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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 251

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 251 (sequence 2)
Language
German
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251 aufgebaut ist und einiges Palästinische nur als Illustration verwendet, sondern die umgekehrt bei dem heutigen Palästina beginnt und von da zum Altertum zurückschreitet“ (S. IX). Wird auch in diesem Satze nur von biblischer Archäologie gesprochen, so muß mit Dank hervorgehoben werden, daß das Werk reichen Ertrag auch für die mischnisch-talmudische Zeit enthält, da Dalman nicht bloß den biblischen Vergleichungsstoff berücksichtigt, sondern ״das. viel umfangreichere Vergleichungsmaterial, das die alte jüdisch-palästinische Literatur darbietet“, stets heranzieht. In einer Anmerkung (S. VII, 1) weist er auf die Aufgaben für nützliche Arbeit hin, die auf diesem Gebiete des Sammelns und Sichtens des mischnisch-talmudischen Materials noch zu leisten wäre. (Die Monographie von Krauss, הכרך, העיר והכפר בתלמוד im Sammelband ,Heatid‘ III Berlin 60/1ל scheint er jedoch nicht zu kennen.) Das gesamte Material hat der Verfasser auf vielfachen Reisen und während mehrjährigen Aufenthalts im Lande seit 1899 bis 1925 gesammelt. Nun folgt die Bearbeitung, die — wie schon angedeutet wurde — ebenso wichtig für die Kenntnis der Gegenwart, wie nützlich für die alte Zeit ist. Daß oft neues Licht auf manche Bibelstelle fällt, braucht kaum hervorgehoben zu werden. Man lese z. B. auf S. 189 f. das über das ,,Triefen (d e 1 f)“ Gesagte nach, und man gewinnt überraschenden Aufschluß über den Sinn mehrerer Bibelstellen. S. 161 wird die biblische Wendung vom ״Wohnen unter Weinstock und Feigenbäum“ sehr schön aus der Landessitte, während des Einsammelns der reifen Früchte mit der ganzen Familie unter der Laube im. Wein- und Feigengarten zu wohnen, erklärt. — Das auf S. 122 über die Bedeutung des Hüttenfestes Gesagte muß freilich mit der Darstellung auf S. 150 f. zusammengehaiten werden. Um einen kurzen Ueberblick des reichen Inhaltes dieses Bandes zu geben, mögen einige Kapitelüberschriften hierhergesetzt werden. In der 50 Seiten fassenden Einleitung wird über das Naturjahr, den Volkskalender, die Monate, den Jahresanfang und die Jahreszeiten gehandelt. Es werden dann der Herbst und der Winter besprochen, wobei die Pflanzenwelt besondere Berücksichtigung erfährt. Hierbei tritt D. oft und energisch der Anschauung entgegen, als wären im Lande in früheren Zeiten wesentlich andere Verhältnisse in bezug auf Bewaldung, Regen und Wirtschaft gewesen als heute (vgl. z. B. 209, wo D. auch die ״fremde Kolonisation“ erwähnt, von deren Einfluß er übrigens die Zerstörung des ״Zaubers des Orients“ befürchtet, S. VI). Nichtsdestoweniger wird in einem sehr gründlich bearbeiteten Abschnitt (S. 75 ff.) bewiesen, daß Palästina im Altertum und Frühmittelalter bedeutend stärker bewaldet war, als dies heute der Fall ist. — Weitere Abschnitte geben Auf- Schluß über die Wind- und Regenverhältnisse und über die Regenbitten heute und einst. Es wird über die Wirtschaft im Herbst und im Winter, über Kälte und Heizung und über die Zugvögel, über Groß- und Kleinvieh, über Viehzehnter usf. gesprochen, und dabei ist der reiche Inhalt des Werkes nur andeutungsweise charakterisiert worden! Einige Bemerkungen und Hinweise besonders auf die mischnisch-talmudische Literatur mögen mir gestattet sein. Das auf S. 2 Anm. 1—2 Gesagte wird b. Ber. 57b, Ab. z. 11a von Antoninus und Rabbi mitgeteilt, vgl. dazu Krauss, Ant. u. R., 35 ff. Es handelt sich also um die römische Zeit, deren Verhältnisse auf die biblische übertragen werden. — el- ‘ans ara (S. 8) Pfingsten ist wohl sicher das mischnische עצרת, stets an Stelle von שבועות gebraucht (zahlreiche Stellen in der Mischna- Konkordanz von Kassowsky, 1386). — S. 15 Anm. 6 1. ״Bab. b.“ — Die richtige Erklärung der S. 19 u. 179 angeführten Sifrastelle (110) s, in Gei ge rs Nachgel. Schriften V 172. — Zum Kik-Oel (S. 65) vgl. man Blau, Papyri und Talmud in gegenseitiger Beleuchtung, 17 f. Zu libne (S. 67): Aschbel, 46 ,11 ספר השנה של א׳י ff. — S. 126 ist statt Boden stein wohl Vo g e 1 stein zu lesen; in Anm. 4 ,,S. 10 ff.“. — Bezüglich der Riten des Wasseropfers am Hüttenfest (S. 148 ff.) wäre auf Feuchtwangs Abhandlung in dieser Monatsschrift 1910, 535 ff. zu verweisen. — Die auf S. 152 gegebene Darstellung bezüglich des Bittens um ״Tau und Regen“ ist ungenau. Diese Einschaltung wird ohne Rücksicht auf den Beginn des Regens jedes Jahr vorgenommen. Am letzten Tage des Sukkotfestes kann aber diese Bitte nicht vorgetragen werden, da die neunte Benediktion (als Wochentagsgebet) am Festtage nicht vorhanden ist! — S. 153 T e r ü ‘ä bedeutet allgemein das Schofarblasen, vgl. Toss. Jom-tob zu Taan. II 5 und über den Sinn des Blasens

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