Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 28)
- Language
- German
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211 aufgeworfen1; diese Frage wird von R. Pappa, dem Schüler Rawas, beantwortet. Als man die Suggia in Megila lernte, hatte man wahrscheinlich bloß das Material bis auf Rawa, beim'Lernen der Suggia in Horajot dagegen — zum wievielten Male mag dahingestellt bleiben — lag bereits auch das jüngere Material — Rawa und R. Pappa — vor, und es wurde dort hinzugefügt, ohne in Megila von irgendeiner Redaktion nachgetragen zu werden. Die mandäische Religion und das Judentum. Von I. S c h e f t e 1 ow i t z in Köln. Die Hauptquellen der mandäischen Religion, wie das Johannesbuch, die Qolastä, die Ginzä sind in den letzten 2 Jahrzehnten von M. Lidzbarski in mustergültiger Weise vollständig übersetzt worden. Diese Texte sind etwa im 7. und 8. Jhdt. aus zum Teil älterem Material endgültig zusammengestellt worden. Das Alter der mandäischen Religion, von der noch heute Bekenner am Euphrat leben, ist verschiedentlich beurteilt worden. Nach Reitzenstein, Das mand. Buch des Herrn der Größe, soll sie bereits vor 70 n. Chr. entstanden sein und zwar — wie Lidzbarski annimmt — in der unmittelbaren Nähe des Jordans in Palästina. Hingegen versucht E. Peterson2 den Nachweis zu führen, daß diese Sekte frühestens im 5., wahrscheinlich aber erst im 8. Jhdt. n. Chr. aufgekommen sei und zwar in Babylonien. I. Zur Feststellung des Alters der mandäischen Religion muß vornehmlich vom 1. Buch der Ginzä ausgegangen werden, wie es Reitzenstein getan hat. Da hier, wie im weiteren dargelegt wird, noch ein rein jüdischer Monotheismus gelehrt wird im Gegensatz zu den übrigen Büchern, in denen das dualistische Prinzip uns entgegentritt3, so stellt es mit Ausnahme einiger weniger Zusätze, die später besprochen werden, den ältesten Teil der mandäischen Religionsschriften dar. Eine jüngere Rezension davon sind die ersten 137 Paragraphen des 1 Die Frage wird hier deshalb aufgeworfen, weil die zitierte Boraithä eigentlich eine Kontroverse R. Jehuda-Chachamim enthält. 2 Ztschr. f. Neutestamentl. Wiss. 27, 55 ff.; Theol. Blätter 1928, 317 ff. Zu meiner Untersuchung bin ich durch die inhaltreiche Arbeit von Joh. Bebm, Die mandäische Religion und das Christentum, Leipzig 1927 angeregt worden, die mir die Monatsschrift f. Gesch. u. Wiss. d. Judentums zur Besprechung eingeschickt hatte. 3 VgL im 2. Buche der Ginzä S. .37f.: ,,Der Anteil des Lichtes werde dem Lichte, der Anteil der Finsternis der Finsternis zugezählt“; 8. 155: Qln ist die Mutter der Finsternis) ,,die alle Welten der Finsternis schuf“; S. 277 ff.: Neben dem Lichtkönig existiert der König der Finsternis, dessen ״böse Natur von Anfang an und.in alle Ewigkeit besteht“; Joh. S. 55: ,,Zwei Könige waren (am Uranfang) da, zwei Naturen wurden geschaffen, ״ein König dieser Welt und ein König von außerhalb der Welten; Der König dieses Zeitalter legte sich ein Schwert und eine Krone von Finsternis an . . . Der König von außerhalb der Welten setzte sich eine Krone von Licht auf.“ Also ähnlich der zarathustrischen Religion wird ein von Ewigkeit her existierender Dualismus angenommen. 14®