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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 325

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Zur Bedeutung von "Sion"
Date
1929-01-01
Page
Seite 325 (sequence 6)
Language
German
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325 Schuld, daß die gute Absicht in so seltsamer Weise zunichte gemacht worden ist. Andrerseits kann natürlich wegam — wie etwa in Genes 64, 1514, 2930 — im Sinn eines deutschen ,,und zwar" gemeint sein, so daß gerade der Glossator mit seinem ,,und zwar Stadtnamen ist es" den wahren Sinn des Wortes Sion als Appelativ hier im selben Sinn wie die LXX bei Jerem 3120 verkannt hätte. Eine zweite hierher gehörige Stelle dürfte sich in der schwungvollen Verherrlichung des erneuten Jerusalems bei Jes 6014 finden, wo in dem Satz ,,sie werden dich Stadt Jhwhs, Denkmal des Heiligen Israelis (ציון קדוש ישראל) nennen", gerade der Parallelismus mit dem Appelativum ‘ir ,,Stadt" appelativische Bedeutung auch für das Wort Sion zu fordern scheint. 5. Der Personenname מכיר. Von Heinrich Lewy in Berlin. Josefs Enkel von dem älteren Sohne Manasse heißt מכיר (Gen 5023). Diesen Namen — so heißt auch (II Sam 94f., 1727) zur Zeit Davids ein Mann in der (nach Num 3240, Deut 315) an Mäkir gefallenen Landschaft Gilead — deutet Ed. Meyer, Die Isr. u. ihre Nachbarst. 516, als ,,der Erkaufte, das Eigentum", unter Vergleichung der babylonischen Namen Makür-Sin, Makür-Nannar. Aber wenn auch assyrisch makküru ,,Besitz, Eigentum" bedeutet (Muss-Arnolt, Hdwtb, 539; Bezold, Gloss. 172b), so ist doch hebräisch מכר nur ,,verkaufen", und מכיר konnte für den Hebräer nur ״d e r Verkaufte" sein, wie אסיר ,,Gefangener", משיח ,,Gesalbter", שיכיר ,,Gemieteter" d. i. ,,Lohnarbeiter". Verkauft worden aber war der Großvater Josef. Und nun möchte ich den Namen des Enkels erklären durch Anführung der Worte von R. Hirzel, Der Name (Abh. Sächs. Ges. d. Wiss., phil.-hist. Kl. XXXVI, 1921) S. 48 A. 2: ,,Dem Enkel nicht geradezu den Namen des Großvaters zu geben, sondern ihn zu benennen nach etwas, das von jenem ausgesagt wird, ist uralte Sitte: bereits in der Odyssee (XIX 407) wird Odysseus so genannt nach seinem mütterlichen Großvater, nicht ohne weiteres, sondern insofern dieser damals vielen Menschen grollte (nollounv odoofjdfjievosy‘. Also etwa ,,Grollmann" der Name des Enkels. Aehnlich ist es, wenn Orestes, der als Rächer seines Vaters aufgetreten ist, seinen Sohn Tetadpevos oder Tiaapevöc ,,Rächer" nennt (Soph. Elektra, erkl. v. Schneidewin-Nauck 10 S. 12), wenn des so lange fernen Odysseus Sohn Tr]Upa%o<z heißt, ,,der in der־ Ferne Kämpfend e", der Sohn des Aias Eöp1>odx7]<;, ,,d e r mit dem breiten Schilde", weil der Vater ein Gaxoz rpzt 71upy0'j (Ilias VII 219ff.) trug; Hektors Sohn Skamandrios wird von den Troern ’A0Tüdva$ ,,Stadtgebieter" genannt, weil der Vater die Stadt schützt (II. VII 402 f., XXII 506 f.); nach II. IX 561 ff. wird die Tochter Kleopatra von ihren Eltern כ AXxüov‘/) zubenannt, nach dlxodv, dem wehmütig klag e n d e n Eisvogeiweibchen, weil ihre von Apollon geraubte Mutter laut klagte. Und der ältere Sohn des Mose heißt 3ךש1ם :

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