Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 1)
- Language
- German
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242 Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücker. Von Armand Kamin ka in Wien. IV. Verhältnis zum Pentateuch. Besonders erstaunlich und für die Beurteilung der in Alexandrien schon um 200—150 v. Ch. in der jüdischen Gemeinde vorhanden gewesenen geringen Kenntnis des Hebräischen wichtig ist eine sich aufdrängende Feststellung, daß unsre Übersetzer, denen doch der Pentateuch im Griechischen sicherlich bekannt gewesen ist (ihre Ehrfurcht vor den prophetischen Schriften und der Eifer, sie zu über״ setzen, wäre nicht zu erklären, wenn sie nicht das Gesetz Moses ebenso wie später Philo als Quelle der jüdischen!Religion fleißig studiert hätten), nicht zugleich den hebräischen Urtext gekannt haben können. Sonst hätten sie in ihrer Arbeit sich bei vielen Worten und!Redewendungen die Parallelen in den fünf Büchern Moses zu Nutzen gemacht und sie hätten nicht über die aus den Sabbath-Vorlesungen der Thora wenigstens den Gelehrten bekannten hebräischen Äquivalente hinweggehen können. Einzelne übereinstimmende Übersetzungen seltener Ausdrücke (wie ודרדר pp Hos 108 äxav&cu xal tqißoXot — Gen 3!8; בריאה Hab 116 ixlsxtcc, ebenso Zach li!6 Gen 41 sechsmal; סמא נפש Hag 2!3 äxa&aQTog snl 'ipvxy Num 52; 9!0; ähnl. Lev 224), die auch zutällig sein können, ebenso die Übereinstimmung in der Wiedergabe des Infin. absolutus Am 9g ovx slg rsXog i^aoco Gen 464 avaßißaGm Gs slg TgXogi, erschüttern den durch eine stattliche Keibe von Beispielen entstehenden Eindruck nicht, daß sie mit dem Urtext des Pentateuchs nicht vertraut waren. Haben sie nur die griechische Version gekannt, so mußten sie nicht wissen, daß der Urtext die gleichen Worte enthielt, deren Übersetzung oder Erklärung ihnen so große Schwierig״ keiten bereitete. Demnach wurde in Alexandrien bereits vor Mitte des 2. vorchr. Jahrh. die Thora in den Synagogen nicht hebräisch gelesen! Man muß dabei von solchen Beispielen absehen, wo die Abweichung in der Übertragung eines technischen Ausdruckes sich durch eine stilistische!Rücksicht erklären läßt. So ist sicherlich der Ter״ minus קדשה jedem mit der Thora vertrauten Juden aus Dt 23!8 und Gen 38 21.22 bekannt gewesen, wo er mit tcöqvvj wiedergegeben ist. Wenn aber Hos 4!4 מם הל!דשות roov tstsXsg^svcov übersetzt, so läßt sich das darauf zurückführen, daß er das andere Wort unmittelbar vorher für ז לנות verwendet hat. Ein solcher Grund liegt aber 1 Sonst wird der Inf. absol. meist durch ein Participinm oder ein Substantivum oder durch ein verstärkendes Adverb ausgedrückt (s. Thackeray, G-rammar of the 0. T. in Greek, 47). Hab 2 3: tQ%0f1evos rfeet für ב1א יבא.