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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 622

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
Zu Ginse Schechter [Nachricht]
Date
1928-01-01
Page
Seite 622 (sequence 2)
Language
German
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■622 Ende des מדרש ב׳ כתובים zu ergänzen sei: אין אתה מוצא נאמנים אלא באלה ששוכנים בארץ שנא* ולקדשים אשר בארץ. Es ist die alte Haggadah, daß niemand vor dem Abschluß seiner irdischen Laufbahn heilig genannt werden kann. Der sehr weitschweifige מדרש ראשה אחת מנשי בבי הנביאים in Berliner-Hoffm arm OT 014—010 ist nicht, wie Berliner, Magazin III 53 an« nimmt, die Vorlage des Tosefta-Targums, sondern eine späte Erweiterung desselben und ich habe daher in meinen Legends IV 240—242 den um die Prophetenwitwe gewundenen Legendenkreis nach Targum gegeben. In Vol. VI 344—345 Anm. 6—8 habe ich, was Berliner entgangen ist, auf die verschiedenen Versionen dieses Targums hingewiesen und in der Anmerkung zu Gf. XXXI ist auf das in den Legends sich findende Material verwiesen. Ein Vergleich zwischen Gf. und dem Tosefta-Targum zeigt, daß zwischen diesen beiden Quellen gar keine Beziehung besteht und natürlich ebenso wenig־ zwischen Gf. und dem vom Targum abhängigen Midrasch in OT. Meine Vermutung, daß Gf. II von Saadja herrühre, habe ich in der Einleitung zu begründen gesucht, und zwar wies ich auf zwei Momente hin, die für die Autorschaft Saadjas zu sprechen scheinen, die Bekanntschaft des Lekab Tob mit diesem Kommentar und die in demselben sich kundtuende Unabhängigkeit gegenüber Talmud und Midrasch. Diese Momente mögen nicht die volle Ueberzeugungskraft besitzen — ich selbst setzte ein Frage- Zeichen nach סעדיה —, aber unrichtig ist die Bemerkung: den Nachweis solcher Uebereinstimmung unternimmt G. überhaupt nicht. Mein Freund Prof. Samuel Landauer, wohl der beste Kenner Saadjas, hält die Autorschaft Saadjas für sicher, während Dr. Marmorstein mir schrieb, daß er fest überzeugt sei, wir hätten vor uns ein Fragment von Al-Kumsis Kommentar, was ich auch als Möglichkeit erwähnte. Die Zeitansetzung für Gf. X beruht darauf, daß משפחת הלל nicht eine historische Reminiszenz sein kann, da sonst רבי als derjenige genannt worden wäre/ dessen Ansehen bei den Römern groß war, wie es der Talmud tut, vgl. Megillah Ha, woselbst eine beinahe wörtliche Parallele zu גנזי שעכטטד 92—93 sich findet mit dem einen Unterschiede, daß der Babli nicht משפחת הלל nennt, sondern Rabbi. Dieser Umstand spricht dafür, daß unser Gf. aus einer Zeit stammt, als die Patriarchenfamilie noch ihre hohe Würde bekleidete, während die babylonische Quelle — trotz במתניתא תנא — entweder aus späterer Zeit stammt, oder ungenügend mit den palästinensischen Verhältnissen vertraut ist und nur das hohe Ansehen Rabbis, aber nicht das seiner Nachfolger kennt. Wie mir Prof. Epstein aus Jerusalem mündlich mitteilte, ist er im Besitze einer Abschrift von einem Genizahfragment, das die Fortsetzung von Gf. XXXVI bildet; das in seinen Händen sich befindende Stück läßt darüber keinen Zweifel, daß wir vor uns ein Fragment der Mekilta RS. haben, denn es ist halakischen Inhalts mit all den Merkmalen der Halakah MRS. Die Einwände, welche H. gegen meine Ansetzung dieses Fragments als MRS. erhebt, sind dadurch gegenstandslos geworden, ich kann jedoch nicht umhin, auf eineseiner Bemerkungen einzugehen. Er sagt, Namen werden überhaupt nicht genannt, weder Akibas noch Ismaels Schüler. Wie ich aber auf S. 341—342 nachwies, sind es nicht nur die Namen, die in unserem Fragmente sich nicht finden’ sondern es fehlen auch die Deraschot, deren Autoren namhaft gemacht sind, woraus sich das wichtige Resultat ergibt, daß die MRS. nur die anonyme Haggadah mit unserer Mekilta gemein hat. Auf das Jelammedenu-Problem hier einzugehen ist nicht gut möglich. H. meint, Gf. IV kann nicht Ur- Jelammedenu sein, da es nicht mit ילמדנו רבנו sondern mit הלבה beginnt. Diesen Einwand habe ich auf Seite 36 entkräftet, wo ich auf Epstein, Kadmut ha־Tanhuma 1! hinwies, der schon hervorhob, daß in demselben Midrasch manche Schreiber den Ausdruck הלכה gebrauchten, während andere ילמדנו dafür setzten; H. hat eine Eigentümlichkeit der Kopisten für ein Merkmal einer Midraschgattung angesehen. Die Meinung, der Hang zum Anonymen spricht für spätes Alter, war mir nicht unbekannt, aber wo sind die Beweise für ihre Richtigkeit? Auf S. 32 schrieb ich מחבר היל׳ לא היה מלקט אלא מחבר und ich sehe keinen Grund ein, irgend etwas an dieser Auffassung zu ändern; ein Sammler verzeichnet die Namen der Autoren, ein Verfasser verarbeitet die Verschiedenen Haggadot zu einer einzelnen anonymen Haggadah. Daß gutes Hebräisch ein Zeichen der Jugend ist, wird von manchen behauptet, meine Ansicht darüber habe

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