Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Syrisch-palästinensische Altertümer
- Date
- 1928-01-01
- Page
- 225 (sequence 1)
- Language
- German
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Syrisch-palästinensische Altertümer. Von Dozent Dr. I. Z 0 11 e r in Triest. לזכר נפעו הג׳ כמ״ר צבי פרץ חיות מנוחתו כבוד. Zwischen Syrien und Palästina bestand seit jeher eine gewisse ideale Zusammengehörigkeit. Nach Num 347 f. und Ezechiel 4715 f. sollte die Grenze über das heutige Palästina hinaus das heutige südliche und mittlere Syrien umfassen. ,,Offenbar nach dem Vorgang von I Kön 919, wo von Bauten Salomos am Libanon die Rede ist, behaupten die Maroniten — so der schweizerische Theologe L. H a e f e 1 i in seinem besonders geographisch gut vorbereiteten Band ,,Syrien und sein Libanon/' Luzern, Räber, 1926, S. XI f.— König Salomo hätte in Kesmän, der Gebirgslandschaft am heutigen Hundfluß, für seine götzendienerischen Frauen sieben Tempel erbauen lassen ... Es ist auch möglich, daß die jüdische Haggada gerade eben wegen dieser idealen Beziehungen zwischen Palästina und Syrien Adam und Eva in Syrien wohnen läßt. Noch heute könne man in Syrien, sagt sie, die von Seth errichtete und von der großen Wasserflut verschonte Steinsäule sehen, auf welcher der Sohn Adams für alle nachgeborenen Geschlechter seine astronomischen Kenntnisse verewigt habe (vgl. Jos. Ant. I 2, 3). Leicht mag man dabei an die ägyptischen und assyrischen Inschriften am Hundfluß denken. Und es dürfte eigentlich nur wieder nach dem Vorgang dieser selben jüdischen Haggada geschehen sein, daß auch die mohammedanischen Araber die Arche der Sintflut in das Libanongebirge verlegen und Noes Grab an den Fluß desselben." So die Legende. Der Wissenschaft gilt die syrisch-arabische Wüste als der älteste Sitz der semitischen Stämme. So bemerkt August Köster* 1: ,,Aus der Geschichte von Sumer und Akkad wissen wir, daß bereits vor dem Jahre 3000 die erste große Welle semitischer Stämme sich loslöst von den Heimatssitzen in der syrisch-arabischen Steppe und deren Grenzländern, und sich langsam nach Norden und Nordosten vorschiebt, einen Teil von Syrien besetzt und schließlich bis nach dem Zweistromlande gelangt. Einem dieser Stämme wird es damals bereits gelungen sein, zwischen der Küste und dem Libanon sich nach Norden zu drängen und den schmalen Küstensaum, den wir später als Phönikien bezeichnen, Ä besiedeln, sowie auch die Ebenen Palästinas in Besitz zu nehmen." #• 1 Köster, Schiffahrt und Handelsverkehr des östlichen Mittelmeeres im 3. und 2. Jahrtausend v. Ghr. in A. O., 1924, I, S. 4. Monatsschrift. 72. Jahrgang, 15