Agada zugeben. Wohl kann ich mir denken, daß die Hasmonäerperiode zur Erweiterung, Andeutung oder Umwertung der Messianologie beigetragen hat. 18. Meine Bemerkung ist durch die Herren Sextaner und Tertianer erledigt. Sehr gut. Wozu dann die Konjekturen? 19. Ueber בשכמל״ו werde ich mich kurz fassen. Nicht aus dem Grunde, weil ich Herrn Aptowitzer hier nichts zu sagen habe, sondern, weil ich sonst weitere 10 Seiten schreiben müßte. a) Ich behauptete, daß die liturgische Erklärung für בשכמליו genügt, und die aufgestellten Fragen keinen liturgischen Forscher bewegen können, den Ursprung in irgend einer Parteipolitik zu suchen. b) Die Formel ist kein politischer Protest, sondern eine Vertiefung und Verbreitung der religiösen Lehre vom Königreich des Himmels. Den Beweis, daß בשכמל״ו in der Zeit Alexander Jannais entstanden ist, hat Herr Aptowitzer nicht geführt. c) Mit Verlaub! Es ist doch ein Unterschied zwischen בשכמל״ץ (nach Herrn Aptowitzer!) und der Benediktion gegen die MinimI Erstere Formel soll einen politischen Beweggrund haben; letztere hat mit Politik gewiß ‘nichts zu schaffen, sondern ist rein religiösen Charakters. Wenn die liturgischen Einrichtungen gegen Hasmonäer gerichtet wären, warum unterlassen die Quellen dieses zu berichten wie es bei den Minim geschehen ist? d) בשכמל״ו in der Aboda am Versöhnungstage muß dieselbe Entstehungs- Ursache haben, als im Fastengebet und im Schema. War die erste auch ein Produkt der Hasmonäerpolitik? e) Ueber Psalmen Salomos und Amida ließe sich mehr sagen, als der Raum gestattet. Die Frage ist, was ist älter, und was ist jünger? Die Zitate aus Mandelkerns Concordanz helfen hier nichts, um die Hasmonäerpolitik in die Liturgie einzudeuten. Daß Symmachus siebente Benediktion auch nur im Entferntesten Herrn Aptowitzers Theorie stützt, ist nicht bewiesen. Symmachus Version mag in der herodianischen Zeit, während des Krieges oder vor dem Bar-Kochbaaufstand entstanden sein. Sie mag sich auf Herodianer, Römer oder Sektierer beziehen. Welche Bürgschaft ist dafür vorhanden, daß Symmachus Hasmonäer oder Alex. Jannai meint? Zum Schluß will ich nur noch betonen, daß seine Beschuldigung, ich wäre an sein Buch mit der Absicht herangetreten, um es zu verdammen, ebenso grundlos ist, wie der angebliche hasmonäische Ursprung der von ihm behandelten Agadoth. London. A. Marmorstein. כמער איש וליות סביב. Von E. Baneth. Auf S. 381, Z. 16, dieses Jahrgangs der ״Monatsschrift“ habe ich unter Hinweis auf I Kön 73i die Vermutung ausgesprochen, מער könnte die männliehe Form von מערה Höhle sein. An sich wäre gegen diese Gleichsetzung nach dem Beispiel von צדק und צדקה vielleicht der st. constr. מערת ein־ zuwenden. Wie aber läßt sich solche Auffassung in der angeführten Bibelstelle verankern? כמער איש וליות סביב hat dort verschiedene Erklärungen gefunden, jedoch keine meines Wissens, die in מער eine Nebenform von מערה erkennt. Der Schriftvers lautet: ויפתח על הלחות ירודה ועל מסגדתיה כרובים אריות והמרת כמער אישוליות סביב. Raschi übersetzt ידותם (Vers 33) mit איישיל essieux, Badachaen. Diese waren aber, wie aus der Wortstellung ersichtlich, in der יתתיה Apposition zu הלוחות ist, nicht rund, wie Wagenachsen zu sein pflegen, sondern gleich den Einfassungen des Gestells (מסגרותיה) kantig. In ihren Flächen waren nun Cherubim, Löwen und Palmzweige gemäß der Höhlung eines jeden und Kränze