Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Pentateuch-Frage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 25)
- Language
- German
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316 Zufällig haben wir einen Beweis dafür, daß die Reiseschilderung Num 2116~20 ebenfalls an eine falsche Stelle geraten ist. Richter ll18f. beweist, daß Num 2121 unmittelbar mit 13 zusammengehört. Das wird vom geographischen Gesichtspunkt aus bestätigt. ,,Eins ist gewiß: dieser Zug muß, obgleich er in Num vor dem Kriege mit Sihon beschrieben wird, erst nach diesem Feldzug stattgefunden haben. Kein Heer, und wäre es noch so groß und beladen, hätte sich in eine dieser Felsschluchten vom Plateau zum Jordan hinabgewagt, bevor seine eigenen Krieger Heschbon besetzt hätten, denn Heschbon liegt über diesen Schluchten und beherrscht sie1/‘ Wahrscheinlich also liegt hier, Num 2116-20, ein anderer Teil jenes Berichtes vor, der die Reiseschilderung von Num 33 sein sollte. ,,Kap. 33 nennt 17 Ortschaften, die sonst nicht bekannt sind. Es enthält auch drei Berichte (Vers 2, 4a, 38b); die sich auf nichts sonst irgendwo Vorhandenes stützen. Nun sind zwei von ihnen in der Reisebeschreibung enthalten und bieten kleine Berührungspunkte, genau parallel denen, die wir Dt 106-7 gefunden haben, und die die Samaritaner in ihrer Umarbeitung dieser Stelle einfügten. Ferner nennt es (Vers 30-34) Moserot, B’ne Jaakon, Hor-haggidgad und Jothbathah. Man wird erkennen, daß diese Orte im Grunde identisch sind mit Beeroth, B'ne Jaakon, Moserah, Guogodah und Jotbathah aus Dt, aber daß die Reihenfolge, in der Moserah erreicht wird, eine andere ist. Dies, und die leichten Abweichungen in den Namen, verbietet die Annahme, daß unser Kapitel auf der Deuteronomium- Stelle aufgebaut ist, die ersichtlich ein Bruchstück einer Reise- Schilderung darstellt. Aber wir haben gesehen, daß der ursprüngliche Anfang und das ursprüngliche Ende der Erzählung von Arons Tod, Num 20, fehlen. Das war eine auseinandergerissene Stelle, und die Vermutung liegt nahe, daß drei Bruchstücke, die zu ihr gehörten, ursprünglich folgende Form hatten: a) Von da brachen sie auf nach B'ne Jaakan. b) Von da brachen sie auf nach Moser (der letzte Buchstabe fehlt). c) Von da brachen sie auf nach Hor-Haggidgad, und von da nach Jotbathah. Man erkannte nicht, daß diese drei zu dem größeren Bruchstück gehörten, das vom Tode Arons berichtet, und fügte sie in die Reise- Schilderung ein, wobei a und b zufällig in eine falsche Reihenfolge gerieten2.“ . Man erkennt hier leicht, wie eine auseinandergerissene Sammlung von Schriftstücken, die einen Hauptbericht über die Ereignisse des mosaischen Zeitalters und auch eine Reiseschilderung enthielten, durch Beschädigung und Unordnung in einen solchen Zustand geraten konnte, aus dem die Redaktoren, denen die Erhaltung der Sammlung am Herzen lag, nichts Klügeres tun konnten, als den Stoff in die uns heute bekannte Form zu bringen3. 1 G. A. Smith, Eistorical Geogräphy of the׳ Holy Land. S. 564 f. 2 Bibliotheca Sacra, 1919, S. 201. 3 Zur Schriftstücken-Theorie vergl. ferner meine Aufsätze ,,Contributions to a New Theory of the Gomposition of the Pentateuch“ in Bibliotheca Sacra. 191 8—1920.