Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus Rothenburg ob der Tauber
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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208 wieder zugemauert werde, stammen somit aus den Jahren 1288—1385, und zwar Nr. 1 aus dem Jahre 1288, 2: 1295, 3—5: 1305, 6: 1309, 7: 1319, 8: 1321, 9—10: 1323, 11: 1325, 12: 1326/13: 1335, 14: 1342, 15—16: 1344, 17: 1345, 18: 1379 (?), 19: 1374, 20—21: 1375, 21—26: 1379, 27: 1385. Vorausgesetzt, daß alle Steine Rothenburger Juden bezeichnen, wäre demnach zu beachten, daß wenige Jahre nach dem Verhängnis von 1298 und 2 y2 Jahrzehnte nach dem von 1349 Juden wieder in der Stadt seßhaft geworden sind. Die Steine nach der dritten Verfolgung von 1397 scheinen der Vernichtung anheimgefallen zu sein. Sprachlich ist zu bemerken: der Anfang von Nr. 1 ist aus Hohel. 56, der von Nr. 7 und 26 aus I Mose 3152, der von Nr. 6 aus I Mose ‘2822 entlehnt, למקרא אב in Nr. 1 nach Jjob 1714 gebildet, bei באד in Nr. 18 vielleicht, wenn nicht auch hier, wie Nr. 4, מאל zu lesen, an באר שחת Ps 554 zu denken. ג״ בני in Nr. 6 kann, da dieser Wochentag richtig gelesen ist, als גמל בני erklärt und mit dem אלף בינה Schabbat 104a zusammengestellt werden. Die Einleitungen der Grabschriften sind bis auf Nr. 1 dieselben, wie auf gleichzeitigen in Worms, Frankfurt, Wien, Prag usw., ebenso die Euphemien bis auf Nr. 1, 2, 7, 10, 11. Unter den Namen: Abr. b. Kalonymos Nr. 1, Chajim b. Chakim 20, Chananja b. David 6, Eleasar b. Isak 19, Eljaldm b. Eleasar (M.* Hofmann las: Elieser) 18, Jechiel b. Jakob hacohen 7, Jechiel b. Peter 4, Jehuda b. Mose 11, Josef b. Natronai 3, Josef b. Eljakim 18, Josef b. Jona halevi 24, Mose b. Juda halevi 25, Salomo b. Eljakim 18, Salomo b. Juda halevi (Juda halevi verlor nach Hofmann in 3 Monaten 7 Kinder, hier sind 3 verzeichnet) 22, Bathseba bt. Mose 2, Bathseba bt. Simson 9, Bruna (Matrona?) bt. Salomo hacohen 13, Ester (Proselytin) 27, Gnanna bt.Efraiml4, Maglin(Merlin) bt. Jechiel 21, Meitinbt. Jehuda halevi 22, Rachel bt. Isak halevi 8, Rechlin bt. Juda halevi 26, Ribka bt. Salomo 28,? bt. Eleasar (nirgends bei den Frauen der Mann, sondern stets der Vater genannt) — werden auch sonst aus Rothenburg (bei Salfeld a. a. O.) in dem.Märtyrerverzeichnis von 1298 ein Eljakim, ein Mose b. Juda halevi, ein Efraim, eine Tochter eines Jechiel, ein Juda halevi, ein Peter, ein Salomo hacohen, eine Tochter des Isak halevi (bei Bresslau Zt. Gesch. J.Dld.III321 d.a. 1399 ein Sohn eines Is. hal.), aus Nürnberg ein Jechiel b. Jakob hacohen erwähnt. Ueber Zusammenhänge zwischen diesen und unseren Toten ließen sich nur Vermutungen aussprechen. Als Rabbiner wird Nr. 4, als Gelehrter, wenn man התורני, was freilich erst aus späterer Zeit belegt ist, lesen darf, Nr. 13, als Märtyrer Kalonymos Nr. 1 u. Jakob 7 (ein Jakob halevi bei Salfeld 187), als ״Gebir“ Nr. 1, als Matrone 14, als Proselytin 27 bezeichnet. Ein in seiner Art einziges Dokument bildet sodann eine steinerne Gedenktafel für die Märtyrer von 1298, die im Turm auf der Burg aufbewahrt wird. Hofmann a. a. O. hat den Text mit einer Ueber- Setzung abgedruckt. Nach meiner Lesung lautet die Inschrift, deren erste 4 Worte ein Zitat aus Ez 2731 darstellen: במר נפש מספד מר יק כי שכחנו הגורות הראשונות להזכירם חקקתי על לוח אבנים קדושי רוטנבורג שנהרגו ונשרפו עי יה כשנת נ׳ח לפר, י׳ט