Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1928
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 2)
- Language
- German
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173 Bedauerlicher Weise sah sich der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden durch seine ungünstige Finanzlage genötigt, die uns gewährte Subvention für das Jahr 1928 auf 4000 RM. herabzusetzen. Diese Kürzung trifft uns umso schwerer, alsdie jüdische Gemeinde Berlin mit Rücksicht auf die Zahlung des Landesverbandes jeden Beitrag für uns gestrichen hat. Im Gegensatz hierzu hat der Bayerische Landesverband jüdischer Gemeinden seine Unterstützung auf 1500 RM. erhöht, dabei freilich die Bestimmung getroffen, daß die einzelnen Gemeinden keine Sonderbeiträge mehr leisten. Außerdem hat uns Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer in München dadurch zu lebhaftem Dank verpflichtet, daß er aus einem ihm von privater Seite zur Verfügung gestellten kleinen Fonds auch unsere Gesellschaft mit einer Subvention bedachte. Die Beiträge von Gemeinden und Lögen blieben im Großen und Ganzen konstant. Wir müssen bei dieser Gelegenheit besonders hervorheben, daß wir auf die Subventionierung durch Vereine und Verbände besonders angewiesen sind, weil der niedrige Mitglieds bei trag kaum dazu ausreicht, die immer höher werdenden Selbstkosten für die Monats־ schrift zu decken, und wir nur, wenn uns von besonderer Seite größere Beiträge gewährt werden, die Möglichkeit besitzen, die oben erwähnten Ermäßigungen zu gewähren, und, was für unsere Mitglieder von besonderer Bedeutung ist und dem eigentlichen Zweck der Gesellschaft entspricht, neue Schriften zu veröffentlichen. Unsere Ausgaben beziehen sich im ,weitesten Ausmaß auf die Publikationen der Gesellschaft, die den Mitgliedern unentgeltlich oder zum ermäßigten Preise zugänglich sind. Der Kassenabschluß ergibt eine Verminderung des Barbestands um 8600.— Mk., die dadurch entstanden ist, daß die Einnahmen an Jahresbeiträgen um 2500.— Mk. geringer waren als im Jahre 1927, während die Herstellungskosten der Monatsschrift durch die allgemeine Preissteigerung ganz erheblich gestiegen sind und ferner ein Zuschuß für die Gesamtausgabe der Werke Moses Mendelssohns, der für das Geschäftsjahr 1928 nicht mehr vorgesehen war, in Höhe von 5500.— Mk. geleistet werden mußte. Von einer großen Anzahl von Mitgliedern, namentlich aus dem Auslande, sind die Jahresbeiträge noch nicht eingegangen. Außerordentliche Spenden in nennenswerter Höhe sind uns im Berichtsjahre leider nicht zugegangen; auch für den Jubiläumsfonds und andere Stiftungen haben wir nur geringe Zuwendungen erhalten. Der Mindestbeitrag wurde wieder auf 10.— Mk. festgesetzt. Leider sind die Erträge aus dem Verkauf von Büchern ebenfalls nicht zufriedenstellend. Die kritische Lage des deutschen Buchhandels ist allgemein bekannt; auch unsere Gesellschaft hat unter der Vernachlässigung des Buches zu leiden. An Reinerlös aus dem Bücherverkauf haben wir nur 2967.35 Mk. zu verzeichnen. Wir hoffen, daß die neueren Bemühungen, durch einen ״Tag des Buches“ diesem wieder Freunde und Abnehmer zu schaffen, auch in jüdischen Kreisen nicht ohne Erfolg bleiben werden. Trotz der ungünstigen Finanzlage waren wir bestrebt, und erfreulicherweise auch in der Lage, Zahl und Umfang unserer Publikationen auf der Höhe zu halten. Die Monatsschrift konnte den Mitgliedern im Berichtsjahre dank besonderer Zuwendungen in wesentlich erweitertem Umfange geliefert werden; anstelle von 30 Bogen im Jahre 1927 umfaßte sie 40 Bogen. Denjenigen Mitgliedern, welche die Zusendung der Monatsschrift nicht wünschten, wurde das Buch von B. Rosenthal: ,,Heimatgeschichte der Badischen Juden“ geliefert. Außerdem wurden folgende Schriften veröffentlicht: Nr. 29 unserer Reihe M. Freudenthal: Leipziger Meßgäste. Die jüdischen Besucner der Leipziger Messen in den Jahren 1675 bis 1764. 32 <ל 33 גר 34 M. Mark reich: Die Beziehungen der Juden zur Freien Hansestadt Bremen von 1065 bis 1848. A. Kaminka: Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher. D. Herzog: Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz. K. Preis: Die Medizin in der Kabbala.