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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Neue Schriften zum Pentateuch [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 334 (sequence 1)
Language
German
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334 Dr. de Groot ist Professor Böhl bei dessen Ernennung zum Professor für Assyrioiogie in Leyden auf deip Lehrstuhle in Groningen gefolgt. Seine Antrittsrede ist interessant sowohl wegen ihres Gehaltes als auch wegen der Aussichten, die sie für fruchtbare Arbeit in der Zukunft eröffnet. Der palästinensische Hintergrund des Pentateuch ist ein Gegenstand, der wohl mit größerer Ausführlichkeit, als es in einem einzelnen Vortrag möglich ist, behandelt werden könnte; aber es ist kennzeichnend für die veränderte Haltung gegenüber dem Studium des Landes, kennzeichnend für das wachsende Verständnis in europäischen Kreisen für die Fülle dessen, was es uns lehrt — daß ein solches Thema von dem Gelehrten zu solcher Gelegenheit gewählt worden ist. Seine Behandlung des Gegenstandes ist wohl geeignet, dessen Bedeutung zu unterstreichen; so durch die prägnante Darstellung Palästinas als Kommentar, den Gott selbst zum Pentateuch und zu den anderen Büchern der Bibel geschrieben hat. Es ist unmöglich, in einer kurzen Notiz die Punkte zu erörtern, in denen wir mit dem Verfasser übereinstimmen oder von ihm abweichen. Aber zwei erfreuliche Züge müssen erwähnt werden: seine Stellung zur Quellentheorie ist die skeptischer Zurückhaltung, und die ganze Rede ist von ehrfürchtigem, religiösem Geiste gekennzeichnet, der äußerst angenehm absticht von dem meisten, was von anderer Seite her zu uns gelangt. Wir sehen mit angenehmer Erwartung de Groots ferneren Veröffentlichungen entgegen. 3• Beihefte zur Zeitschrift für d e Alttcstamenfcliche Wissenschaft 50. Die Vorexilischen Gesetze Israels im Zusammenhang seiner kulturgeschichtlichen Entwicklung: Vorarbeiten zur Geschichte Israels. Heft 1; von Abram Menes, Berlin 1928, Verlag von Alfred Töpelmann, Gießen, VIII u. 143 S. Es existiert ein tiefer Abgrund zwischen den Methoden dieses Buches und dem Grad wissenschaftlicher Forschung, der sich auf anderen Gebieten von-selbst versteht. Einige Beispiele werden das erläutern: Auf Seite 25 lesen wir: ,,Es kommt noch ein anderes Moment hinzu, wodurch diese Vermutung über die Abfassungszeit des Bb bestätigt wird. Letzteres setzt, wie aus 21n, 32, 226, 24 und vor allem 2135 deutlich hervorgeht, die Geld Wirtschaft voraus. Nun wissen wir aber, daß noch Salomo keine Steuern in Geld erhoben hat1; seine großen Bauten hat er noch durch Fronarbeiter ausführen lassen, und sogar die sidonischen Arbeiter hat er mit Naturalien bezahlt2. Erst unter Salomos Regierung beginnen der Handel und als dessen Begleiterscheinung die Geldwirtschaft in Israel einzudringen. Dagegen weist der Bericht II Kön 12 auf eine weiter fortgeschrittene Wirtscliaftskultur hin; die Arbeiter ־werden hier schon mit Geld bezahlt, und dies Geld wird aus den Einkünften des Tempels genommen; auch die Abgaben an den Tempel sind demnach jn Geld geleistet worden. Das Bb kann daher nur in der nachsalomonischen Zeit afegefaßt sein und ist als Produkt der sozialen Krise, die durch das Aufkommen der Geld Wirtschaft herbeigeführt wurde, begreiflich.“ Ein seiner Aufgabe gewachsener Forscher hätte als erstes untersuchen müssen, ob wir frühere Beweise für den Gebrauch von Geld haben oder nicht. Er hätte Stellen entdeckt, wie I Kg 1014, 27, 29 in Bezug auf Salomo, und in Bezug auf eine noch frühere Zeit Stellen \yie Jud 1י10־־2ל I Sam 98, Gen 1?2, 1 201 י13לe, 23, 372s, 4321, 48•^ 16 usw. Solches Quellen material hätte genügt, die Grundlosigkeit der Beweisführung aufzuzeigen; wenn es aber nicht zur Hand gewesen wäre, hätte er das Zeugnis der Denkmäler in Betracht ziehen müssen, das natürlich der Hypothese in gleicher Weise entgegensteht. Sodann hätte er gefragt, ob es wahr oder nur denkbar sei, daß der Handel in Israel nicht vor der Zeit Salomos begann. Er hätte untersucht, wie es für einen Haushalt möglich gewesen wäre, ohne Handel auszukommen; er hätte nicht nur die Zeugnisse, die in den Erzählungen der Genesis vorliegen, sondern auch gelegentliche Hinweise .auf Erzeugnisse, deren Ursprungsland nicht Palästina war und das archäologische Beweis material für deren Existenz und für Handelsbeziehungen geprüft. Drittens hätte er gefragt, ob Fronarbeit und Geld Wirtschaft einander ausschließen, und hätte gefunden, daß sie häufig zusammen Vorkommen, wie Vgl. I Kön 47; 52 f. Ebd. 525

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