Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Forschungen über die Beziehungen Israels zu Ägypten [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 9)
- Language
- German
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243 17. VIL betrifft, so ist es klar, daß hier — wie es überall (im Altertum ebenso wie noch heutzutage) in der Rechnung üblich ist — der Monat zu rund 30 T. gerechnet ist, ebenso wie man noch heutzutage mit Rundjahren ä 360 T. rechnet. Es ist auch klar, daß in den 150 T. der 17. Tag des VII. Monats nicht mitgezählt ist. Die Sintflut begann (Gen מל) am 17. Tage des II: Monats. Nun lesen wir (Gen 83): ויחסרו המים מקצה חמשים ומאת יום also nach Verlauf von 150 T. (oder mit Ende des 150. Tages) hörte der Flutregen auf und die Wasser begannen zurückzugehen, und die Arche, die zufolge der Flut immer höher gestiegen war (Gen 717), hörte mit Ende des 150. Tages d. i. mit Ende des 16. VII. auf, höher zu steigen, so daß sie am darauffolgenden Tage d. i. am 17. VII. nicht mehr höher stieg, sondern auf dem höchst erreichten Punkte stehen blieb, wie dies auch ganz deutlich aus Gen 84 ersichtlich ist: ותנח התכה בחדש השביעי בשבעה עשר יום לחדש על הרי אררט. Den gegebenen Daten liegt also ein Rechenj ahr zugrunde, in dem — wie es noch heute üblich ist — der Monat zu 30 T. gerechnet wird, und daher wird die Zeit vom 17. II.—17. VII. (letzteres Datum nicht mehr mitgerechnet) d. i. die Dauer von 5 Monaten 150 T. gesetzt. Das Flutjahr als tropisches Jahr betrug 1 Kalenderjahr (hier ein Mondjahr in der Dauer von 355 T.) + 10 T., begann also am 17. II. des einen Jahres und endete mit 26. II. des folgenden Kalenderjahres. Auch bezüglich der Deutung des Namens משה kann ich dem Verfasser nicht beistimmen. Er sagt (S. 253): ,,Der Name משה ist aus ägyptisch mw (1Ö) ,,Wasser“ und s‘ (״ (שהSee“ zusammen« gestellt, und zwar steht hier mw in übertragenem Sinne von ״Same“, das häufig bildlich für ״Kind, Sohn“ gebraucht wurde, und s‘ ist der Nil, den die Aegypter auch als bezeichneten. משה heißt also ״Kind des Nils“. Nachdem aber der Name ״Mose“ gerade zu jener Zeit, in die der Verfasser die Abfassungszeit der Genesis- und Exodussagen setzen will, gar nicht selten war, ist es unbegreiflich, warum er zu einer so fern liegenden Etymologie dieses Namens Zuflucht nimmt. Aber trotz der hier vorgebrachten Bedenken einzelnen Punkten gegenüber müssen wir bekennen, daß das vorliegende Werk sowohl vom Standpunkte der Bibelkritik als auch von dem der Sprach- Wissenschaft höchst beachtenswert ist und zur Erörterung vieler neuen Probleme aneifert. Und wenn auch Referent die Beurteilung so mancher Fragen jenen überlassen muß, deren Forschungsgebiet dem biblischen Studium näher liegt, muß doch vorbehaltlos zugegeben werden, daß es kaum einen Bibelforscher gibt, der eine solche Belesenheit in der ägyptischen Literatur besitzt und eine solche Vertrautheit mit derselben an den Tag zu legen versteht, wie der Verfasser des uns vorliegenden Werkes; es gibt aber auch kaum einen Aegyptologen, der im Bibelstudium so tiefgehende Kenntnisse besitzt wie er. Und so rufen wir ihm die Worte zu: "רק חוק ואמץ אל תצרץ ואל תחת!" 16*