Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 3)
- Language
- German
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252 Maim., Taan. I 1—3, IV 15—17. — Zum Dankfest bzw. Dankgebet für eingetretenen Regen vgl. man Taan. III 9, wo ausdrücklich gesagt wird: צאו ואכלו ושתו.ועשו יום טוב, am Abend wurde Ps. 136 wegen V. 25 gesagt. — Bei der Darstellung der ,,Hüttenpflicht“ (S. 162 f.) sollte man an Hoffm a n n s Leviticus II 301 ff. nicht achtlos vorübergehen. — Choni המעגל war kein ״Kreiszieher“ (S. 203), sondern ein Verfertiger von Dachwalzen (m a ‘a g e 1 ä, S. 188 Anm. 3). — ,,Schneeberg“ für Hermen findet sich schon Sifre Num. 131 (48b) הר השלג. Die schöne Ausstattung des Werkes sei besonders hervorgehoben. S. Klein. 1. Weltwirtschaftliches Archiv. Herausgegeben von Dr. sc. pol. Bernhard Harms, ordentlichem Professor an der Universität Kiel. 27. Band. Januar 1928. Heft 1. Die berufliche Zusammensetzung der jüdischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten 1900—1925. Von Jacob Lestschinsky, Berlin. Verlag von Gustav Fischer, Jena. 2. Ludwig Bato, Die Juden im ״alten Wien“. Phaidon-Verlag, Wien. 3. Sittlichkeit in Ziffern? Kritik der Moralstatistik von Robert Michels. München und Leipzig. Verlag von Duncker & Humblot. 1. Lestschinsky, dessen Name durch statistische Veröffentlichungen in der Fachpresse über das Ostjudentum bekannt ist, hat im ersten Heft des Weltwirtschaftlichen Archiv einen instruktiven Artikel über die berufliche Zusammensetzung der jüdischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten erscheinen lassen, der uns im Sonderdruck vorliegt. Seinen Ausführungen legt er die Statistik der Vereinigten Staaten über die Berufe.der Einwanderer zugrunde, die zwar große Mängel aufweist, aber doch die Verschiedenheit und Eigenart der Einwanderer je nach ihrer Nationalität erkennen läßt. Die jüdischen Auswanderer, die in den Vereinigten Staaten eine neue Heimat suchen, gehören zu dem weitaus überwiegenden Teil dem Ostjudentum an, das bedrückt durch barbarische Gesetze oder durch Pogrome seine Existenzmöglichkeit im Stammland bedroht fand. Innerhalb des ersten Viertels unseres Vierteljahrhunderts sind fast rund 2 Millionen Jaden in die Vereinigten Staaten ausgewandert, und sie bilden über 10 Prozent der Gesamtem Wanderung, trotzdem die jüdischen Anteile der Weltbevölkerung kaum 1 Prozent ausmachen. Den Höhepunkt erreichen ihre AuswanderungsZiffern in dem Jahrfünft von 1904/1908 und im Jahre 1906 steigt die Zahl der jüdischen Einwanderer im Maximum auf 153 748, um im Weltkriege, in dem die geplagten Ostjuden gut genug waren, als Kanonenfutter zu dienen, auf rund 3000 herabzusinken. Noch einmal setzte die Einwanderung im Jahre 1921 wieder mit fast 120 000 ein, sie wird aber durch Inkrafttreten des Quotengesetzes, das einen antijüdischen Charakter trägt, in den folgenden Jahren immer mehr herabgemindert und im letzten Jahre des betrachteten Zeitabschnittes beläuft sie sich nur auf rund 10 000. Sehr interessant ist diese Hauptzusammenstellung Lestschinskys, der er dann die Berufstabellen folgen läßt. Die lassen klär erkennen die Verschiedenartigkeit der Berufe der nicht jüdischen und jüdischen Ein- Wanderer, aber bei dem beschränkten Raume, der uns zur Verfügung steht, können wir auf die Betrachtungen •des Verfassers nicht eingehen, sondern empfehlen unseren Lesern die Lektüre des inhaltreichen Aufsatzes, der noch einer Ergänzung bedarf, und zwar nach ,welchen Teilen der Vereinigten Staaten die jüdischen und nicht jüdischen Einwanderer hinstrebten. 2. Die alte Vind obona, das. heutige Wien, die gemütliche Donaustadt, hat ihren jüdischen Historiker gefunden; bekannt sind die Bücher von Sigmund Mayer, ״Die Wiener Juden, Kommerz, Kultur, Politik 1700 bis 1900“ und sein zweites Werk, ״Ein jüdischer Kaufmann“ 1831 bis 1911. Sigmund Mayer, ein Kind des Preßburger Ghettos, hat die ganzen Emanzipationskämpfe durchgemacht. Was er selbst gesehen und gehört, gefunden und gelernt, erlebt und erfahren hat, ist der Gegenstand seiner Schilderungen. Und das Fazit seiner Untersuchungen ist eine entschiedene Ablehnung der zionistischen Bestrebungen, die darauf ausgingen, neben den sieben in Oesterreich vorhandenen, als achte, als eine neue, die ״hebräische Nation“ zu schaffen und gesetzlich anerkannt zu sehen. 2Ju einer entgegengesetzten Schlußfolgerung kommt Bato, der Verfasser des ״Judentums im Alten Wien“, dessen Werk im Phaidon-Verlag erschienen ist und uns vorliegt. Das eine Zugeständnis