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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 625

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
Zu Ginse Schechter
Date
1928-01-01
Page
Seite 625 (sequence 3)
Language
German
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625 למדנ In der Mechilta R. Simons bitten die Schüler zweimal ילמדנו רבינל und nach gewonnenem Bescheid danken sie למדתכו רבנו (ed. Hoffmann S. 51). Jelammedenu ist also die schon tannaitisch bezeugte Wendung. Ohne Jelammedenu bleibt ein TJr-Jelammedenu undenkbar. Und darin auch die Sprache: das prächtige, auf Sprachreinheit ängstlich bedachte Hebräisch. G. macht wohl geltend, daß auch der tannaitische Midrasch hebräisch abgefaßt ist. Gewiß, zur Zeit der Tannaiten ist aller Midrasch noch hebräisch. Für tannaitisch kann doch aber dieser angebliche Ur-Jelammedenu nicht angesehen werden, da sich unter den 6 genannten Gewährsmännern kein einziger Tannait findet. In nachtannaitiseher Zeit jedoch gilt Hebräisch, wenn auch nicht als.sicheres, so doch als wahrscheinliches Zeichen der Jugend; gegebenen Palles nimmt auch.G. keinen Anstand, von zwei Fassungen die hebräische als die spätere zu bezeichnen (S. 107). Ginzbergs Satz: ,,Wenn H. den Gebrauch .von biblischhebräischen Ausdrücken als Neigung zum Musivstil bezeichnet, so genügt: ein flüchtiger Blick auf Gf. IV; um zu sehen, wie unrichtig eine solche Auffassung ist“, ist das Muster einer petitio principii: wir streiten doch eben um das Alter dieses Stückes! Das Beispiel, welches G. aus Ps.-Philo anführt, zeigt überdies gerade, das man in dieser Zeit גונב דעת und nicht mehr גונב לב sagt. Schon gegen geringere Archaismen verwahrt sich R. Jochanan mit dem Grundsatz לשון תודה לעצמה, לשון חכמים לעצמה (Ab. Zara 58b, Chullin 137b). Und schließlich die Legende vom Verdammten, den Akiba von der Höllenqual rettet. G. meint, die älteste Fassung dieser Legende habe R. Nissims הבור יפה enthalten, und zwar arabisch. Demgegenüber habe ich darauf hingewiesen, daß die Anschauung, als könnten Gebete und fromme Handlungen der Überlebenden die Höllenmartern der Verdammten mildern, christlicher und“ nicht islamischer Einwirkung zuzuschreiben ist. G. hält mir vor, ich hätte islamisch und arabisch verwechselt. Nun aber hat ja Goldziher (REJ 1903 XLVII, 180—186) R. Nissim b. Jakob als echten, rechten Mu‘taziliten nachgewiesen und selbst seine Einleitung zum המפתח של מנעולי התלמוד als muHazilitisches Glaubensbekenntnis; überdies zeigt Obermann (Zeitschrift für Semitistik und verwandte Gebiete, 1927, V. 65—66), daß חבור יפה selbst in seinen aggadischen Teilen von MuHazila und Sufismus durchtränkt ist.־ Eine Legende nicht jüdischen Ursprungs im חבור יפה könnte nur islamisch sein. Uebrigens wird hier der Zweifel bald gelöst werden. Eben Prof. Ginzbergs Lehranstalt, das Jewish Theological Seminary of America, besitzt die (gegenwärtig einzige) Handschrift des arabischen Urtextes vom חבור יפה, den Herr Prof. Obermann demnächst wissenschaftlich herausgeben soll. Und nun das Sprachliche. רגע findet sich zweimal geschlechtlich untere schieden: Ex 33? רגע אחד, Jes 547 ברגע קטן also masculin. פעם ist in der Bibel durchaus Femininum; an den drei Stellen, wo es anscheinlich masculin konstruiert wird, Jud 1628, II Sam 238, I Reg 739 hat Albrecht ZATW 1896 XVI 75, 76 Textverderbnis nachgewiesen, II Sam 238 berichtigt schon die Massora den Text. Im Späthebräischen — darin hat G. recht — wird פעם manchmal feminin, manchmal masculin gebraucht. Betreffs גירסאות, das G. masculin konstruiert, finde ich in den Wörterbüchern nirgends ein גרם neben גירפא verzeichnet, wie etwa נופח neben נוסחא. Zum Verzeichnis der Schreib- und Druckfehler gebe ich noch einige Ergänzungen. S. 9, 22 statt על הם lies עליהם; S. 140, 19 st.לאשר .1 לאשר ביתו על ביתו; S. 16.7, 5 bei דראש die eigentümliche Schreibung statt דרש zu bemerken; S. 228, Anm. 51 st. לקוחים .1 לקוחום; S. 238, Text 2 st. חכם יקח מצות 1. חכם לב יקה מצות; s. 240, 24 st.ערכתי.1 ערבתי; s. 243, 1 st. וכוכבים.1 וכרבים; S. 347, Anm. 4 gehört von הסופר an zu 3; S. 548, 15 st. מזכירו.1 מזכרו.: B. Heller. Monatsschrift, 72. Jahrgang. 40

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