Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Medizin im Sohar
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 18)
- Language
- German
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184 Krankheit zu ergründen und lasse zur Ader, damit das schlechte Blut entfernt werde. Dann (בינה יכוננהו) gewinne er Einsicht in die entferntere Ursache, verstehe er das Wesen der Krankheit, damit sie den Kranken nicht überwältige. Er verordne die nötigen Getränke und Arzneien, aber (יצרנהו באיישץ עינו) er behüte ihn wie seinen Augenstern, denn wenn er sich da auch nur um ein Wort irrte,, so könnte es dem Kranken das Leben kosten, und er der Arzt stände vor Gott als Mörder da. (Die Rezeptur war bei den Arabern äußerst: kompliziert.) Er sei auch mit der Prognose im Reinen. Gott hat da. 4 Strafen: (Zimmer־) Arrest, Geldstrafe (Almosen), Verstümmelung (Operation) und Tod (vergl. Esra 726). Sieht er, daß der Tod unabwendbar, so darf er auch dann nicht den Kranken verlassen (die Hippokratiker taten es!), sondern muß für die Seele desselben sorgen. Der berühmte Arzt K r i t o n (hier heißt es קלטנא אפיא) hatte ein Buch, das für jede Krankheit Heilung, aber auch gar viele Geheimnisse der Thora enthielt. Nicht etwa, daß er mit letzteren geheilt hätte; Gott behüte! wohl aber gelangte er durch die Geheimnisse der Thora zu denen der Heilkunst1. ,,Gelobt sei der Erbarmer, der vertilgt: hat von der Welt die Zaubereien, auf daß die Menschensöhne nicht: abwendig gemacht werden von der Gottesfurcht2/‘ Mit diesen Worten, endet der Sohar. Die ueuhebräische Aufklärungsliteratur In Galizien. Von Dr. M. Weißberg in Stanislau. (Schluß) X. Der Jesaja der Haskala. Izchate ]Erter, Joseph Tarier 1. Nekrolog und Charakteristik Erters. Wiener Blätter, 1851, S. 211—215 (Nr. •35, 36). 2. Dr. M.' Letteris. Biographie J. Erters. Ha-Zofe. Wien 1858. Neudruck. Warschau Alapin, 1883. 8. Ueber Erters ha־Zofe. Dr. J. Fürst in Hilbergs Illustrierten Monatsheften für die gesamten Interessen des Judentums. Wien, A. Hilberg, 1865, I, S. 69.. 4. Izchak Erter. Gilgul Nefesch mit Biographie des Verfassers von Dr. J. L. Katzenellson. Petersburg 1903. 5. Izchak Erter und Josef Tarier. Ha־Kol V, 1880, Nr. 24, 25. 6. Izchak Erters Einfluß auf die russischen Maskilim. Ha-Schachar, VII, S. 622.״ Bernstein Binjen Skenim Ustirat JTadim. 1875. 7. Isr. Weinlös, Jossel Tarier einer von die ersten Maskilim in Galizien, das neue Tagblatt ,,Morgen“ (Jargon) Lemberg. 22. 1. 192יי S. 3—4. 8. Izchak Erter, Hazofeh (Auswahl), Klalverlag. Berlin 1927. S. Schalom Streits Essais Baalot ha־Schachar, Tel. Awin 1927, worin auch ein Stück, über Erter, konnte ich trotz aller Bestellungen nicht erhalten. Der Prophet der Haskala, der Mann, der das, was die Maskilim gegen den Hochmut und die angeblichen Rücksichtslosigkeiten der 1 Der fromme Chassid wird für alles, was hier über arabische Medizin vorgebracht worden ist, nur ein überlegenes, mitleidiges Lächeln haben. Konnte doch R. Simon ben Jochai durch die Geheimnisse der Thora ohne weiteres zu allen künftigen Geheimnissen der Medizin gelangen. 2 Der Sohar vereinigt da Raschis und M a i m 0 n i s Erklärung zur Frage, warum König Chiskijah das Arzneibuch verborgen habe; (Pesach. 56 a).