Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neue jiddische Literatur [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 15)
- Language
- German
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281 ist auch an älteren Stellen zu finden. In den späteren Büchern (Chronik, Esra u. Nehemia) ist diese Form nur 3 mal vorhanden, dagegen können wir es in R. (6712 ,״) in K. II (6U) treffen. Es wird oft im Hohenlied und 3 mal in Thr.. angewandt. Der Einwand, Salomo als Herrscher brauche kein Unrecht zu beklagen, ist nicht stichhaltig. Die Auflehnung gegen das Reich Juda setzte schon zu seinen Lebzeiten ein. Dafür spricht die Flucht Jerobeams nach Aegypten (I Kön 122). Eccl 82, 3 u. 104 sollen diese Auflehnung andeuten. In seiner Jugend träumte Salomo von einem Weltreiche, in dem Recht und Gerechtigkeit herrschen sollten (Ps 72). Jetzt steht er an der Schwelle des Grabes und sieht, wie er das Land, das unter der Herrschaft seiner Verwalter seufzt, wirtschaftlich ruiniert hat, niemanden befriedigen konnte und der Lage seines Reiches ohnmächtig gegenübersteht. Die Gegensätze im Gedankengang des Koheleth weisen nicht auf verschiedene Schreiber hin, wie es schon Ibn Esra annehmen wollte, sondern sind ein Produkt der dichterischen Veranlagung des Verfassers. Er ist ein Stimmungsmensch, der die Widersprüche des Lebens wiederzugeben versucht1 * *, Es darf aber als kleiner Fehler angemerkt werden, daß oft genaue Quellenangaben bei den Zitaten fehlen. Beide Bücher‘sind mit Reproduktionen einer Anzahl Bilder und alter Titelblätter ausgestattet. Der Midrasch (שני כתובים) von den Widersprächen in der Bibel. Von A. Marmorstein in London. Der Ausgleich von Widersprüchen in den biblischen Büchern bildet seit altersher einen Bestandteil der rabbinischen Schriftgelehrsamkeit. Im tannaitischen Midrasch zu Numeri, Sifre § 42 findet sich eine Zusammenstellung von 8 Widersprüchen in Pentateuch, Hagiographen und Propheten. Die Piska behandelt folgende steilen: 1. Num 6^ (ישא ה4 פניו), und Dt 1017 (לא ישא פנים);; 2. Ps 653 (Gott erhört die Gebete), und Sam ^49 (Gott wendet sich ab von den Gebeten); 3. Ps 14518 (Gott ist Allen nahe) und ebd. 10! (Gott ist fern); 4. Sam 338 (von Gott kommt das Böse nicht), und Dan 914 (Gott verursacht das Uebel); 5. Jer 414, und 222; 6. Jer 322, und 84; 7. Jes 55e, und Ez 202; und 8. Ez 1832, und I Sam 225. In derselben Piska, zum Schlüsse, werden noch weitere Widersprüche angeführt, wie Hiob 253 und Dan 710; ferner Ps 1474 und Jes 4026; ferner II Sam 2424 und I Chr 2125; ferner I Kg 56 und II Chron 925. und schließlich II Chron 45, und I Kg 726, die aber von S. Horowitz in seiner Ausgabe, Leipzig 1917, 47 f., weil sie weder im Jalkut, noch im Midrasch Hakamim Vorkommen, als nicht zum Sifre gehörig 1 Ein anderer Vertreter der konservativen Schule, ein nicht jüdischer Theologe, will die Widersprüche damit erklären, daß der Verfasser einen festen Standpunkt außerhalb dieser Welt einnimmt und seine Blicke zu Gott wendet. (G. Kuhn: Erklärung des Buches Koheleth, Gießen 1926; Beihefte d. Z. A. W.43.)