Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Das jüdische Prag der Gegenwart in Zahlen
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 4)
- Language
- German
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353 2. Von 10 000 Einwohnern waren Israeliten: Zone 1869 1880 1890 1900 1910 ׳ 1921 Innere Stadt ... 828 1 031 1 069 1 113 1 100 1 031 I. Zone . ... . . 347 285 339 S57 392 432 II. Zone. 404 275 ־ 169 109 113 ל15 III. Zone ... . . — 108 74 56 50 65 IV. Zone ..... — 82 68 49 61 64 Zusammen. —- 652 591 531 472 469 3. Von 10 000 Israeliten wohnten in der: Zone 1880 1890 1900 1910 1921 Inneren Stadt.. . 8 170 409 ל 50ל 6 5 729 5 2:11 I. Zone. 1 291 2 132 2 836 3 674 3 922 II. Zone.. 400 ל33 304 451 688 III. Zone. 89 3ל 71 82 109 IV. Zone. 50 49 39 64 סל Zusammen. 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 Das Zentrum der alten Prager Judensiedlung, die Josefstadt, zeigt auch heute noch den größten Prozentsatz israelitischer Bevölkerung. 1869 hatte sie eine israelitische Mehrheit (52,89%). Vor der Assanierung waren die Wohnungen dieses Viertels klein und eng und kamen nur für die wirtschaftlich schwache Bevölkerung in Frage. Die Wohnverhältnisse dieses Viertels trugen damals die Merkmale der ׳ Uebervölkerung und des Mangels an Hygiene. Da die wirtschaftliche Lage der Israeliten sich im Laufe der Zeit verbesserte, verließen sie diese Wohnviertel, die nun von armen Christen bezogen wurden. Schon 1900 bilden die Israeliten kaum mehr 1/4 der Bevölkerung von Josefov (24,27%). Durch die Assanierung des Viertels, das nun den modernen Bedürfnissen der wirtschaftlich gutgestellten Israeliten entsprach, wird ihr Rückstrom in diesen Stadtteil bewerkstelligt; sie bilden 1910 bereits wieder 39,93% des Viertels, 1921 schon 46,54%. Nach der Aufhebung der Beschränkungen des Wohnrechtes siedelten die Israeliten zunächst in jenen Vierteln, die den Gebieten der Stammsiedlung am nächsten lagen. Die Häuserblocks nördlich des Altstädter Ringes haben noch heute 3/ג israelitischer Bevölkerung. Die Stadtteile, in denen die Israeliten mehr als 10% der Bevölkerung ausmachen, bilden ein zusammenhängendes Ganzes: Die Altstadt außer dem südwestlichen Teile, die untere Neustadt, ein Teil Karlins bis zum Jungmannovo nämesti, ein Teil der oberen Neustadtlängs der Westseite des Wenzelsplatzes bis etwa zur Jungmannovä; Skolskä, 2itnä, die Straße V Tünich, Komenskyplatz, jener Teil der Weinberge, der sich beim Museum dem unteren Teil der Neustadt anschließt und von der Palackeho, Budecskä, Riegrovä und 2izkov begrenzt ist. An dieses Territorium schließen sich die Bezirke mit einer israelitischen Minderheit von 5 bis 10% an und füllen den restlichen Teil der Altstadt, einen großen Teil der Neustadt zwischen der Korngasse, dem Karlsplatz und der Närodni Trida, ferner zwischen Nä-