Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus Spanien und Portugal
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 11)
- Language
- German
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376 der den stolzen Westgoten abgünstigen Juden eingenommen“ worden sei. In Wirklichkeit ist diese Unterstützung nicht erwiesen. Wäre sie aber Tatsache, so muß man die unerhörte Behandlung der Juden durch die katholischen Könige der Westgoten kennen,, um. sie nur zu verständlich erscheinen zu lassen. Dieser Passus ist in der neuen Auflage zu ihrem Vorteile gestrichen. — Bei dem Denkmal des ,,Gran Capitan“ (S. 345) in Cordova wäre die Bemerkung nicht überflüssig gewesen, daß der Kopf, offenbar in Erinnerung an die Pallas Athene der Akropolis, aus Elfenbein geschnitzt ist, ebenso ein Hinweis auf die dortige Juderia mit der alten Synagoge und Reste ihrer Wandschrift im dortigen archäol. Museum. — Bei Sevilla wird die einstige Synagoge erwähnt, nicht aber die hebr. Inschriften auf dem Schlüssel S. 367, dem Grabmal Ferdinands III. sowie im Provinzialmuseum. An. dem Denkmal der Isabeila in Granada S. 328 sind die Gönner des Columbus, darunter auch der Marrane Luis de Santangel, verzeichnet. Auf hebr. Inschriften hätte, wie es S. 129 bei Toledo geschehen ist, zum mindesten mit einem Worte auch bei Madrid (S. 90), bei Barcelona (S. 231) und Lissabon (S. 451) sowie hier und bei Zaragoza auf die Juderia aufmerksam gemacht werden können. Bei Leiria ist S. 475 die Bemerkung weggefallen, daß die Stadt durch die-Vertreibung der Juden große Verluste erlitten hat. Mit gutem Grunde; denn das Gleiche gilt von vielen anderen Orten. Bei Elche vermißt man eine Andeutung, daß dort eine Synagoge (?) aus dem 6. Jahrh. ausgegraben worden ist (vgl. Krauthammer a. a. 0. S. 71). Da jüdische Inschriften auf der iberischen Halbinsel bis in die ersten Jahrhunderte d. ü. Ztr. zurückreichen, begreift man, daß unter עברית Schabbat 115a manche ,,iberisch“ verstehen wollen. Daß in den Index ein Sachregister eingestreut ist, kann man nur begrüßen. Wie es der Ref. für diese Ausgabe getan hat, sollte jeder Be- Sucher Iberiens seine Erfahrungen dem Verlage zur Verfügung stellen. Diese Länder, die Jahrhunderte lang, wie besonders die Forschungen Kayserlings uns zuerst gezeigt haben, eine zentrale Bedeutung in der jüdischen Geschichte behauptet haben, verdienen, daß man ihnen regeres Interesse entgegenbringt. Nochmals der Piut des R. Sahlal Gaon. > Von E. B a n e t h in Berlin. ״Berichtigungen und Ergänzungen“, die M. B a r o 1 auf S. 302 f. dieses Jahrgangs der Monatsschrift meinem vor zwei Jahren daselbst (Jg. 71, S. 426—443) veröffentlichten Aufsatz angedeihen läßt, veranlassen mich, auf den Piut des R. Sahlal zurückzukommen. Mein Schweigen könnte leicht als Zustimmung aufgefaßt werden, während ich in Wahrheit keine einzige seiner vier Verbesserungen als solche erkenne. 1. Zu Vers 36 (ואם לו יש בכל שרים יכלת) hält Barol meine Emendation (ואם לא יש) für nicht stichhaltig, weil erstens אלי תקצר לשון כלם