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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Die literarische Form der Patriarchenbiographien des Philon von Alexandrien
Date
1929-01-01
Page
Seite 155 (sequence 13)
Language
German
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155 größten griechischen Denker bereits geheimnisvoll symbolisch angedeutet und dargestellt hat. (Die Deutung des brennenden Dornbusches auf die damalige Not des Volkes Israel Buch 1, §§ 67—70 fügt sich hingegen gut in die historische Erzählung.) So ist das Leben des Moses gerade darin mit den beiden anderen Biographien enge verwandt, weil es ebenso wie diese, wenn auch in geringerem Grade, eine theologisch-philosophische Beleb rungsbiographie unter reicher Heranziehung des Kunst mittels der Allegorie darstellt. Die biographische Kunst Phiions. Zusammenfassung. Die schriftstellerische Gewandtheit und Vielseitigkeit Phiions zeigt sich somit in seinen erhaltenen drei Patriarchenbiographien aufs glänzendste. Mit höchstem Geschick ist die naheliegende Gefahr der Schablone und Eintönigkeit vermieden. Wie angenehm berührt uns die bunte Mannigfaltigkeit im Aufbau der Viten, die stets fesselnde Abwechslung bringt! Jede der drei Lebensbeschreibungen zeigt ein andersartiges formales Dispositionsschema und einen neu auftretenden Grundsatz biographischer Stoffauswahl, Zur Besprechung der Gießener Mischna. Wir erhalten folgende Zuschriften: In der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 73. Jahrg., S. 4 ff., würdigt Herr Chan och Alheck die Traktate der Gießener Mischna ‘Erubin, ’Abot und Tamid. Die Mißhandlung zweier Toten, die sich nicht verteidigen können, Marti und Nowack, bleibe hier unerörtert. Nur auf die Beurteilung einer eigenen Arbeit möchte ich kurz eingehen. 1. Den Namen בית מוקד habe ich zu Midd. I 1 und wieder Midd. I 5 ausführlich erklärt, an letzterer Stelle ausdrücklich auf I. Levy Wörterb. III 56 a verwiesen. Zu Tarn. I 1 habe ich dasselbe Thema variiert. Es ist ein entsetzliches Unrecht, daß ich Gen. rab. auch hier wieder nach Levy und nicht nach der Ausgabe von Theodor Albeck angeführt habe. Es" gilt ja nur den Beweis, daß der Ausdruck ein Badehaus bezeichnen kann, und diesen Beweis liefern die gewöhnlichen Ausgaben von Genesis rabba. 2. Qinzberg, Moore, S. Funk (Die Entstehung des Talmuds, 2. Aufl., 1919, S. 64) schließen aus Jom. 14 b, daß der Traktat Tamid dem R. Schim‘on von Mizpa schon fertig vorlag (Ausdruck von Funk). Ich lehne diesen frühen Ansatz des Traktats durchaus ab. Aber aus dem Hinweis auf die Meinung angesehener Gelehrter sieht Albeck, ,daß hier eine Dilettantenarbeit vorliegt‘. Wie kommt er dazu? 3. ,,Zunächst möchte ich feststellen, daß Mahn, kein Wort darüber (daß die Priester auf ihrem heiligen Kleid nicht schlafen durften, da in dem Gürtel Wolle und Flachs verbunden wraren) hat“. In ,Maimonides‘ Kommentar zum Traktat Tamid, herausg. von Dr. phil. Moses Fried 1903 heißt es im Hebr., dem arab. durchaus entsprechenden Text S. 2: ומה שאמר איש כסותו בארץ להודיענו שאינו מותר לישן במטות במקומות ההם. ומד. (so in beiden Texten!) שאמר בבגדי כהונה מניחין אותן תחת ראשיהם רצונו לומר כנגד ראשיהם. welche Ausgäbe dieses Kommentars steht Herrn Albeck zur Verfügung, die diese Worte ausläßt? Aber Herr Albeck fährt fort: Es kann aber deshalb hier nur von Polster die Rede sein, weil von den Kleidern der Priester (sämtlicher Priester und nicht nur der jungen) gleich darauf in der Mischna gehandelt wird, wo es heißt: ,,Sie schliefen nicht in den heiligen Kleidern, sondern zogen sie aus, falteten sie und legten sie unter (תהת) ihre Köpfe und bedeckten sich mit ihrem eigenen Kleide“. Zunächst: welches Wort des Mischnatextes sagt, daß das, Subjekt von I 1b nicht mehr die

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