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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 321

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Zur Bedeutung von "Sion"
Date
1929-01-01
Page
Seite 321 (sequence 2)
Language
German
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321 George Foot Moore hat die drei hier in Betracht kommenden Stellen — anscheinend ohne an eine Beziehung des Ausdrucks zu der Ortsbezeichnung zu denken — in einem besonderen Abschnitt seines übersichtlichen Artikels über׳ ,,massebah“ und verwandte Begriffe in der ,,Encyclopedia Biblica“ behandelt. Das fragliche Wort ist von den griechischen Uebersetzern — Aquila und Symmachos mit eingeschlossen — bei Jerem 3120 für den Eigennamen Suov gehalten, in II Kön’2317 mit cfxottsXo^j axonekov, axonoc, axoma, also ,,Warte“, ,,Felsklippe“, ,,Fels“, in Ezech 3915 endlich durch aruxziov wiedergegeben worden1. Im mischnischen Hebräisch bedeutet ציון den weißgetünchten Stein2, der die Stelle eines Grabes kenntlich macht. Ein davon abgeleitetes verbum denominativum ציין heißt ,,ein Grab bezeichnen“. Im Syrischen wird zewaia jene besondere Art Steinhaufen3 4 genannt, die den Folkloristen unter ihrem keltischen Namen ,,cairn“ so geläufig ist, und die bei den Griechen kppLcucfi hießen. Arabisch ist zuia ein Steinhaufen5 oder Steinblock, der. als Wegweiser in der Wüste dient. Der Plural *azwa kommt bei Abulwalid s. v. in der Bedeutung ,,Gräber“6 vor7. Franz Delitzsch wollte seinerzeit8 den. Eigennamen ,,Sion'' als ursprüngliches ציורן von einer Wurzel ציוה ,,aufstellen“ ableiten. Diese Etymologie würde trefflich zu dem Bedeutungsumfang des Gattungsnamens passen und diesen als eine mit den Begriffen massebah (arab. nusb)9 von 10נצב/ן vollkommen analoge Bildung zu erklären erlauben — wenn anders die fragliche Wurzel im Hebräischen bezeugt wäre! Da das nicht der Fall ist, muß die Möglichkeit erwogen werden, daß es sich um ein nichtsemitisches Lehnwort handeln könnte. Das scheint denn auch tatsächlich der Fall zu sein, da dem semasiologisch sehr gut passenden griechischen xlcov ,,Steinsäule“ 1 II Kön 2317 ,,Da fragte er“ (seil. Josia bei der Zerstörung aller Opferhöhen und Malsteine) ,,was ist das für ein Mal“ (Masoret. T.: ציון. LXX: ׳ci x6 av.rjTzkov sxstvov) ,,das ich da sehe? Die Leute der Stadt aber' antworteten ihm: das ist das Grab des Gottesmannes“ etc. Ezech 3915: . . erblickt einer ein Menschengebein, so soll er ein Mal (M. T.: ציון LXX gt^jlsTov) daneben errichten“. Jerem 3l20: ״Stelle dir Male (M. T. ציונים) auf, errichte dir Steinhaufen, richte dein Augenmerk auf den Weg, den du gegangen bist‘‘. (Griech. Jerem 3821 nach einem Codex, der den Singular ציון gehabt haben muß: ,,axfjaov asaircrjv Euj'jv“ xx\)• 2 Vgl. dazu Matth. 2327. 3 Vgl, Josuah 829 י28ל, II Sam 187 die auf dem Grab Akhan’s, bezw. AbsaDm’s errichteten Steinhaufen. 4 Vgl. über diese Kultgegenstände Gruppe’s Hdb. 8874 unten f.; Liebrecht, z. Volkskunde 267—284; Wellhausen, Reste arab. Heidentums 111. Ferner unter spp.0(, ep^axs«; und sp^av den Thesaurus des Stephanus. 5 Steinhaufen als Wegweiser bei Doughty, Arabian Desert I 77, Doutt6 (u. S. 323 Anm. 3). 6 Steinhaufen auf arabischen Gräbern bezeugt Aghani XIV 13126 cf. Goldzieher, Muham. Studien I 233 f. 7 Cf. G. F. Moore a. a. O. und Schulthess, Homonyme Wurzeln im Syrischen 57. 8 Psalmen 3 I 70. 9 Vgl. u. S. 323 Anm. 8 über נצב in der Bedeutung von cairn Steinhäufen. 10 Ganz wie griechisch avr\hf\ vom Stamm ETA ״stellen“. Monatsschrift, 73. Jahrgang. 21

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