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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 117 (sequence 2)
Language
German
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117 sehen Historiker-, die frühere Zeugnisse liefern als jene, und viele von den andern alten Versionen werden ״nur gelegentlich'c (S. 24) oder gar nicht benutzt. Außer dem von Brooke und McLean gebotenen Material (das gelegentlich durch photographische Aufnahmen der Handschriften kontrolliert worden ist) wurde ,,ein umfangreiches Berliner Fragment der Genesis, 911 (Ende des 3. Jahrh.)“ zum Vergleich herangezogen. Abgesehen davon ist die Ausgabe durchaus abhängig von Brooke und McLean, die sie natürlich in keinem Sinne ersetzt. Das angewandte Notierungssystem ist schwierig und wenig befriedigend. Jeder, der mit Texten gearbeitet hat, weiß, wie mühevoll es für ein müdes Hirn werden kann, die Bedeutung von Symbolen zu erkennen, die in verschiedenen Ausgaben für ganz verschiedene Dinge gebraucht werden. Und leider muß viel mit müdem Hirn gearbeitet werden. Um das zu vermeiden, wäre es gut gewesen, sich soweit als möglich an das System von Brooke und McLean zu halten (das in jeder ernsthaften Arbeit wird angewendet werden müssen), und es gelegentlich nur zu erweitern. Mit andern Worten: ihre Notierung der Mss hätte durchweg angenommen und zur Grundläge der Bezeichnung der Gruppen und Untergruppen gemacht werden sollen. Rahlfs hat sich jedoch zwischen zwei Stühle gesetzt. Bisweilen nimmt er das System an, wenn er ihr qu durch q bezeichnet, aber öfter neigt er zu Symbolen, die auf andern Erwägungen beruhen, wie auf der Geschichte der Septuaginta und der Tatsache, daß ein Text in den Catenae gebräuchlich ist. Und er zieht die umständlichere Notierung von Holmes und Parsons in der Bezeichnung der Kursiven vor. So ist n 75, und wenn er es als Gruppe behandeln will, 75. Es wäre besser gewesen, die Cambridger Notierung beizubehalten und sie durch den Gebrauch fetterer Typen auf Gruppen auszudehnen. Dann wäre 75 weiter n geblieben, und als Gruppe n. Wie man hierüber auch denken mag, die Bedeutung der Ausgäbe liegt anderswo. Sie stellt den Versuch dar, einen ursprünglicheren Genesistext zustande zu bringen als ihn irgend ein einzelnes Manuskript bieten kann. Hierin scheint es mir, daß Rahlfs, wie schon erklärt, sich unnötig im Lichte gestanden hat durch Ausschluß eines großen Teiles des in Betracht kommenden Materials. Ueberdies scheinen seine Folgerungen bisweilen sehr unsicher. So soll der Uebersetzer der Genesis ,,eine große Vorliebe für Abwechselung“ gehabt haben (S. 35). Unter den angeführten Beispielen ist die Uebersetzung von 1417 עמק, ,,zuerst xotMs, dann nediov“. Aber das letzte Glied des Verses wird von vielen als Glosse des Hebräers betrachtet, und L läßt es ganz fort, eine Tatsache, die Rahlfs z. St. nicht erwähnt. Angesichts dessen muß der Verdacht auftauchen, daß es nicht zum ursprünglichen Septuagintatext gehörte, und daß die Verschiedenheit des gebrauchten Wortes darauf deutet, daß es die Hinzufügung eines anderen Uebersetzers ist. Die Nützlichkeit der Ausgabe muß letzten Endes von dem Urteil über die Wiederherstellung des Textes abhängen. Eine abgeschlossene Meinung darüber wird man sich erst nach langem Gebrauch in wirklicher Forscherarbeit bilden können. Um aber einen Begriff von dem Verhältnis zwischen ihr und dem Text der ältesten

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