Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 1)
- Language
- German
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255 Bücherschau Besprechungen vom Herausgeber. Max Beermann, Beiträge zur Wesenserkenntnis des Judentums, Berlin, herausgegeben vom Verlag der ,,Abwehr-Blätter“, o. J., 94 S. Das Schriftchen enthält einzelne Aufsätze über diejenigen wirklichen oder angeblichen Eigenschäften des Judentums, ״mit deren Betonung der Judenhaß der Gegenwart die sittliche Minderwertigkeit des Judentums behaupten möchte“. Es behandelt das Judentum als Gesinnungsreligion (nicht als starre Gesetzesreligion), die Originalität der jüdischen Lehre (imGegensatz gegen den Panbabylonismus), die Lehre vom angeblichen ״Rache- und Nationalgott Israels“, die Vorwürfe der ״Doppelmoral“ und der ״Engherzigkeit“, die Wirtschaftsethik des Judentums (körperliche Arbeit, Geschäfts moral), die Stellung zu den Fragen der Sittenreinheit, die inneren Werte des Judentums und den Geist der Synagoge. Der Verfasser verbindet gediegene Kenntnis der Quellen mit reicher Erfahrung in der Volksbildungsarbeit; daher die besonders durchsichtige Form der Dar- Stellung, welche sein Buch zu einem höchst geeigneten Aufklärungsmittel macht. Gustav Landauer. Sein Lebensbild in Briefen. Unter Mitwirkung von Ina Britschgi -Schimmer herausgegeben von Mariin Buber. Frankfurt a. M., Rütten & Löning, 2 Bände. Die Briefe, zu erheblichem Teil an seine Gattin Hedwig Lach mann und an zahlreiche führende Persönlichkeiten unserer Zeit gerichtet, geben ein eindringliches Bild der Eigenart des Kämpfers und werfen auch auf seine Stellung zu religiösen Fragen und zum Zionismus manches Licht. Bas Buch Könige, verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Bosenzweig, Berlin, Verlag Lambert Schneider, 20ל S., o. J. Wir empfehlen das bedeutende Werk dringend zu möglichst weiter Verbreitung, schon um das Erscheinen der nächsten Bände zu sichern, denen man mit besonderer Spannung entgegensehen darf. Hermann Cohen, Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums (Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums), Frankfurt a. M., Verlag J. Kauffmann, 1929, 629 S. Diese zweite, von Bruno Strauß besorgte Auflage ist im ganzen natürlich ein Abdruck der ersten; der Herausgeber bemüht sich jedoch, mit Hilfe der ihm zur Verfügung gestellten Druckfahnen der ersten Auflage und des Manuskripts den Text von Druckfehlern zu reinigen und namentlich in der zweiten Hälfte, die Hermann Cohen selbst nicht mehr hatte durchsehen können, die nicht selten eingedrungenen Bemerkungen von anderer Hand zu beseitigen. Schon der Titel (״Religion“ statt ״Die Religion“) zeigt, daß es sich dabei nicht nur um Nebensächlichkeiten handelt. Erfreulich ist, daß das Buch broschiert nur 18, gebunden 20 Mk. kostet (für Mitglieder der Gesellschaft zur Förderung der Wiss. d. Jud. 25% Ermäßigung). Hoffentlich findet es weite Verbreitung. Edmond Fleg, Warum ich Jude bin, Berlin, Philo-Verlag, 1929, 94 S., 1,50 Mk. Ein hochstehender französischer Jude berichtet, wodurch er als Jüngling dem Judentum entfremdet wurde und wie er als Mann den Rückweg zu ihm fand. Unter dem Einfluß eines völlig unlebendigen Judentums verschiedener Spielarten von jedem jüdischen Gemeinschaftsgefühl losgelöst, wird er durch den Dreyfus-Prozeß und seinen Begleiterscheinungen auf das Judentum wieder hingewiesen und lernt mehr und mehr seine Lehren und sein Schrifttum schätzen. Dieser Bericht über die Erlebnisse, die Fleg bekanntlich in seinem ״Enfant Prophete“ dichterisch dargestellt hat, ist zunächst als Aufsatzfolge im ״Morgen“ erschienen; für die Sonderausgabe werden viele Leser dem Verläge danken. Leo Jung, What is orthodox judaism? New York, The union of orthodox jewish congregations of America, 0. J., 24 S. Entwickelt die Grundlinien eines durchaus kuliurfreudigen gesetzestreuen Judentums und versucht von ihnen aus zu wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und ethischen Fragen der Gegenwart Stellung zu nehmen. A. Posner (Rabb. Dr.), Die Freitag-Abendgebete, übersetzt sowie sachlich und sprachlich erläutert, Selbstverlag, Kiel 1929, 81 'S. Der Verfasser versucht, die am Freitagabend zu dem sonstigen Gottesdienst hinzutretenden Gebete einschließlich zweier für den Familientisch bestimmter Lieder durch wörtliche