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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 402 (sequence 2)
Language
German
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402 Zuweilen ist seine Verehrung auf Palästina und die Wüste beschränkt; an anderen Stellen stellt man ihn sich als gewöhnlich auch von anderen Völkern verehrt vor. Wir werden oft zu der Annahme geführt, daß die Israeliten selbst in weitem Maße zu verschiedenen Zeiten ihm untreu waren; doch sind die tatsächlichen Nachweise dafür in der Bibel viel geringer als man erwarten sollte. Doch prüfen wir diesen Gegenstand im Einzelnen. Die Auffassung, daß JW die Israeliten von allen Völkern in der Zeit Moses auserwählte‘, ist im jüdischen Denken tief verwurzelt, so tief, daß es zu genügen scheint, wenn wir nur auf wenige Stellen hin weisen. Man braucht nur die großen Bundesschließungen des Pentateüch zu erwähnen, die jene Idee in der allerdeutlichsten Form ausdrückeh. Die Propheten sprechen ganz klar davon; der Ausdruck ,,der Heilige Israels“ bezeugt es, und Hos 134ff., 1210, 10! und viele andere Stellen beruhen darauf. Wenn Arnos es deutlich in dem eingangs zitierten berühmten Satz zum Ausdruck bringt, so tut er es als etwas ganz außer Frage Stehendes. Nicht weniger überzeugend ist der Beweis, der beiläufig durch die Erzählungen selbst gegeben wird. Nehmen wir z. B. die Geschichte von den Kundschaftern in Num 13 ff. Wenn wir die Begründung von Num 149 lesen ,,denn ihr Schatten ist von ihnen gewichen, doch JW ist mit uns“ wie kann angenommen werden, daß die mit dem Ausdruck ,,Schatten“ gemeinte Gottheit mit JW ausgeglichen werden kann? Und auf der Erkenntnis, daß JW nur Israel gehört, beruht die Begründung in Num 13 ff. Oder man betrachte die zahlreichen Stellen, die den Opfergottesdienst auf Palästina (und die Wüste) beschränken und die den Gottesdienst außerhalb dieser Grenze ansehen, als ob er anderen Göttern gälte. (Ex 822, Dtr 428, Dtr 2836, Dtr 2864, Ri 1124, I Sam 2619, Hos 93ff., Jer 1613). Wie können diese Stellen mit der Darstellung von J (oder wenn wir Eissfeläts Analyse annehmen J und L) in Genesis vereinbart werden, nach der er außerhalb bekannt war und verehrt wurde zurück bis zu den Zeiten eines Kain und Abel und Noah? Wie konnten all diese Autoren ihre bekannte Haitung angenommen haben, wenn solche Dokumente bestanden hätten? Aehnlichen Schwierigkeiten stehen wir in den Büchern Samuel gegenüber. In I Samuel 2619 finden wir, daß David seine Feinde anklagt, daß, sie ihn vertrieben haben von dem Erbteil des JW und sprachen ,,gehe, diene anderen Göttern.“ Die Haltung der Philister in 47 ff. stimmt völlig mit dieser Ansicht überein. Welches ist also unser Erstaunen, wenn wir in 296 Achisch bei JW schwören sehen! Und als ob das nicht genügte, erfahren wir aus Jer 1216, daß die gewöhnliche Form des Schwurs unter den Juden selbst beim Baal war (vgl. Jer 28, Jer 2317 und bes 2327), und überhaupt nicht bei JW! Unser Erstaunen wird noch gesteigert, wenn wir im Lichte dieser Aussage uns zu den Tatsachen des MT bezüglich des Schwures wenden. ,,II Sam 227 1חי הא ist nicht haltbar. Die Formel lautet sonst stets (an ca. 50 Stellen) 1“חיי׳. 1 F. Baumgärtel: Elohim außerhalb des Pentateuch BWAT 19, 1914, S. 64; als einzige Ausnahme nur Hiob 272 in einem poetischen Satz.

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