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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 473

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Über Reste der palästinischen Vokalisation in Gebetbüchern
Date
1929-01-01
Page
Seite 473 (sequence 2)
Language
German
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473 Masoreten des Westens I 1927 spielen bereits palästinisch vokalisierte Pijjutim eine große Rolle. Die folgenden Ausführungen wollen nun darauf hinweisen, daß sich aus der liturgischen Literatur und aus den liturgischen Handschriften noch mancherlei interessantes Material für den Gegenstand gewinnen läßt. Es gibt Handschriften, in denen die Chatef-Vokale fehlen und statt ihrer nur einfaches Schewa steht. Beispiele bieten etwa die Codices de Rossi 653 und 958, von denen uns Bernheimer in seiner Paläographia ebraica, 1924, auf den Tafeln 21—26 Reproduktionen vorführt. Auf Tafel 23 finden wir Formen, wie אפיקומן, אשר, וחכמים עבדים, בעבור, העבודה, אשר, ועבדום, ורקד, לאבותינו; auf Tafel 25 " נ - h«“ T t V S T * T * - *T : ’ .ואחרי, יעבודו, ליעקוב, לעשות, הארמי 1 ״ * T »- I:-:! ג-/:- ־־ Bernheimer hält den Codex 653 für deutsch, den Codex 958 für italienisch. Nach Italiener, Die Darmstädter Pessach-Haggada, 1927, S. 286, ist auch die letztere Handschrift ,,deutsch“. Das heißt zumindest, daß sie von einem deutschen Schreiber herrührt, wenn auch die Miniaturen dieser Handschrift vielleicht die Annahme nötig machen, daß Italien als ihre Heimat anzusprechen ist. Die Entstehungszeit ist für beide Handschriften das fünfzehnte Jahrhundert; cod. de Rossi 653 ist sogar ausdrücklich auf 1450—53 datiert. Es laßt sich nicht verkennen, daß wir hier dieselbe Vokalisierungsart vor uns haben, die auch in den jemenitischen Handschriften — sowohl in den supralinear wie in den mit tiberischen Zeichen punktierten — gang und gäbe ist. Vergleichen wir die Teile der Pessach-Haggada, die auf den Tafeln 23 und 25 reproduziert sind, etwa mit den entsprechenden Stücken des jemenitischen Gebetbuches in der Berliner Hs. Fol. 627, so begegnen wir dort genau denselben Formen, wie es die soeben angeführten sind. Ganz analog findet sich die Vermeidung der Chatef-Vokale aber auch bereits in der babylonischen — besser gesagt: in der einfachen babylonischen Vokalisation sowie in der palästinischen. Vgl. darüber Kahle, Der masoretische Text des Alten Testaments nach der Ueberlieferung der babylonischen Juden, 1902, S. 27 f. (Warum Kahle hier und anderwärts einen Zusammenhang der jemenitischen Vokalisation mit der vortiberischen in Abrede stellen zu müssen glaubt, ist mir nicht klar geworden.) — Eine hervorstechende Eigentümlichkeit der von Kahle in seinen Masoreten des Westens veröffentlichten Texte ist, daß in ihnen das Suffix der zweiten Person konsonantisch, nicht vokalisch auslautet. Es heißt dort z. B. — anscheinend immer? — עירך (nicht עירך oder מקומך ,(עירך (nicht מקומך oder מקומך) usw. Kahle zitiert nun bereits S. 46 eine Mitteilung D. Simonsens, nach der ,,ein Rest der Ausspräche ~äk statt -ckä noch häufig in liturgischen Gedichten übrig geblieben ist.“ Das ist richtig, geht aber noch nicht weit genug. Auch. außerhalb der poetischen Teile war die Aussprache äk im Gebetbuch ursprünglich in allen Riten weit verbreitet, und sie ist es in manchen noch heute. Für die Handschriften sieht man das bis zu einem gewissen Grade zunächst bequem aus dem bereits zitierten, Werk von Italiener, da dieser Gelehrte auf die Vokalisation Monatsschrift, 73. Jahrgang. 31

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