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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 546

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 546 (sequence 7)
Language
German
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546 es allerdings gewesen, wenn die Aufsätze über Abrahams Apokalypse, Abrahams Schoß, Abrahams Testament statt 153 Seiten später in unmittelbarer Folge gebracht worden wären (am besten auch der Beitrag Akeda) und neben dem Islam auch das Christentum eine Behandlung gefunden hätte. Zu bedauern ist nur, daß durchweg (auch z. B. bei Adam und Aron) das hellenistische Denken zu kurz gekommen ist. Eines besonderen Fachredakteurs für dies Gebiet — man hat sich um Gewinnung eines solchen bemüht — hätte es nicht bedurft; mehrere unter den Mitarbeitern wären zur Vervollständigung durchaus geeignet gewesen. Keinesfalls hätte es Vorkommen dürfen, daß I S. 210 ein Mitglied der erwähnten ,,Zentralredaktion“ über ,,Abel in der hellenistischen Literatur“ redet, ohne von dem Vorhandensein der Schrift Phiions über Kain und Abel eine Ahnung zu haben, und daß aus Phiions Worten gegen die Verführung angetrauter, noch nicht heimgeführter Ehefrauen (II 233 unten) ein — Eifern gegen Mischehen gemacht wird, von Unkenntnis neuerer Forschungen (II 894 über Aristobul) ganz zu schweigen. Aus I 392 f. und II 5 muß übrigens der Leser den Eindruck gewinnen, daß auch das nachbiblische Judentum das Verdienst an der Akeda durchweg nur Abraham zuschreibt; in Wahrheit faßt schon IV Makk 1312 י14ל Isaak als bewußtes Vorbild der Märtyrer auf, wie Midrasch und Selicha häufig. Könnte die Beliebtheit der Akedot Zusammenhängen mit dem Bedürfnis, für den Hinweis der Christen auf den Opfertod Jesu ein Gegenstück zu gewinnen? Die schöne Melodie der Akedot wäre zu erwähnen gewesen. Der Geschichte der nicht rationalen Strömungen im Judentum ist starker Anteil gewidmet. Die Geschichte der Alchimie wird von einem zugleich naturwissenschaftlich gebildeten Fachmann dargestell־t; über die Kabbala berichtet der verdienteste Erforscher des Chassidismus. Freilich ist sein Blick nicht immer ganz sicher, wenn er auf die frühere Zeit zurückschaut; was er etwa über den Adam Kadmon bei Phiion sagt, bedarf der Berichtigung; und statt die Vorläufer der Kabbala, wie das Sefer Jezira, aus dem Pardes Rimmonim und seiner Sefirotlehre zu erläutern (II 173), hätte auf die pythagoreische Zahlenlehre als Ursprung der jüdischen verwiesen werden sollen. Bei dem von dem gleichen Gelehrten stammenden Beitrag Isaak Abravanel I 593 ff. wären genauere Stellenangaben erwünscht gewesen; die Kenn- Zeichnung des Verhältnisses zum Rationalismus ist etwas einseitig; sie übersieht, daß A. die kühne Opferlehre Maimunis in Schutz genommen hat; auch daß er kühn genug war, den Charakter des Wochenfestes als Festes der Gesetzgebung zu bestreiten (zu Lev 231) und Deut 115ל als Erlaubnis, nicht als Gebot der Einsetzung eines Königs aufzufassen, ist in ähnlicher Richtung kennzeichnend. Erwägt man zusammenfassend, welche ungeheuren Schwierigkeiten die äußerst geringe Anzahl jüdischer Gelehrter, die ganz der Wissenschaft leben können und der vergleichsweise eingeschränkte Kreis der Käufer der Fertig- Stellung solcher jüdischer Sammelwerke bereitet, so wird man sich des — ertreulich friedlichen — Wettbewerbs der beiden trotz mancher Mängel durchaus verdienstlichen, erstaunlich preiswerten Werke freuen dürfen und dem Fortschritt beider Arbeiten mit Interesse entgegensehen. Wir werden über die weiteren Bände und auch über die in Vorbereitung begriffene hebräische Ausgabe von E alsbald nach Erscheinen berichten. Heinemann. David Yelllns (106 s.)הקרי מקרא. באורים חדשים במקראות. א. איוב. ירושלם תרפיז — Forgotten Meanings of Hebrew Roots in the Bitle (repr. from Je wish S t u d i e s in Memory oflsraelAbrahams). 18 S. New York 1927. Das große Wunder der Auferstehung der hebräischen Sprache auf ihrem alten Boden hat nicht nur die hebräische Literatur befruchtet, sondern ist

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