Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Das jüdische Prag der Gegenwart in Zahlen
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 5)
- Language
- German
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354 rodni Trida und Jirchärskä, sowie dem Häuserkomplex längs des Rieger-Kai zur Resslgasse und in den Weinbergen zwischen der Taborskäund Sokolskä, sowie zwischen dem Komensky- und Fügnerplatz aus. Ferner den anschließenden Teil der Weinberge bis zur Palackystraße, einen kleinen Teil Zizkovs zwischen Karls- und Husstraße, ferner den verbleibenden Teil Karlms, Häuserblocks längs der Belskeho trida in Holesovice-Bubna und einen Teil Smichovs zwischen dem Legionen-Kai und der Zborovskä. Wenig Israeliten leben auf der Kleinseite und am Hradschin. Auch die Vorstädte zeigen einen kleinen Prozentsatz an Israeliten, da sie hauptsächlich von Arbeiterbevölkerung bewohnt werden. Mit der Zunahme der Arbeiterbevölkerung in einzelnen Vororten geht eine Abnahme der jüdischen Bevölkerung Hand in Hand (z. B. Lieben hatte 1869 73/4% Israeliten, hat ihrer heute nur noch 12/?). Dagegen nimmt die jüdische Bevölkerung in den modernen Villenvierteln der Vorstädte zu: so ist Bubenc in den letzten Jahren in seinem Prozentsatz an jüdischer Bevölkerung von 2,35 auf 4,37% gestiegen. In geringerem Maße gilt dasselbe von Dejvice. An der Peripherie, in der III. und IV. Zone* bilden die Israeliten nur einen kleinen Bruchteil der Bevölkerung, abgesehen von Vysocany, das städtischen Charakter trägt. Nur Bohnice und Veleslavin beherbergen in den dortigen Heilanstalten eine Reihe jüdischer Pfleglinge. Erst nach der Gründung der tschechoslowakischen Republik konnte eine nationale Statistik des Judentums durchgeführt werden. Sie fußt einerseits auf den zu den ersten Wahlen in die Nationalversammlung abgegebenen Stimmen, andererseits auf dem nationalen Bekenntnis bei der Volkszählung des Jahres 1921. 4. Juden und Israeliten. Einwohner jüdischer Konfession Für d. Jüdische Partei bei den Parlamentswählen abgegebene Stimmen Bewohner jüdischer Nationalität (Volkszählung 1921) Von 1000 Israeliten entfallen auf absolut von 1000 Einwohnern absolut von 1000 abg־egebenen Stimmen absolut von 1000 Einwohnern Stimmen für die Jüdische Partei Bekenntnis zur jüdischen Nationalität Innere Stadt. 16 545 103,1 4 133 45,1 3 430 21,4 249,8 207,3 I. Zone . . . 12 452 43,2 3 110 20,8 2 155 7,5 249,8 173,1 II. Zone . . 2 184 15,7 422 — 312 2,2 193,2 142,9 III. Zone . . 348 6,5 39 — 49 0,9 112,1 140,8 IV. Zone . . 222 6,4 3 — 13 0,4 13,5 58,6 Zusammen. . 31 751 46,9 7 707 21,9 5 959 8,8 242,7 i; 187,7 Nach dieser Statistik hat sich 1/5 aller Prager Israeliten zur jüdischen Nationalität bekannt. Es geht aus ihr weiters hervor, daß in den Gebieten konzentrierter jüdischer Siedlung die Zahl der Bekenner jüdischer Nationalität weit größer ist, als in den schwach besiedelten Gegenden. Während in der inneren Stadt mehr als 1/5 aller Juden national gesinnt' sind, hat in der IV. Zone nur 1/16 aller Juden nationales Bekenntnis abgelegt.