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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 547 (sequence 2)
Language
German
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547 auch der wissenschaftlichen Arbeit am Judentum zugu!e gekommen. Die bloße Tatsache der Existenz des Judaistischen Instituts an der Hebräischen Universität in Jerusalem legt beredtes Zeugnis davon ab. Die Summe all dessen, was die Professoren und Dozenten der jungen Anstalt in den drei Jahren ihres Bestehens lehrend und forschend geleistet haben, ist quantitativ und qualitativ gleich erfreulicn. Der Lehrkörper setzt sich zum allergrößten Teil aus Männern zusammen, die ihre wissenschaftliche Ausbildung im Abendlande erworben haben. Nur einer aus ihrem Kreise ist geborener Palästinenser, hatte nie Gelegenheit, eine Hochschule zu besuchen, und hat doch durch rastloses Streben und ungewöhnliche Begabung sich in Wissen und Methode auf die Höhe moderner Forschung erhoben, es ist David Y e 11 i n, der soeben in zwei Arbeiten wertvolle Beiträge zur Bibel- und Sprachwissenschaft veroffentlicht hat. In einem Punkte ist Y e 11 i n sogar all seinen aus Europa gekommenen Kollegen entschieden überlegen. Ihm ist seit frühester Jugend das Hebräische als lebende Sprache geläufig, zugleich beherrscht er in Wort und Schrift das Arabische und steht durch den dauernden Aufenthalt in Palästina dem Leben und den Anschauungen unserer Vorfahren innerlich viel näher als alle, die mit ihm zusammen dozierten oder noch dozieren. Seine Erklärungen zu Hiob, die nur den ersten Teil einer größeren auch auf andere biblische Bücher sich erstreckenden Arbeit bilden, sind größtenteils ein Produkt seiner langjährigen unterrichtlichen Tätigkeit. Sie enthalten eine Fülle treffender Bemerkungen exegetischer und textkritischer Art. Besonders zustatten kommt ihm dabei seine gründliche Kenntnis der arabischen Schrift- und Volkssprache, und es ist ihm dadurch die Lösung mancher Schwierigkeit gelungen, nach welcher die abendländische Forschung vergebens gesucht hat. Spezielle Aufmerksamkeit schenkt er der Frage der Paronomasie in der Bibel und namentlich bei Hiob, beschäftigt sich auch an mehreren Stellen mit der Strophik des Buches, doch sein Hauptinteresse gilt der sprachlichen .Erklärung einzelner Stellen und speziell der Feststellung bisher unbekannter hebräischer Wörter oder neuer Bedeutungen für bisher schon bekannte. Es liegt in der Natur der Sache, daß gegen einen Teil der hier gebotenen Erklärungen begründeter Widerspruch zu erheben ist, doch treten dieselben zurück gegenüber den zahlreichen gesicherten Ergebnissen, und so seien nachstehend aus dem reichen Material nur einige besonders ansprechende Proben mitgeteilt. 09 יתר ידו für י1תר (denominiert von יר(ר ,,Sehne“) ״er lege seine Hand auf die Sehn e“. Bezüglich der Form verweist Y. mit Recht auf דבסזהי statt וינחהו (Nah 14) und vr statt י:דו (ebd. 310). — 8e יעלם עת צדקך hat nichts mit .״ כרדWohnung“ zu tun, sondern gehört zu dem im Arabischen geläufigen Stamm ,,sich etwas vornehmen“. Die Stelle ist zu übersetzen: ״und er wird deine fromme Absicht vergelten“. Das paßt ausgezeichnet in den Zusammenhang. So ist also die im Islam zur Bedeutung gelangte ä-o (״Intention“) schon biblisch belegt. — 1416 כי עתה צעדי תשפד תשמור על חטאתי Das parallele צעדי legt nahe, daß der Verf. חטאתי hier nicht nur in seiner gewohnlichen Bedeutung (par. פשעי und עוני in V. 17) gebraucht, sondern gleichzeitig auch im Sinne von ״meinen Schritt“, da arab. ״schreiten“, Hpak» ,,Schritt“ bedeutet. — 154 .תןריע ש׳יחד steht hier im Sinne von arab. ״sich erkühne n“, also ״du führst eine kühne Red e“, was sich im תפר יראה gut anschließt. — (Zu 193) Prov 28u ודל מבין יחקרנו bedeutet ״der kluge Arme verachtet ihn“ nach arab. im gleichen Sinne. Y. hält diese Bedeutung auch.Prov 2527 וחקר כבדם כבוד für möglich. Doch ist ihm entgangen, daß ich schon früher1 für diese Stelle auf;hingewiesen . s habe und die Lesung וחקר כבד מכבד vorschlug: ״Wer sich aus Ehre n i ch ts mpcht, ist geehrt“. — 2810 בצו ר1 ת יאדים בקע bedeutet, ,die un zugänglichen 1 Analekten, Neue Folge (Leipzig 1922) 20. 35•

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