Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aruch ms. Breslau
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 19)
- Language
- German
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403 gleich darauf mit לצייולי wiedergibt? Die Frage entfällt, wenn man weiß, daß B auch das zweite Mal לצייר hat und daß sich dasselbe auch in S1 und dem ״kleinen“ Aruch erhalten hat. 18. ראיון (231 ,7) ל א. B schreibt ראיאיון und deutet damit die richtige Aussprache an — ein Beispiel für viele. 1 19. 8157 ,8) שר). Den Hauptsatz tradiert hier B wie folgt: פי" שור תור. משפט דין היינו תרדין; טודהר. מפכן דל. היינו חרדל;׳ כלומר תרדין אהבתי שאוכל כחרדל. Wie fein das ist, kann man erst ersehen, wenn man den vulgären Text vergleicht. 20.8,166) שרטון). b ועליו נבנה כרך גדול [של יון] של חטי־. Nur so ist der Satz vollständig; auf keinen Fall wäre של יון hineingekommen, wenn es die Vorlage nicht gehabt hätte. Diese 20 Beispiele, die aus allen Themen und Teilen des Aruch gewählt sind, werden genügen, um den Nutzen, den uns B für den Text und das Verständnis des Aruch gewährt, zu veranschaulichen; eine vollständige Aufzählung zu geben, ist hier rein unmöglich. _' (Schluß folgt.) Erwiderung1. Von V. Aptowitzer in Wien. Im Heft 5/6 1929 dieser Monatsschrift bespricht A. Marmorstein ausführlich mein Buch ״Parteipolitik der Hasmonäerzeit“. Er bezeichnet es als ein ״auf Sand gebautes Luftschloß, das bei der ersten Berührung in sich zusammenbricht“ (S. 249). ״Es diskreditiert den ganzen Wissenszweig der Agada“ (S. 247}2; er hält es auch für notwendig und angemessen, vor meinem Buche zu warnen (S. 247). So wäre es meine Pflicht gewesen, mein Buch sogleich der Stampfe zu übergeben. Wenn ich es aber trotzdem bis jetzt nicht getan, so geschah dies deshalb, weil ich gegen dieses strenge Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde anmelde. Es läßt sich nämlich nachweisen, daß die Untersuchung nicht mit der nötigen Gründlichkeit und Sorgfalt geführt wurde. Daher hat der Rezensent den Grundgedanken meines Buches gänzlieh verkannt, einzelne Thesen desselben arg mißverstanden und größere Partien ganz übersehen. Andererseits nat er manches in meinem Buche gelesen, was in ihm nicht steht. So ist von den Agadoth, die er als Hauptstoß gegen mein Buch anführt, indem er an ihnen die Unanwendbarkeit meiner Theorie zeigt, in meinem Buche keine Spur vorhanden. 1. In meinem Buche wird ausgeführt: Da die schweren Beschimpfungen von Personen, die in der Bibel verherrlicht und dem ganzen Volke heilig waren, unmöglich Eigenbau der Agada sein können, so können die Agadoth dieses Inhalts ihrem Ursprung nach nur ein den Agadisten fremdes Produkt sein. Dieser Gedanke wird in verschiedener Form unzählige Male in meinem Buche wiederholt; waren es ja hauptsächlich solche Agadoth, die mich zu meiner neuen Theorie drängten.. Da ich nach vielfachen Versuchen zur Ueberzeugung gelangt bin, daß solche Agadoth und noch viele andere nicht aus 1 Wir haben Herrn Prof. Aptowitzer einen weiteren Raum zu seiner Erwiderung eingeräumt, als wir ihn im allgemeinen bei Entgegnungen zuzugestehen in der Lage sind, da die grundsätzliche Frage, wieweit in unseren Midraschim Auslegungen aus vorchristlicher Zeit nachwirken, eingehender Klärung bedarf. Herr Dr. Marmorstein wird im nächsten Heft eingehend das Wort nehmen. Die Schriftleitung. * Wörtlich: ״Man würde den ganzen Wissenszweig der Agada diskredi- Tieren, wenn man Aptowitzers Deutungen der Texte und ihre Anwendung: mit :Stillschweigen übergehen würde.“ (S. 247).