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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 624

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
Zu Ginse Schechter
Date
1928-01-01
Page
Seite 624 (sequence 2)
Language
German
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624 dann durch eine Würdigung des Friedens unterbrochen und kehret nieder zurück zur Lösung von Widersprüchen zwischen den Zahlenangaben im Büche der Könige und der Chronik. Dies bezeugt wohl, daß Num. R. einen מדרש שני כתובים המכחישים זה את זה vor sich hatte, dem er nicht nur für den Priestersegen folgte, sondern auch für ganz Fernliegendes, wie die Zahl der Pferde- Stallungen Salomos und der Rauminhalt des großen Beckens. Allerdings ist das Fragment bei Ginzberg an reichem Inhalt und an kunstvoller Form nicht nur dem Midrasch bei Wertheimer, sondern auch dem Abschnitt in Num. R. weit überlegen. Ebenso auch Ginzbergs Fragment XXXI von der Prophetenwitwe dem Midrasch bei Berliner-Hoffmann. Was die Zeitbestimmung anbelangt, muß daran festgehalten werden, das Stück könne nicht voramoräisch sein, da ja darin R. Jochanan angeführt wird. Vom II. Stück hält es G. für wahrscheinlich, Prof. Landauer gar für sicher, es bilde einen Teil einer hebräischen Uebersetzung des Pentateuchkommentars vom Gaon Saadja. Prof. Landauers Beweggründe teilt uns G. nicht mit. Da er mich hier der Ungerechtigkeit oder zumindest der Unaufmerksamkeit gegen seine Beweisführung zeiht, muß ich hervorheben, daß ich seine beiden Anhaltspunkte (Beweise kann ich leider nicht sagen) S. 512 angeführt habe. Bei einer Uebereinstimmung des fraglichen Stückes mit Tobia b. Eliezer bleibt ja immer fraglich, wer gegeben, wer genommen. Unabhängigkeit von Talmud und Midrasch wäre doch für Moses Ibn Gikatilla, Abul Walid, Abraham ibn Esra bezeichnender als für Saadja. Ueberzeugend wirkte bloß, wenn sich im Stücke Uebereinstimmung mit anerkannt saadjanischer Schriftdeutung fände. Genauer gesprochen: die hervorstechendste Deutimg im Stück erklärt Gen 22 ביום השביעי als sechsten Tag und führt merkwürdige Analogien an. Diese Erklärung erinnert an Septuaginta und Samaritaner, wir finden sie nicht in Saadjas Namen angeführt. Ueberdies müßten wir — im Sinne Ginzbergs — voraussetzen, daß Saadjas Pentat§uchkommentar bereits im 11. Jhdt. (zur Zeit Tobia b. Eliezers) in hebräischer Uebersetzung vorlag. Ich glaube nicht, daß selbst Prof. Landauer dies wahrscheinlich machen könnte. Das schöne, glattfließende Stück erweckt auch keineswegs den Eindruck einer Uebersetzung. Stück X führt sehr schön aus, wie Israel bei allen Machthabern Gunst findet, Daniels Gefährten in Babylon, Mordechaj in Persien, Simon der Gerechte vor dem König Javans באדום זו משפחת הלל. G. meint, das Stück müsse zu einer Zeit entstanden sein, wo die Familie Hilleis noch die Patriarchen würde innehatte, also vor dem Jahre 415, in welchem die Römer diese Würde abschafften. Ebensowenig aber, wie wir wegen Daniels an die Zeit Nebukadnezars, wegen Mordechajs an die Zeit des AchasVeros, wegen Simon I. an die Zeit Alexanders des Großen zu denken haben, müssen wir wegen משפחת הלל das Jahr 415 als Terminus ad quem ansetzen. Daraus, daß das Fragment anstatt רב in Meg. Ila משפחת הלל sagt, also eine Wendung gebraucht, die dem alten Schrifttum unbekannt ist, folgt vielmehr, daß es nicht dem alten Schrifttum angehört. Bedeutungsvoller ist der Streit um Fragment XXXYI. Haben wir hier wirklich ein Stück von der Mechilta des R. Simon b. Jochai? Für diese seine unerschütterliche Ueberzeugung hatte Prof. G. S. 341 als stärkste Stütze angeführt, daß מלמדנו als Kunstausdruck der Schule Akibas eignet. Diese Stütze wird durch Bacher, Terminologie I 31 (s. auch Albeck, Unters, zu den hal. Midr. 56) gestürzt, da מלמד aggadisch auch in Ismaels Schule nachgewiesen wird. Jetzt beruft sich G. auch auf eine Handschrift Prof. Epsteins in Jerusalem. Ich kann nicht wissen, ob auch diese keine Tannaiten anführt. Führt sie keine an, dürfte auch sie nicht dem tannaitischen Midrasch angehören: alles, was als tannaitischer Midrasch bezeugt wird (Mischna, Barajta, Tossifta mitinbegriffen), nennt Gewährsmänner. Dieser Einwand kehrt sich auch gegen die Zeitansetzu.ng von Fragment IY, dem angeblichen Ur-Jelammedenu, welches G. — es klingt ganz paradox — für älter als den palästinischen Talmud schätzt. Nebst dem Hang zum Anonymen spricht dagegen noch so manches. Es ist doch ganz undenkbar, daß im Ur-Jelammedenu דלא לאשתמוטי kein einzigesmal das bezeichnende ילמדנו רבנו oder למדתנו רבנו vorkommt, sondern stets הלכה und כך שנו רבותינו. Daß aber ילמדנו ursprünglicher ist, erhellt daraus, daß wir seinen tannaitischen Ursprung kennen. So sagen die Schüler zu R. Tarfon למדנו רבנו lehre uns Tos. Berach. 4, 16, S. 11. Sifre Num. 118 ed. Horo\itz 141 heißt es רבינו

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