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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 163 (sequence 6)
Language
German
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163 geschlagen, und bereitet sie von neuem den Boden der Religion, die sie zuerst bekämpft und verdrängt hatte. Die Wahrhaftigkeit der Wissenschaft ist eine religiöse Forderung und ihr Dienst Erneuerung der Religion. ,,Auch die (Religionen dürfen nicht allzubescheiden sein, was die Ansprüche an aufrichtige Unparteilichkeit und objektive GeschichtsWahrheit anlangt‘4 (S. 376). Ein Musterbeispiel für die Verwirklichung dieser großen Forderung hat uns Guttmann in diesem ersten Bande seines bedeutenden Werkes gegeben. Wirschulden ihm tiefen Dank für das Werk, das er vollendet hat, und schauen mit hohen Erwartungen der Weiterführungseiner Aufgabe entgegen, die er uns verspricht. Düsseldorf. M. Esehelbacher. Cvi Rothmüller: Masoretische Eigentümlichkeiten der Schrift, ihre Bedeutung und Behandlung im talmudischen Schrifttum, mit einem Abriß der masoretischen Tätigkeit als Einleitung. 96 S., Zagreb 1927. Einem Literaturverzeichnis (S. 7—10) und einem längeren Abschnitt über ,,Die masoretische Tätigkeit“ (11—35) folgt die eigentliche Arbeit. Kap. 1 behandelt ״Vormasoretische äußere Textschicksale“ (35—40), Kap. 2 das ״Aelteste Zeugnis der zählenden Masora“ (41—49), Kap. 3 ״Die Buchstabenbesonderheiten (maiusculae, minusculae, litterae suspensae, regelwidrige Setzung von Doppelbuchstaben)“ (49—63), Kap. 4 ״Nun inversum“ (64—76), Kap. 5 ״Puncta extraordinariä“ (76—96). Von H. Torczyner angeregt, sollte die Arbeit, wie Verf. in der Vorbemerkung schreibt, ״ursprünglich alle masoretischen Angaben umfassen, soweit sie im talmudischen Schrifttum enthalten und deshalb für die Anfänge der Masora von Wichtigkeit sind.“ Leider haben aber äußere Umstände bewirkt, daß diese Aufgabe nur zum Teil behandelt werden konnte. Verfasser hat die sehr fleißige und dankenswerte Arbeit'geleistet, die zahlreiche Literatur über die Masora ziemlich vollständig zusammenzustellen und eine Uebersicht über die Stellungnahme der einzelnen Autoren zu geben. Es bleibt ihm noch übrig, das eigentliche Thema der Arbeit, die Behandlung der Masora im Talmud, zu behandeln und die so fleißig zusammengetragene Literatur zu verarbeiten. Im übrigen kann nicht genug betont werden, daß es keinen Zweck hat, - weiter über die Masora zu arbeiten, so lange nicht das gesamte masoretische Material, das noch auf seine Bearbeitung wartet, zur weiteren Verwertung fertig vorliegt. Bonn. Dr. R. Edelmann. Rabbiner Dr. Arthur Cohn: Aus Israels Lehre und Leben. Verlag Rimon, Basel. Eine Sammlung von Predigten, Vorträgen und Aufsätzen, eine Auswahl aus der literarischen Arbeit in einer 40 jährigen Amtstätigkeit, zugleich das Spiegelbild einer starken, überzeugungstreuen und zielbewußtenPersönlichkeit, die als Rabbiner weit über ihren engeren Amtsbereich hinaus segensreich gewirkt hat. Das Buch sollte und wird die Erinnerung an den ersten Rabbiner der dritten Baseler Gemeinde — zweimal, 1349 und 1397, sind die Juden aus Basel vertrieben ־worden — für alle Zeiten festhalteii. In den Predigten offenbart sich seine Eigenart am deutlichsten. Es sind keine Kanzelreden, wie wir sie gewöhnt sein mögen, vielmehr religiöse Betrachtungen, weit angelegt, in denen sich die Gedanken lose aneinanderreihen, die vor allem belehren und die Kenntnis des Schrifttums und jüdischen Lebens vermitteln wollen. Reden voll von schönen Schriftdeutungen, die aus Talmud und Midrasch oder aus der späteren Predigtliteratur, vielfach aus den'Büchern ostjüdischer Maggidim geschöpft sind. Eine tiefinnerliche Frömmigkeit, warmes Empfinden, ein klarer, unbeirrbarer religiöser Standpunkt geben ihnen ein eigenes Gepräge, und man darf annehmen, daß sie ihre volle Wirkung: auf die Hörer ausgeübt haben. Die Vorträge und Aufsätze, von denen 24 hier zusammengestellt werden, behandeln die allerverschiedensten Dinge. Sie dienen entweder der Abwehr von 11*

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