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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 205

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Aus Rothenburg ob der Tauber
Date
1928-01-01
Page
Seite 205 (sequence 2)
Language
German
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205 führe!־, meist auch die Fremdenführer über jüdische Dinge so gut wie nichts aussagen. Um nur auf Kleinigkeiten hinzuweisen, sei erwähnt, daß man im Würzburger Luitpoldmuseum, außer anderen bemerkenswerten Stücken, an dem Aron hakodesch aus Geroda eine Schublade bemerkt. Im Gemeindebuche der Hamburger Portugiesen findet sich die Bestimmung des Spenders einer ״Teba“, d.i. eines Thoraschreines, daß er in der Lade darin seine Bücher auf bewahren dürfe. Da das Sitzen auf Kästen, in denen hebräische Bücher liegen, nach einigen Autoritäten unstatthaft ist, und man seine Ritualien nicht immer mit nach Hause nehmen wollte, war ein würdiger und sicherer Aufbewahrungsort in der Synagoge erwünscht. Und einen würdigeren, als im Aron hakodesch unterhalb der Thorarollen konnte es nicht geben. In Würzburg findet man das Beispiel dafür. In der dortigen Gemäldegalerie übrigens auch den Kopf eines sefardischen (italienischen) Rabbiners von Tiepolo und unter den Mumienbildern ausgesprochen jüdische Typen. Das Heidelberger Schloß weist die bekannte ״Altercatio“, die Gegenüberstellung von Darstellungen alt- und neutestamentlicher Stoffe, zum Abschluß Kirche und Synagoge auf, sowie als plastische Symbolisierung der Liebe eine Mutter mit zwei Kindern, die uns genau ebenso als Relief auf dem Altonaer Portugiesenfriedhofe begegnet. Am Lutherdenkmal in Worms bemerkt man im Magdeburger Stadtwappen die Jungfrau mit der Rose, die vom Prager jüdischen Friedhof bekannt ist. Außer den anderen, wiederholt beschriebenen Wormser jüdischen Sehenswürdigkeiten verdient Beachtung der Weinstock (wie in der Prager Altneuschule) an dem abgebrochenen Almemor, an einem Kronleuchter die als ,,Gott des Blitzes“ vom Volksmunde bezeichnete Figur, die beim Besuche der Königswarter Synagoge auffällt, ferner die Thorarolle R. Meirs von Rothenburg, der Judenturm, das Wertheimer-Haus, angeblich das älteste Worms. Im Mainzer Staatsmuseum findet man die Statuette eines sefardischen Rabbiners von J.Chr. Luck (1750), im Dom in der Darstellung des jüngsten Gerichtes gefesselte Juden, die Grabsteine ituräischer Soldaten, auf der Kopie des Grabmals der Secundinier in Igel Seetiere, wie auf dem siebenarmigen Leuchter des Titusbogens. Die Nr. 23 des gedruckten Führers durch die Nürnberger Sebalduskirche bildet eine vor kurzem freigelegte Freske mit dem Bilde eines Juden des Mittelalters, Das Germanische Museum weist u. a. einen Judenhut älteren Datums, das Regensburger mittelalterlichen jüdischen Hausrat auf, das Frankfurter Goethehaus ein Lesezeichen, auf dem der junge Goethe in kalligraphischer Quadratschrift die ersten vier Worte des Verses Ps 168 geschrieben, und das er dem Fräulein v. Klettenberg gewidmet hat, das Lutherzimmer in Erfurt an der Rückwand den Anfang des Verses Jes 25g usw. Eine reiche Ausbeute bietet besonders Rothenburg o. d. Tauber. Die jüdische Gemeinde, die heut etwa 70 Seelen zählt, gehörte zu den bedeutenderen des Mittelalters. Nach den in der Jewish Encyclopedia X, 490 angeführten Quellen, die durch H. Loewe, ״Der Jude in der Marienlegende“, die ״Mitteilungen des Gesamt-

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