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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 450

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
In die Wassertiefe versunkene Städte
Date
1929-01-01
Page
Seite 450 (sequence 7)
Language
German
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450 mündete dann der Jordan jenseits des Toten Meeres, wo die Spuren seines ehemaligen weiteren Bettes? Nach der Bibel waren die Städte der Pentapolis im Kikar-Hajarden, der nördlich vom Toten Meere sich befand und keineswegs südlich davon. Denselben falschen, naturwissenschaftlich willkürlichen Standpunkt nimmt auch Guthe an: ,,Diluvialmassen sind am Südende des Sees eingebrochen und damit nicht mit irgend einer vulkanischen Eruption, läßt sich der Untergang der Städte Sodom und Gomorrha, die am südöstlichen Ufer des Salzsees gelegen haben werden, in Zusammenhang zu bringen“1. Den Naturwissenschaften wird hiermit nicht Genüge geleistet, dem Wortlaut der Bibel, in welcher der Ortsachverhalt anders gedacht wird, nicht entsprochen,, und das alles, weil die betreffenden neueren Autoren sich nicht die Mühe gaben, über die spätere Tradition der Fremden hinweg dem ursprünglichen Sachverhalt nachzugehen und die eigene, bis über die Schwelle des Mittelalters fortschauernde Ueberlieferung der Juden ins Auge zu fassen. Nachwort zum vorigen Aufsatz• Von I. Heine mann in Breslau. Die gelehrten Ausführungen des Herrn Mieses über die der Eibe widersprechende Vorstellung vom Untergang Sodoms bedürfen, wie mir scheint, nach rückwärts einer kleinen Ergänzung. Josephus ist nicht der erste, der diese Vorstellung aufgebracht hat; er ist auch nicht die Quelle des Tacitus, der so wenig wie anscheinend irgend ein anderer römischer Wissenschaftler jüdische Bücher in griechischer Sprache zur Hand genommen hat2 — geschweige, daß er sich von ihnen hätte beeinflussen lassen. Vielmehr ist der erste Vertreter der Vorstellung, in dem uns erhaltenen Schrifttum Strabon XVI 2, 44: ,,Für die feurige Natur des Geländes (am Toten Meer) sprechen noch andere Anzeichen. Man zeigt in der Gegend von Moasada (der aus Josephus bekannten Festung מצלה) mehrfach Feuerspuren an Felsen und Höhlen, Aschenerde, aus Klippen träufelnde Pechtropfen und warme, üblen Geruch verbreitende Bäche, ferner ab und zu Trümmer von Niederlassungen; daher verdient die Erzählung Glauben, die bei den Anwohnern geht, •es hätten dort 13 Städte gelegen, von deren Mutterstadt Sodoma sich (Spuren im) Umkreis von etwa 60 Stadien erhalten haben; infolge von Erdbeben und Ausbrüchen von Feuer und von harz- und schwefelhaltigen Pleißquellen sei der See vorgedrungen, die Felsen vom Feuer ergriffen worden, die Städte teils vom Wasser verschlungen (xavaTcot)dlev), teils von ihren Bewohnern, die es noch konnten, verlassen worden.“ 1 Hermann Guthe, Palästina, Bielefeld und Leipzig 1908, 155 (Land und Leute, Monographien der Erdkunde XXI). 2 Vgl. I. Heinemann, Artikel: Antisemitismus in der Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft, Suppl. V 23 ff. über die geringe Verbreitung der LXX in hellenistischen Kreisen.

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