Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Schaali serafa
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 4)
- Language
- German
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19. Dies Erlebnis — nimmer faß״ ichs. Bitter mundet jede Labe, Seit ich deine Kostbarkeiten Gleich der fluchbeladnen Habe Des dem Bann verfallnen Ortes Auf dem Markt gesehen habe; ’ 20. Sehen mußte, wie ins Feuer Sie des Höchsten Kleinod stießen, Sie, die du für wert nicht achtest, Deinem Volk sich anzuschließen. * * * 21. Niemals werd״ ich einen ebnen Und gebahnten Weg mehr sehen, Seit so traurig und verödet Deine schönen Straßen stehen. 22. Besser mundet es als Honig, Wenn den Trank mir Tränen süßen; Deiner Ketten Last zu tragen, Wäre Balsam meinen Füßen. 23. Bis die Augen mir vergingen, Wollt' ihr Naß ich strömen lassen Jedem, der auch nur den Zipfel Deines Mantels möchte fassen. 24. Doch die Tränen würden trocknen, Streiften sie die heißen Wangen, Vor der Glut in meinem Busen, Da dein Herr von uns gegangen. 25. Ach, er nahm mir meine Besten, Floh so ferne, bleibt so lange! Mit ihm schwand dein Schutz und Schatten, Und mir ist so weh, so bange. 26. Bin verlassen von dem Gatten Und beraubt all meiner Lieben, Wie ein Mast auf hohem Berge Ganz allein zurückgeblieben. * * * 27. Keinem Sänger, keiner Sängerin Soll mein Ohr sich fürder neigen, Da selbst deine Hochzeitspauken Jetzt in stummer Trauer schweigen. 28. Sackgewand sei meine Kleidung, Denn gemordet sind in Scharen, Zahlreich wie der Sand am Meere, Alle, die mir teuer waren.