Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neue bibelgeschichtliche Literatur [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
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und kulturellen Entwicklung Israels. Die Anfänge der jüdischen Geschichte sind, weil sie den Unterbau für das Werk abgeben, ausführlicher dargestellt. Die Arbeit unterrichtet nicht nur ausgezeichnet über Israel, sondern berücksichtigt auch die Geschichte des alten Orients. Der Wert des Buches besteht in seiner gedrängten Uebersicht. Vermißt wird die Entstehung des Christentums und eine Schilderung des außerpalästinischen‘ Judentums. Unzureichend ist das Kapitel über die letzten Jahrzehnte des jüdischen Staates und den Aufstand. Benutzt sind hauptsächlich die Arbeiten von Maspero, Renan, Kuenen und Wellhausen. Das Buch ist auch als Schullektüre gut geeignet. Aehnlich zu beurteilen ist Blunt: ,,Israel in World History“, London 1927. Der Verfasser beschränkt sich aller-’ dings auf die politische Geschichte. Die religiöse Entwicklung: Prophetismus, Schrifttum, Gesetz, Parteien etc. wird nicht einmal gestreift. — Lediglich als religiöses Bekenntnisbuch kann F i 11 i o n s ,,Hi s toi re dTsrael, Peuple de Dieuu, Paris 1927 (I. Teil von der Weltschöpfung bis Davids Tod) gewürdigt werden. Fillion ist als Verfasser einer ganzen Reihe Schriften über die Evangelien bekannt. Alle diese Arbeiten dienen der Vertiefung des christlichen Glaubens. Der Autor folgt durchweg, von der biblischen Kosmogonie an, der Anordnung der alttestamentlichen Bücher, }>cet assemblage d’ecrits si varies, qui ont ete composes sous. Vinspiration de Dieu lui-meme“ (S. 9). Der wissenschaftliche Charakter der Arbeit wird auch nicht gewährleistet durch die recht interessanten Abbildungen von den Ausgrabungen im alten Aegypten und Babylon. Das jüdische Prag der Gegenwart In Zahlen. Von Karl Baum in Brünn. I. Rückblick. Juden sind nach Prag, das nach den alten Quellen von alters her von einem slawischen Volksstamm bewohnt wurde, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. gekommen. Sie nahmen an Zahl zu, als die. Bedeutung der Stadt als des Mittelpunktes der böhmischen Länder über diese hinaus wuchs, als Prag zu einem Weltzentrum des geistigen Lebens wurde, an dem die Juden seit jeher regen Anteil genommen, haben. , Die Juden Prags sprechen ursprünglich hebräisch und nehmen später einen deutschen Dialekt an, den sie sich während ihres Aufenthaltes in Deutschland erworben haben. Trotzdem sie durch die. tägliche Berührung mit der slawischen Stammbevölkerung auch das Tschechische immer stärker, sprechen, bleibt durch eine lange Zeit die deutsche Sprache die Sprache des jüdischen Hauses und der jüdischen Familie. Erst in den letzten Jahrzehnten der großen